UEFA: Nations League ab 2018 beschlossen

Die 54 UEFA-Mitgliedsverbände haben beim XXXVIII. Ordentlichen UEFA-Kongress in Astana einstimmig eine vier Punkte umfassende Resolution mit dem Titel „Resolution zum Nationalmannschaftsfußball 2018-2022“ verabschiedet, welche ab 2018 einen neuen Wettbewerb mit dem Namen Nations League im Rahmen des internationalen Spielkalenders vorsieht. Der Wettbewerb wird ein Auf- und Abstiegssystem umfassen und die meisten Freundschaftsländerspiele ersetzen. Für den ÖFB sind Präsident Leo Windtner, Bundesliga Präsident Hans Rinner und Thomas Hollerer, Direktor für Recht und Administration, vor Ort in Kasachstan.
Leo Windtner begrüßt die Einführung dieses neuen Bewerbes: „Dies ist ein richtiger und wichtiger Schritt, den wir inhaltlich voll zugestimmt haben. Dieser neue Bewerb soll Europa weit einheitlich die Position des Fußballs stärken und insbesondere auch für die Fans neue Anreize schaffen. Dies ist ein neuer Schritt für den Nationalteam-Fußball in Europa.“
Die Nations League ist mit den European Qualifiers verknüpft und wird eine zusätzliche Möglichkeit bieten, sich für die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft zu qualifizieren. Der neue Wettbewerb und der vorgeschlagene neue Qualifikationsmodus für die European Qualifiers, beginnend mit der Qualifikation zur UEFA EURO 2020, ist eine Folge umfassender Konsultationen mit den UEFA-Mitgliedsverbänden, die bereits 2011 begonnen hatten.
Das genaue Format der UEFA Nations League steht noch nicht fest und wird ebenfalls noch mit den UEFA-Mitgliedsverbänden verhandelt werden. Leo Windtner: „Wichtig ist für den ÖFB als kleinere Nation nun, auch die finanzielle Basis für diesen Bewerb ab 2018 zu sichern, da die Erträge aus freundschaftlichen Länderspielen für unseren Verband essentiell wichtig sind. Die Fixierung aller finanziellen Rahmenbedingungen steht noch aus. Wir können ja die UEFA und alle Mitgliedsverbände 2015 in Wien beim Ordentlichen UEFA Kongress begrüßen und ich gehe davon aus, dass in Wien die finalen Entscheidungen zu diesem Bewerb getroffen werden.“
Die Einführung der Nations League soll in erster Linie die sportliche Integrität fördern, da Mitgliedsverbände, Trainer, Spieler und Fans immer stärker das Gefühl haben, dass Freundschaftsspiele in sportlicher Hinsicht keine ausreichende Herausforderung darstellen.
Die UEFA Nations League
Geplant ist, die 54 Nationalmannschaften anhand der Koeffizientenrangliste in vier Stärkeklassen zu unterteilen. Jede Stärkeklasse wird vor der UEFA EURO 2020 wiederum in vier Dreier- oder Vierergruppen unterteilt, sodass jede Mannschaft zwischen September und November 2018 vier bis sechs Spiele bestreiten wird. Die „Endphase“, in der die vier Gruppensieger der höchsten Stärkeklasse (Gruppe A) gegeneinander antreten werden, wird 2019 beginnen, während die EM-Playoffs auf März 2020 angesetzt sind. Für die teilnehmenden Nationalmannschaften stehen folglich gleich mehrere Dinge auf dem Spiel: der „UEFA Nations League“-Titel, der Auf- und Abstieg zwischen den einzelnen Stärkeklassen sowie die Teilnahme an den EM-Playoffs.
Am Qualifikationsmodus für die UEFA EURO wird sich im Wesentlichen nichts ändern, wenngleich die Qualifikation künftig im März nach einem großen Turnier statt direkt im September beginnt und sich vier Mannschaften über die UEFA Nations League für die Endrunde qualifizieren.
XI. Resolution: Der europäische Fußball vereint für die Integrität des Spiels
Weiters wurde im Rahmen des Kongresses eine 11 Punkte umfassende Resolution „Der europäische Fußball vereint für die Integrität des Spiels“ verabschiedet. Leo Windtner: „Die einheitliche Vorgehensweise der europäischen Fußballfamilie ist absolut zu begrüßen, denn nur so kann dieser kriminellen Energie energisch entgegen getreten werden. Wir werden dies mit aller Kraft unterstützen und konnten einmal mehr feststellen, dass wir in Österreich mit dem Verein Play Fair Code bereits viel zur Aufklärung und Prävention beitragen. Die gemeinsame, europäische Willensbildung unterstreicht, dass alles Mitgliedsverbände dieses Thema sehr ernst nehmen.“
Die Resolution behandelt fünf spezifische Bereiche: Sensibilisierung, Regulierung, Meldeverfahren, Strafverfolgung und strenge Sanktionen.
Mit der Annahme der Resolution verpflichten sich die UEFA-Mitgliedsverbände zu Folgendem:
• Umsetzung eines kohärenten Plans hinsichtlich Sensibilisierung sowie Schutz/Prävention innerhalb ihrer nationalen Fußballfamilie;
• Harmonisierung ihrer Bestimmungen (Mindeststandards / Abschaffung der Verjährung);
• Einführung eines Meldesystems/-verfahrens;
• Zusammenarbeit mit den nationalen Strafverfolgungsbehörden;
• Einführung strenger Sanktionen für an Spielmanipulationen beteiligte Personen.
Die UEFA hat kürzlich ihre Rechtspflegeordnung hinsichtlich des Risikos von Spielmanipulationen verschärft, sodass künftig bei Spielmanipulationen, Bestechung und/oder Korruption keine Verjährung mehr möglich ist. Die Rechtspflegeordnung verschafft der UEFA zudem die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Null-Toleranz-Politik strenge Sanktionen zu verhängen. Damit einher geht auch die Zusammenarbeit der UEFA mit Polizeikräften in ganz Europa.
Geplant ist weiters in jedem Mitgliedsverband einen Integritätsbeauftragten einzusetzen, diese agieren bei einem Verdacht auf Spielmanipulation als Kontaktperson zwischen den Fußballbehörden und staatlichen Strafverfolgungsbehörden.
Weiters soll eine Europa weite Kampagne „Erkennen, Ablehnen und Melden“ umgesetzt werden.
Presseinfo ÖFB
27.03.2014