Rapid Wien, SCR Altach

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Kein Spiel für schwache Nerven war das Duell Rapid Wien vs. SCR Altach. Die Hütteldorfer gewinnen dank eines Joker-Tores von Prosenik in der 94. Minute glücklich aber verdient mit 1:0 (0:0).

Rapid Wien am Drücker – Jedoch keine Tore in der ersten Halbzeit
Die Startaufstellung von Rapid Wien war im Vergleich zur Begegnung gegen Sturm Graz gleich an fünf Positionen verändert. Bereits in der zweiten Minute fanden die Hütteldorfer die erste Topchance vor. Der Ball wird durchgesteckt zu Schaub. Der steht völlig alleine vor Gäste-Torhüter Lukse. Doch sein Schuss fällt zu unplatziert aus. In der Folge hatte Rapid Wien die besseren Spielanteile. Die Gäste aus Vorarlberg versteckten sich keineswegs und setzten auf Konterangriffe. Diese fielen zwar gefällig, jedoch noch zu wenig zielgerichtet aus. In der neunten Minute gab es eine strittige Situation im Strafraum von SCR Altach. Starkl legt den Ball an Schreiner vorbei. Beim Tackling des Gäste-Verteidigers trifft er das Schienbein und bringt den Offensivspieler der Hütteldorfer zu Fall. Der Elfmeterpfiff blieb jedoch aus.

In der Folge erarbeitete sich Rapid Wien ein optisches Übergewicht. Die Hütteldorfer hatten jedoch Probleme den sprichwörtlichen „letzten Pass“ in die gefährliche Zone zu spielen. SCR Altach stand tief in der eigenen Hälfte und ließ mit Fortdauer des Spiels kaum noch Offensivaktionen zu. Ein Schuss von Starkl in Minute 25 fiel unter die Rubrik „erwähnenswert“. Davor gab es erneut Elfmeteralarm im Strafraum der Gäste. Eine Attacke von Seeger gegen Starkl blieb ungeahndet.

In der 27. Minute reagierte Gäste-Trainer Canadi auf die Vorstellung seiner Mannschaft. Er nahm den unauffälligen Riverola vom Feld und wechselte Roth ein. Ein Wechsel der den Gäste weiter half sich defensiv zu festigen. Denn bereits nach dem stürmischen Beginn agierte die Offensive von Rapid Wien zusehends unauffälliger. Die letzte Möglichkeiten der ersten Halbzeit fanden Sonnleitner (34.) und Alar (39.) vor. Pausenstand trotz klarer Überlegenheit der Gastgeber (Anm.: SCR Altach blieb in der ersten Halbzeit ohne Torschuss) somit 0:0.

Joker Prosenik erlöst Rapid Wien in der Nachspielzeit
In der Pause dürften in der Kabine der Gäste klare Worte gefallen sein. SCR Altach kam Minuten vor Rapid Wien auf dem Feld. Am Spielgeschehen hat sich daran jedoch nichts geändert. Die Hütteldorfer hatten das Spiel klar unter Kontrolle. Es fehlte jedoch weiter der „letzte Pass“ in die gefährliche Zone. SCR Altach agierte weiter zögerlich bis passiv und kam offensiv nicht zur Geltung. Erstes Ausrufezeichen im zweiten Durchgang war ein Freistoß von Schobesberger in Minute 54. Die nächste Möglichkeit gehörte erneut Rapid Wien. Schaub steckt den Ball durch zu Schwab. Der steht alleine vor Lukse und scheitert mit seinen Schuss am Schlussmann der Gäste (61.).

Den nächsten Aufreger gab es in der 69. Minute. Bei einen Laufduell zwischen Zech und Schobesberger geht der Offensivspieler von Rapid Wien zu Boden. Schiedsrichter Harkam entscheidet auf Elfmeter. Alar vergibt – in seinen 100. Pflichtspiel für die Hütteldorfer – den verhängten Penalty. In dieser Szene hatten die Gäste ein doppeltes Glück. Kapitän Netzer lief zu früh in den Strafraum. Eigentlich hätte der Elfmeter wiederholt werden müssen.

In den folgenden Minuten wirkte Rapid Wien vom vergebenen Elfmeter beeindruckt. In der 76. Minute stand wieder Gäste-Torhüter Lukse bei einen Schuss von Schwab im Mittelpunkt. Der Ex-Rapidler konnte sich auch in dieser Szene wieder auszeichnen.

In der Schlussphase wurde das Spiel turbulent. Zunächst hatte SCR Altach mit der einzigen nennenswerten Offensivaktion die Chance auf die Entscheidung. Netzer verzog einen Schuss nur knapp (88.). Die Nachspielzeit von vier Minuten sollte es in sich haben. Zunächst vergibt Innenverteidiger M. Hofmann per Kopf den Matchball für Rapid in der 91. Minute. 180 Sekunden später unterbindet Zech den vermeintlich letzten Angriff von Rapid Wien mit einen taktischen Foul. Dafür wird der Gäste-Spieler mit der Gelb/Roten Karte des Feldes verwiesen. Aus dieser Situation entwickelt sich ein Eckball für Rapid Wien. Zunächst kann SCR Altach den Ball klären ehe Schobesberger an den Ball kommt. Der bringt den Ball zur Mitte. Der eingewechselte Prosenik hechtet in den Flankenball und trifft per Kopf zum 1:0-Siegestreffer (94.).

Es war die letzte Aktion des Spiels – Schiedsrichter Harkam pfiff das Spiel nicht mehr an.

Rapid Wien feiert am Ende einen verdienten, jedoch aufgrund des späten Treffers glücklichen, 1:0-Erfolgs über SCR Altach. Für die Hütteldorfer ein wichtiger Erfolg im Kampf um ein Ticket für die Champions League-Qualifikation.

Rapid Wien vs. SCR Altach 1:0 (0:0)
Ernst Happel Stadion, 8.700 Zuschauer, SR Harkam

Tor: Prosenik (94.)

Gelb-Rote Karte: Zech (94./SCR Altach)

Rapid Wien: Novota – Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Stangl – Grahovac, Schwab – Starkl (60./F. Kainz), Schaub (76./Prosenik), Schobesberger – Alar (80./S. Hofmann)
SCR Altach: Lukse – Lienhart, Zwischenbrugger, Zech, Schreiner – Salomon, Riverola (27./Roth), Netzer, Ngwat-Mahop – Aigner (58./Bodul), Seeger (85./Kovacec)

04.03.2015