Talk & Tore - Die Tipico Fußballdebatte, Stefan Maierhofer, Markus Katzer, SV Mattersburg, SK Rapid Wien

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Zu Gast bei „Talk & Tore – Die Tipico Fußballdebatte“ waren am Sonntag Mattersburg-Spieler Stefan Maierhofer, Vienna-Spieler Markus Katzer , Kurier-Journalist Alexander Huber und Journalist Peter Linden. Hier einige Aussagen des von Gerfried Pröll moderierten Live-Talks.

Stefan Maierhofer:
über das bisher erfolgreiche Frühjahr der Mattersburger: „Mit dem Trainerwechsel hat sich in Mattersburg einiges geändert. Gerald Baumgartner arbeitet sehr akribisch, geht sehr ins Detail. Wir als Mannschaft ziehen gut mit. Wir hatten in den letzten Wochen keine zwei Tage am Stück frei. Wir haben uns auch jetzt den Respekt erarbeitet, dass dann der Gegner zu Hause mit sechs gelernten Verteidigern auftritt. Weil sie wissen, dass Mattersburg einfach Qualitäten hat.“

nimmt den Jochbeinbruch nicht so tragisch: „Ich hätte am nächsten Tag um sieben Uhr in der Früh operiert werden sollen. Dadurch, dass es keine lebensbedrohliche Situation war, bin ich erst um elf Uhr operiert worden. Als ich munter wurde am Nachmittag, ist es mir gut gegangen. Ich war nicht angeschwollen, habe eigentlich noch gut ausgeschaut. Der Arzt hat mir dann noch gesagt, dass die Schwellung noch aufgehen wird. Ich bin froh, dass sie mich nicht im Gesicht aufgeschnitten haben, sondern alles durch das Kiefer gemacht haben. Wenn du andere Menschen im AKH siehst, die ganz andere Schicksale haben, dann vergisst man das wieder, dass man eine Operation gehabt hat und eine Platte im Gesicht hat. Man ist dann wieder demütig.“

über sein Verhältnis zu den Rapid-Fans: „Ich finde es einfach schade, auch weil ich mit Markus Katzer gemeinsam so schöne Momente gehabt habe. Ja, ich habe RedBull-Vergangenheit, aber ich habe nach England oder meiner Zeit in Duisburg nie ein Angebot von Rapid gehabt. Ich habe das Angebot aus Salzburg bekommen und das muss man als Sportler und Mensch akzeptieren. Dort konnte ich um den Titel mitspielen, den wir auch in einer super Art und Weise geholt haben. Nach einem Jahr ist dort für mich auch das Licht ausgegangen.“

über das legendäre 7:0 mit Rapid in Salzburg: „Ich habe erst letzte Woche eine Statistik von den zehn tollsten Spielen gelesen, nachdem das 6:1 von Barcelona gegen Paris St. Germain war. Da war auch das 7:1 von Deutschland gegen Brasilien dabei, zum Beispiel. Und eben auch das 7:0 von uns in Salzburg. Es ist toll, dass man da selber dabei war.“

Markus Katzer:
denkt über keinen möglichen Abstieg von Rapid nach: „Ich sehe es ähnlich wie Hans Krankl, für mich ist es undenkbar, dass Rapid absteigen könnte. Aktuell glaube ich nicht daran, auch wenn es rechnerisch möglich ist. Ich glaube, dass die Mannschaft gut genug ist. Natürlich geht es um andere Tugenden. Dem müssen sich die Spieler bewusst werden, damit man sich den Klubs entgegenstellen kann, denen das schon bewusst ist.“

über viele herausgespielte Chancen im Rapid-Spiel: „Man redet und spricht von guten Möglichkeiten. Ich denke, dass man in dem Spiel gegen Mattersburg wenige gute Möglichkeiten kreiert hat. Je mehr man kreiert um so höher ist die Chance, ein Tor zu machen.“

hofft für den First Vienna Football Club: „Der Klub ist sehr sympathisch, die Fanunterstützung ist enorm, ein eigenes Flair. Es wäre unglaublich schade, wenn es den Verein gar nicht mehr gäbe. Aber davon gehe ich nicht aus. Es gibt ein Insolvenzverfahren und dadurch muss der Verein in die Wiener Liga absteigen, aber dafür bleibt der Verein bestehen.“

über seine persönliche Zukunft: „Ich fühle mich körperlich wohl und spiele jetzt einmal die Saison mit der Vienna fertig. Dann entscheide ich im Sommer, ob ich weiter Fußball spiele.“

Alexander Huber:
über das Szenario mit Rapid als Abstiegskandidat: „Ich denke, es ist absolut möglich, dass Rapid da noch reinrutscht. Nach der Länderspielpause warten die Spiele in St. Pölten und in Ried. Beide sind wesentlich besser als im Herbst. In der derzeitigen Verfassung ist Rapid durchaus ein Kandidat um da noch reinzurutschen.“

über Fehleinschätzungen der Rapid-Verantwortlichen: „Im Frühjahr gab es das Heimspiel gegen Salzburg, das als letzte Chance ausgerufen wurde, um den Titel vielleicht doch noch mitzuspielen. Unglücklich ist es 1:1 ausgegangen. Dann hat es ein Gespräch gegeben mit Zoran Barisic, der gesagt hat, ich höre immer wir sind auf Augenhöhe mit Salzburg. Aber wenn ich die elf Spieler mit meinen elf vergleiche, dann muss man ganz ehrlich sagen, dass es keinen einzigen gibt, wo ich mir hundertprozentig sicher bin, dass wir den besseren haben. Das hat ihm aber im Klub keiner mehr geglaubt. Es gab die Meinung, die zwei Jahre im Happel-Stadion haben wir überwunden, jetzt kommt das neue Stadion, wir gehen einkaufen, es passt alles. Jetzt rufen wir den Titel als logische Folge aus. Das war für mich eine kapitale Fehleinschätzung.“

über die kommenden Wochen der Wahrheit in Hütteldorf: „Mittlerweile ist die Lage so ernst, dass man nicht mehr sagen kann, jetzt fahren wir nach St. Pölten und schauen uns das einmal an und beim zweiten Mal gewinnen wir dann. Eigentlich muss es nach der Länderspielpause in St. Pölten zwei Siege geben. Das ist meiner Meinung nach die letzte Chance in dieser Saison, dass es zu einer Wende kommen kann, dass es doch noch halbwegs versöhnlich zu Ende geht.“

Peter Linden:
über Fehler bei Rapid, die lange vor Damir Canadi entstanden sind: „Mit diesem Kader muss man Zweiter in der Liga werden. Was da passiert, ist mir ein Rätsel. Seit dieses Stadion fertig war, ist dort alles falsch gelaufen was nur falsch laufen kann. Alle Entscheidungen seit Juni, wo Platz zwei nicht mehr genug war, wo man den Trainer zwei Tage vor Beginn eliminiert hat. Auch die zweite Trainerablöse ist für mich eine überstürzte Aktion gewesen. Damir Canadi hat Dinge übernommen, für die er nichts kann.“

über den Umgang mit der Kise: „Rapid kann nicht Krise. Bei Rapid ist, weil es einen Monat nicht gut gelaufen ist, die Panik ausgebrochen. Die Panik ist auch schon vor der Saison ausgebrochen, warum weiß ich bis heute nicht. Der Trainerwechsel war alternativlos. Es hat mir noch keiner erklären können, warum das alternativlos war.“

schätzt die aktuelle Stimmung ein: „Ich glaube, die ganze Stimmung um die Mannschaft herum ist nicht gut. Ich habe das Gefühl, den Spielern macht es keinen Spaß mehr. Alle sind nervös. Die Hektitk ist von der ersten Minute im Spiel drinnen.“

Medieninfo: Sky Sport Austria

20.03.2017