Anna Gasser krönt ihre überragende Saison mit WM-Gold im Big Air

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Anna Gasser hat ihre überragende Saison mit dem Gewinn ihrer ersten WM-Goldmedaille gekrönt! Die 25-jährige Kärntnerin verwandelte am Freitagabend den Big-Air-Bewerb bei den Titelkämpfen in der Sierra Nevada zu einer grandiosen „Flugshow“, mit der sie in neue Dimensionen in der Snowboard-Freestyle-Szene vorstieß. Obwohl Gasser nach den ersten beiden Sprüngen – einem „Cab Double Cork 900“ und einem „Backside 720“ – in Führung gelegen war, packte sie im dritten und letzten Durchgang mit einem „Backside Double Cork 1080“ einen Sprung aus, den zuvor noch keine Frau in einem Wettkampf gestanden hatte. Für die perfekte Ausführung erhielt die Österreicherin das Maximum von 100 Punkten!

Mit dem Gesamtscore von 189,50 Zählern verwies Gasser die Finnin Enni Rukajärvi (165,25) und die Norwegerin Silje Norendal (162,75) auf die Plätze zwei und drei. „Ich habe an diesen Trick schon so lange gedacht, und dass er mir beim letzten Contest der Saison aufgegangen ist und noch dazu mit einer Bestnote belohnt worden ist, ist noch etwas schwer zu realisieren. Ich bin superhappy, dass es so perfekt geklappt hat. Der WM-Titel ist die Krönung für die harte Arbeit, die ich in diesen Sprung investiert habe“, freute sich Gasser.

Mit WM-Gold im Big Air, dem kompletten X-Games-Medaillensatz, dem Slopestyle-Triumph bei den US Open in Vail, dem Gewinn des Freestyle-Gesamtweltcups und der kleinen Big-Air-Kristallkugel hat die Millstätterin der Saison der Snowboard-Freestyle-Ladies ihren Stempel aufgedrückt. „Es war unglaublich, was in dieser Saison alles passiert ist. Trotzdem gilt es, im Hinblick auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr hart weiterzuarbeiten, denn die Konkurrenz schläft nicht“, ergänzte Gasser.

Bei den Herren konnte Clemens Schattschneider im Finale einen „Backside Triple Cork 1440“ bei zwei Versuchen nicht sauber landen. So wurde es für den Niederösterreicher am Ende Platz zehn. Der Sieg ging an Staale Sandbech (NOR) vor Chris Corning (USA) und Marcus Kleveland (NOR).

Das ÖSV-Team sorgte in der Sierra Nevada mit viermal Gold (Andreas Prommegger/PSL und PGS, Daniela Ulbing/PSL, Anna Gasser/BA) und zweimal Silber (Benjamin Karl/PSL und PGS) dafür, dass die Titelkämpfe in Spanien als die bisher erfolgreichsten in die heimische Snowboard-Geschichte eingehen. Die bisherige Bestmarke datierte aus dem Jahr 2009, als die rot-weiß-roten Boarder bei der WM in Gangwon (KOR) dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze erobert hatten.

„Wir haben uns in dieser Saison im Weltcup stark präsentiert und freuen uns sehr darüber, dass wir auch bei der WM an diese Erfolge anknüpfen konnten. Andreas Prommegger hat in den Parallel-Rennen mit seinen zwei Goldmedaillen jetzt auch bei einem Großereignis den verdienten Lohn für seine harte Arbeit geerntet. Benjamin Karl hat seine imposante Serie fortgesetzt und seit 2009 bei jedem Großevent zumindest eine Medaille gewonnen. Daniela Ulbing hat mit erst 19 Jahren ihren ersten WM-Titel geholt und damit gezeigt, welch großes Potenzial in ihr steckt. Und Anna Gasser hat im letzten Snowboard-Bewerb dieser Weltmeisterschaft noch ein Glanzlicht gesetzt. Einziger Wermutstropfen war die knapp verpasste Bronzemedaille im Teambewerb der Snowboardcrosser, die aber fahrerisch und vom Einsatz her ebenfalls überzeugt haben. Das Ziel, drei bis fünf Medaillen zu gewinnen, haben wir mit sechsmal Edelmetall übertroffen. Medaillen in allen drei Sparten (Parallel, Freestyle, Snowboardcross, Anm.) zu holen, ist sich leider nicht ganz ausgegangen“, lautete die WM-Bilanz von Christian Galler, dem sportlichen Leiter für Snowboard im ÖSV.

Presseinfo Snowboard und Skicross/Österreichischer Skiverband

18.03.2017