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Helmut de Raaf, Direktor der Red Bull Eishockeyakademie, fasst die Saison des Salzburger Nachwuchssektors zusammen.

Das Red Bulls Hockey Rookies Cup-Team hat beim international top-besetzten U17-Turnier in Prag alle sechs Spiele gewonnen und sich damit zum Turniersieger gekürt. Die Mannschaft mit den Trainern Teemu Levijoki und Andrei Lavrov gewann in der Vorrunde zunächst gegen die Eisbären Berlin (5:0), Riga (3:0), Trinec 6:2) und die ZSC Lions (4:2), setzte sich dann am Sonntag im Halbfinale gegen die Jungadler Mannheim mit 2:0 und im anschließenden Finale noch einmal gegen Riga mit 4:0 durch.

Ganz abgeschlossen ist die Saison 2016/17 damit zwar noch nicht, in Nischni Nowgorod und beim World Tournament in Zell am See sind die Juniors der Red Bulls noch einmal auf internationaler Ebene gefordert, bevor auch diese Burschen in eine Pause gehen. Für Helmut de Raaf, Director of Development Academy, dennoch ein guter Zeitpunkt, die letzte und zugleich seine erste Saison als sportlicher Leiter der Red Bull Eishockey Akademie Revue passieren zu lassen, spiegelt der hoch einzuschätzende Turniersieg in Prag doch einmal mehr die Arbeit in der ‚Nachwuchsschmiede‘ der Red Bulls eindrucksvoll wider.

„Ich bin hier in der Akademie mit dem Ziel angetreten, einen langfristigen, auf drei bis fünf Jahre angelegten Plan zu erstellen, möglichst viele Talente für den Profibereich in Salzburg und München auszubilden. Eine der größten Umstellungen war die Ausrichtung auf mehr österreichische und deutsche Spieler, mittlerweile bestehen die Nachwuchsteams zu 90% aus österreichischen und deutschen Spielern. Dieser Umbruch, der auch den schulischen Aspekt miteinbezieht, ist schneller vollzogen worden als angenommen und so sind wir jetzt schon viel weiter, als ich gedacht habe“, sagt Helmut de Raaf rückblickend.

Konkret heißt das: Überlegener Meistertitel in der U14-Bundesliga mit ausschließlich heimischen Spielern, Sieger im Grunddurchgang der U16-Bundesliga (als Akademieteam keine Playoff-Teilnahme möglich) mit 25 Siegen in 27 Spielen, in der U18 EBJL sind die Red Bulls im Viertelfinale ausgeschieden mit einer Mannschaft, die im Durchschnitt unter 16 Jahre alt war, der U18 Red Bulls Hockey Rookies Cup wurde gewonnen, knappes Aus im Halbfinale der U20 EBYSL und aus der AHL-Mannschaft, den Red Bull Hockey Juniors, haben Spieler insgesamt 112 Einsätze in den Bundesligamannschaften des EHC Red Bull München (31) bzw. des EC Red Bull Salzburg (81) bekommen.

Wenn man nur auf die gewonnenen Titel schaut, könnte man auch zu einem anderen Eindruck kommen. Das Beispiel der Mannschaft in der U18 EBJL zeigt aber, in welche Richtung die Ausbildung geht. Zwar sind die Jungs im Viertelfinale ausgeschieden, aber, so Helmut de Raaf: „haben wir dort de facto mit einer U16-Mannschaft gespielt. Wir hätten leicht ältere Spieler aus der Rookies Cup-Mannschaft zur Verstärkung holen können, wollten aber die Mannschaft nicht verändern, es sollten auch die im Playoff spielen, die vorher die ganze Saison dort gespielt haben. Deshalb waren wir über die gesamte Saison gesehen mit der Leistung dieses Teams zufrieden, nur so lernen sie, auch unter Druck zu spielen. Es macht wenig Sinn, in entscheidenden Phasen Ergebniskosmetik zu betreiben, damit würden wir den Spielern etwas nehmen in der Entwicklung.“

Die Verjüngung der Teams wird so fortgesetzt. „Unser Ziel ist es, 18-Jährige in den Profibereich zu bringen. Man sieht international, dass das funktioniert. Für uns heißt das, jünger werden und noch besser ausbilden.“ Aber es gilt auch, aus der letzten Saison zu lernen. Das Farmteam hat bei der Premiere in der Sky AHL das Playoff knapp verpasst, was u.a. zu der Erkenntnis geführt hat, dass der Mannschaft die nötigen Trainingseinheiten fehlten. „Durch die Spieltage Mittwoch und Samstag fehlen uns für die Ausbildung die Trainingszeiten. Jetzt versuchen wir, die Mittwochspiele auf Freitag oder Sonntag zu verlegen. Es macht den Jungs nichts aus, zweimal hintereinander zu spielen, aber wir gewinnen deutlich an Trainingszeit. Nur mit spielen wir man nicht besser.“

Der Fokus in der Ausbildung soll zudem noch mehr auf Topspieler gerichtet werden: „Wir schaffen im Moment eine gute Breite. Z.B. im Rookies Cup, in der gesamten Saison haben die Burschen bei den Tschechen nur fünf Spiele verloren und haben ein extrem hohes Niveau. Dort wollen wir noch gezielter in die Spitze gehen und die zwei, drei Toptalente finden, die da noch herausstechen und gute Chancen haben, später in Salzburg oder München in der Bundesliga zu spielen.“

Erfreulich ist auch die Konstanz beim Trainerstab, sämtliche Trainer der Akademie werden auch in der nächsten Saison wieder bei den Red Bulls hinter der Bande stehen. „Für mich lebt Entwicklung auch von Kontinuität“, erklärt Helmut de Raaf: „Kontinuität auf den Trainerpositionen hilft auch der ganzen Organisation, weil man besser vorbereitet ist und die Spieler besser kennt. Ziel ist es daher auch, dass die Trainer ihre Spieler länger begleiten.“

Sehr positiv war auch das Feedback der beiden Cheftrainer in Salzburg und München, Greg Poss bzw. Don Jackson, zu den AHL-Spielern mit Bundesliga-Einsätzen: „Die Spieler kommen mit viel Selbstvertrauen und sind bereit, sofort zu spielen. Das hatten sie anfangs nicht erwartet, waren eher auf ‚ängstliche‘ Spieler eingestellt, die auf die Unterstützung der Arrivierteren hoffen. Aber die Jungs sind gewohnt zu spielen, weil sie auch in der AHL ihren Mann stehen und Verantwortung übernehmen.“ Damit neben Spielern wie z.B. Daniel Jakubitzka oder Lukas Kainz in der kommenden Saison die nächsten drei oder vier ihren Fuß in die Tür zur Bundesligakabine setzen …

Medieninfo EC Red Bull Salzburg

10.04.2017