Vienna Capitals. HCB Südtirol

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In der Erste Bank Eishockey Liga stand im Semifinale das 1. Spiel in der Serie Vienna Capitals vs. HCB Südtirol auf dem Programm. Dank eines bärenstarken Schlussdrittels feien die Wiener einen 4:2-Sieg und gehen in der Serie in Führung.

Ein Tor im ersten Drittel
Das Spiel begann wie erwartet sehr intensiv geführt. Die Vienna Capitals hatten die besseren Spielanteile während der HCB Südtirol zunächst das Hauptaugenmerk auf eine konzentrierte, kompakte Defensivarbeit legte. Die ersten offensiven Ausrufezeichen fanden Vause (4.), Pollastrone (6.) bzw. Reid (4.) vor. In der siebten Minute gingen die Gäste schlussendlich in Führung. Einen Schuss von Yogan kann Caps-Goalie Lamoureux nicht festhalten. Frank arbeitet geschickt vor dem Tor und so kann Yogan seinen eigenen Abpraller zum 0:1 versenken.

Die Vienna Capitals reagierten keinesfalls geschockt auf den Gegentreffer und fanden zunächst eine Drei-Fachchance von Tessier, Pollastrone und McKiernan (10.) vor. Wenige Sekunden später vergab Rotter den möglichen Ausgleichstreffer (10.). Augenblicke später Rückschlag für die Gäste. Torjäger Reid blieb nach einem Zweikampf an der Bande angeschlagen liegen. Er konnte das Spiel nicht mehr fortsetzen.

Im folgenden ersten Überzahlspiel hatten die Gäste die nächste Chance des Spiels. Bei einem Schuss von Egger konnte Lamoureux die Scheibe nur kurz abwehren. Vallerrand konnte den Abpraller nicht im Tor unterbringen (15.). Die letzte Chance des ersten Abschnitts fanden wieder die Vienna Capitals vor. Ein Schuss von Rotter verpasste das Tor knapp. Zwischenstand nach 20 Minuten somit 0:1.

Zwei Tore im Mitteldrittel
Zu Beginn des Mittelabschnitts fanden die Gastgeber die erste Überzahlsituation vor. Holzapfel und Ferland (21. bzw. 22) hatten zwei ausgezeichnete Ausgleichschancen auf dem Schläger. Mit Glück und Geschick hielten die Gäste ihren Kasten sauber. In der 23. Minute hatten die Gäste die dicke Chance auf das 0:2. Nach einem schrecklichen Fehlpass stand plötzlich Frank völlig alleine vor Lamoureux. Der Stürmer setzte die Scheibe jedoch neben das Tor.

In der Folge schwächten sich die Gäste durch zwei vermeidbare Strafzeiten. Die doppelte personelle Überzahl nutzten die Vienna Capitals zum verdienten Ausgleichstreffer. Tessier wollte die Scheibe eigentlich quer vor das Tor bringen. Glenn konnte seinen Schläger nicht mehr zurückziehen und fälschte den Puck zum 1:1 ab. Wenige Sekunden später hatten die Gäste erneut Glück. Ein Hammer von Bowman klatsche von der Stange zurück ins Spielfeld (26.).

Der dritte Treffer des Spiels war in der Folge den Gästen vorbehalten. In Überzahl stellte Insam nach herrlichem Querpass von Root auf 1:2 (33.). In der Folge schwächten sich nun die Vienna Capitals mit zwei vermeidbaren Strafzeiten selbst. Vallerrand (36., 37.) fand zunächst ausgezeichnete Einschussmöglichkeiten vor. Ein weiterer Verlusttreffer blieb den Vienna Capitals jedoch erspart. Nödl fand in der 37. Minute sogar die dicke Ausgleichschance vor. Die letzte Möglichkeit des zweiten Abschnitts war wieder den Gästen vorbehalten. In Überzahl verzog Yogan einen Schuss nur knapp.

Vienna Capitals entscheiden Spiel im Schlussabschnitt
Mit frischen Offensivelan gingen die Vienna Capitals zu beginn des dritten Drittels zu Werke. Zunächst scheiterte Pollastrone knapp am 2:2-Ausgleichstreffer. Rund eine Minute später sollte er gelingen. Tessier legt die Scheibe mustergültig für Vause auf. Der steht alleine vor dem Tor der Gäste, behält die Nerven und versenkt die Scheibe zum zweiten Mal im Gehäuse der Südtiroler.

In der Folge entwickelte sich ein höchst interessantes Spiel. Die qualitativ hochstehenden Offensivmöglichkeiten wurden jedoch rarer. Von Minute zu Minute begann die Herangehensweise der Teams defensiver zu werden. Die Verteidigungsreihen sowie beide Goalies waren stets in der Lage das Geschehen zu kontrollieren. Ein Umstand der sich in der 50. Minute ändern sollte. Holzapfel legt die Scheibe für Pollastrone auf der wuchtig zum 3:2-Führungstreffer einnetzte. In der 55. Minute bauten die Vienna Capitals den Vorsprung weiter aus. In Überzahl erzielte Tessier mit einem wuchtigen Schuss ins Kreuzeck das 4:2 – Die endgültige Entscheidung im Spiel.

139 Sekunden vor dem Ende nahm Gäste-Trainer Tom Pokel seine Auszeit. Knapp zwei Minuten vor dem Ende beorderte der Head Coach seinen Goalie Melichercik auf die Ersatzbank für einen sechsten Feldspieler. Das Risiko sollte sich am Ende nicht auszahlen.

Es blieb am verdienten 4:2-Heimsieg der Vienna Capitals gegen den HCB Südtirol. Nach langsamem Start kamen die Wiener immer besser auf Touren und setzen sich am Ende auch in dieser Höhe leistungsgerecht durch. Der HCB Südtirol konnte zwar 40 Minuten leistungstechnisch durchaus überzeugen. Neben der Niederlage schmerzt die Südtiroler der Verlust von Topstürmer Reid mit einer noch nicht bekannten Knieverletzung.

Vienna Capitals vs. HCB Südtirol 4:2 (0:1, 1:1, 3:0)
Albert-Schultz-Halle, 4.900 Zuschauer, SR Nikolic/Smetana

Tore: Tessier (25./PP 2, 55./PP), Vause (42.), Pollastrone (50.) bzw. Yogan (7.), Insam (33./PP)

Strafminuten: 10 bzw. 10

15.03.2017