Rugby: Herren 15s Staatsmeisterschaft: Hat der Außenseiter eine Chance?

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Das Finale der Herren 15s Staatsmeisterschaft 2016 im Rugby rückt unaufhaltsam näher, am Samstag (18.00, Sportclub-Platz) ist es so weit! Die beiden qualifizierten Teams RU Donau Wien & Vienna Celtic RFC spielen sich Meistermedaillen und -pokal aus.

Von der Rollenverteilung her bedarf es keiner Diskussion, die Donau-Piraten sind haushoher Favorit, haben im Frühjahr jedes Spiel der ARC Premiership mit mindestens 35 (!) Punkten Vorsprung gewonnen. Celtic umgekehrt kam gut in die Gänge, verlor aber sukzessive an Form und muss jetzt sogar um die Play-Off-Teilnahme in der Alpine Rugby Competition im Herbst bangen.

Hat der Außenseiter überhaupt eine Chance? Nimmt man die Ergebnisse der Liga als Maßstab – eher nicht. Wer den Vergleich aber bei Großereignissen und Endspielen ansetzt – ja, diese Sensationen sind tatsächlich zwar selten, aber über der Wahrnehmungsschwelle. So hat gerade vor ein paar Wochen in Deutschland der TV Pforzheim die Dominanz des Heidelberger RK beendet. Vor diesem Finale wurde nur über die Höhe des Heidelberg-Siegs diskutiert. Jedem Rugbyfan ist noch gut die Weltsensation von Japan mit ihrem Last-Minute-Sieg über die Springboks bei der letzten WM in Erinnerung. 4 Jahre zuvor hat Tonga die Franzosen (letztlich Vize-WM) geschlagen, die nur via Defensivpunkt im letzten Abdruck überhaupt die Gruppenphase überstanden. Es braucht nicht einmal eines Blicks über die Grenzen, Finalspiele haben bei uns selbst eine besondere Geschichte, Stade zwang Donau dreimal in die Verlängerung (2010, 2013 & 2015). Jedes mal gewann zwar dennoch Donau, 2010 musste aber sogar ein Penalty-Shootout her, um einen Meister zu küren.

Donau ist 22-facher Meister in Folge und hat sich diese Dominanz hart erarbeitet. Dennoch wissen die Prater-Ruggers, dass auch das heurige Finale kein Selbstläufer ist, wie Sportdirektor Stiig Gabriel bestätigt: „Die Weisheit, dass ein Finale eigene Gesetze hat, trifft zu. In diesen 80, oder auch mehr, Minuten kann viel passieren. Mit der Einstellung bereits gewonnen zu haben in die Partie zu gehen, kann fatal enden. Celtic wird alles aufwenden, um diese Chance zum Staatsmeistertitel zu nutzen.“

Bei Celtic gibt man sich bescheiden. Teammanager Friedrich Barwinek: „Wir freuen uns natürlich, im Finale zu sein. Es ist immer was Besonderes auf so einer Bühne spielen zu können und wir hoffen, dass wir den Zuschauern ein spannendes und unterhaltsames Match bieten können.“

Mehrfach ist die Frage aufgetaucht, warum mit Vienna Celtic der aktuell nur Tabellen-5. der ARC Premiership im Finale spielt. Das Staatsmeisterschafts-Finale ist laut gültigem Reglement ein Spiel der beiden besten nach der Vorrunde in der Liga platzierten österreichischen Teams. Heuer kam es in der Alpine Rugby Competition allerdings zu einer großen Umstellung – die Liga wechselte von einem Herbst-Frühjahres-Rhythmus (wie im Fußball) auf einen Jahres-Rhythmus (wie im österr. American Football). Somit ergab sich die Situation, dass die Saison 2015/16 bereits Ende November abgeschlossen worden ist – RU Donau Wien und Vienna Celtic RFC sind die bestplatzierten österreichischen Teams dieser Saison und tragen somit entsprechend dem Reglement das Staatsmeisterschafts-Finale 2016 aus. Aber auch im alten Saison-Rhythmus hätte sich bei Aufrechnung von Herbst und Frühjahr die gleiche Final-Paarung ergeben – Celtic hat sich mit einer starken HerbstSaison den Platz im Finale also redlich erarbeitet. Am Samstag wird sich zeigen, ob die Kelten an diese Leistungen anschließen und den nächsten Titel der RU Donau gefährden können!

Medieninfo: Österreichischer Rugby Verband

09.06.2016