Neuer Porsche 911 RSR startet mit Podium in erste WM-Saison der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC

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Beim Sechsstundenrennen in Silverstone ist der neue Porsche 911 RSR mit einer Podiumsplatzierung in seine erste Saison in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC gestartet. Richard Lietz (Österreich) und Frédéric Makowiecki (Frankreich) belegten am Ostersonntag vor mehr als 50.000 Zuschauern im 911 RSR mit der Startnummer 91 den dritten Platz in der Klasse GTE-Pro. Diese Kategorie ist mit vier Automobilherstellern am stärksten besetzt und bot gleich zum Saisonauftakt 171 Runden lang Spannung und Dramatik. Der komplett neu entwickelte 510 PS starke Rennwagen aus Weissach wird vom Porsche GT Team in dieser Saison sowohl in der WEC als auch in der IMSA SportsCar Championship in den USA und Kanada eingesetzt.

Auf dem Silverstone Circuit waren 27 Autos am Start des Auftaktrennens der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC. Der Himmel über der Traditionsrennstrecke in den britischen Midlands war bewölkt, es wehte ein kalter Wind, und vor allem in der zweiten Rennhälfte fiel immer wieder leichter Regen. Die motorsportbegeisterten britischen Fans auf den Tribünen ließen sich davon allerdings ebenso wenig beeindrucken wie die Piloten, die selbst auf teilweise nasser Strecke nicht auf Regenreifen wechselten, sondern sich mit profillosen Slicks spannende Positionskämpfe und spektakuäre Überholmanöver lieferten. Das Porsche GT Team hatte im Qualifying voll auf die Rennvorbereitung gesetzt und Reifen gespart. In dieser Saison dürfen pro Rennwochenende nur noch vier statt bisher sechs Reifensätze verwendet werden.

Diese Strategie zahlte sich aus. Im 911 RSR mit der Startnummer 91 machte Frédéric Makowiecki gleich in der ersten Runde drei Positionen gut, nach neun Runden war er bereits Dritter. In seinem Windschatten fuhr auch sein Werksfahrerkollege Michael Christensen (Nummer 92) konstant schnell in Richtung Spitzengruppe. Nach nicht einmal einer halben Stunde war der Franzose Zweiter, der Däne Dritter. In seinem Vorwärtsdrang ließ sich Frédéric Makowiecki auch von den ersten Regentropfen nicht aufhalten. Nach 26 Runden übernahm er erstmals die Führung, die im weiteren Rennverlauf immer wieder wechselte. Nach zwei Stunden übergab er den 911 RSR an seinen Teamkollegen Richard Lietz. In der Startnummer 92 setzte sich Kévin Estre ans Lenkrad und machte Jagd auf die Spitzengruppe. Doch nach etwas mehr als der Hälfte der Distanz musste er seinen 911 RSR wegen eines technischen Problems abstellen.

Frédéric Makowiecki war dagegen nicht zu bremsen. Als gut zwei Stunden vor dem Ziel wegen eines Unfalls das Safety Car auf die Strecke ging, löste er Richard Lietz ab und fuhr kurz darauf die bis dahin schnellste Rennrunde. Eine Stunde und zwölf Minuten vor dem Rennende ging er als Spitzenreiter an die Box. Auch als er kurz vor dem Ziel noch einmal zum schnellen Nachtanken musste, lag er wieder in Führung. Da die Konkurrenten ihre Stopps zu diesem Zeitpunkt schon hinter sich hatten, kam er nur als Vierter zurück auf die Strecke. Doch mit einem sehenswerten Schlussspurt sicherte er dem Porsche GT Team in den letzten Rennrunden noch den schon fast verloren geglaubten dritten Platz und damit den erhofft guten Saisonstart in der WEC.

Auch in der Klasse GTE-Am hatte Porsche allen Grund zum Feiern. Mit dem 911 RSR des Kundenteams Dempsey Proton Racing erkämpfte sich Porsche Young Professional Matteo Cairoli (Italien) zusammen mit Christian Ried (Schönebürg) und Marvin Dienst (Lampertheim) in einer dramatischen Schlussrunde den dritten Platz. Matteo Cairoli war auch einer der Piloten, die tags zuvor im 911 RSR von Proton Competition beim Auftaktrennen der European Le Mans Series ELMS in Silverstone als Zweite ins Ziel gekommen waren.

Der zweite Lauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC wird am 6. Mai in Spa-Francorchamps/Belgien ausgetragen.

Stimmen zum Rennen
Dr. Frank-Steffen Walliser, Porsche Motorsportchef:
„Das war ein tolles Rennen in der Klasse GTE-Pro, extrem eng und mit spektakulären Überholmanövern. Eine Werbung für unseren Sport. Die Zuschauer kamen wirklich voll auf ihre Kosten. Strategisch war es ein sehr schwieriges Rennen, das durch die Gelbphasen noch interessanter gemacht wurde. Schade, dass unsere Nummer 92 durch ein bisher unbekanntes technisches Problem ausgeschieden ist. Grundsätzlich ist die Pace aber da, das macht uns zuversichtlich für die nächsten Rennen. Bis zum Schluss spannend war es auch in der Klasse GTE-Am. In einer dramatischen letzten Runde hat sich unser Kundenteam Dempsey Proton Racing ebenfalls den dritten Platz gesicht. Damit wurde es für eine starke Mannschaftsleistung belohnt.“

Richard Lietz (911 RSR #91): „Das war ein sehr schwieriges Rennen. Vor allem mein Stint mit Slicks im Regen war nicht einfach. Mit dem Podium können wir sehr zufrieden sein. Das war für uns auf jeden Fall ein guter und vielversprechender Start in die WEC-Saison.“

Frédéric Makowiecki (911 RSR #91): „Wir haben dieses sehr harte Rennen mit einem verdienten Podium beendet. In manchen Situationen war das Glück auf unserer Seite, doch das gehört in einem so starken und ausgeglichenen Feld einfach dazu. Dieser dritte Platz ist mehr, als wir nach dem Qualifying erwarten konnten. Auf diese Leistung können wir für die nächsten Rennen aufbauen.“
Kévin Estre (911 RSR #92): „Wir waren mit unserem 911 RSR vom Start weg gut unterwegs. Unsere Strategie war, die Reifen für die letzten zwei Rennstunden zu schonen. Eigentlich lief alles nach Plan. Doch gegen Ende meines zweiten Stints hatte ich plötzlich keinen Vortrieb mehr, kurz darauf sah ich den Rauch und die Flammen. Schade, dass unser erstes WEC-Rennen mit dem neuen 911 RSR so zu Ende ging.“

Michael Christensen (911 RSR #92): „Das Rennen hat sehr gut für uns begonnen. Unsere Strategie, das Qualifying zur Rennvorbereitung zu nutzen und Reifen zu sparen, ist voll aufgegangen. Dadurch waren wir in der Lage, einige Konkurrenten zu überholen und dann auch mit der Spitze mitzuhalten. Zeitweise waren wir Dritter. Das war alles sehr positiv. Deshalb schauen wir jetzt nach vorne und freuen uns auf das nächste Rennen in Spa.“

Matteo Cairoli (911 RSR #77): „Was für ein Start in meine erste WEC-Saison. Dieses Rennen war eine großartige Erfahrung für mich. Ich bin total glücklich mit dem dritten Platz. In der letzten Runde hatten wir etwas Glück, doch dieses Podium haben wir uns alle verdient.“

Rennergebnis
Klasse GTE-Pro

1. Priaulx/Tincknell/Derani (GB/GB/BRA), Ford GT, 171 Runden
2. Calado/Pier Guidi (I/I), Ferrari 488 GTE, 171
3. Lietz/Makowiecki (A/F), Porsche 911 RSR, 171
4. Mücke/Pla/Johnson (D/F/USA), Ford GT, 171
5. Rigon/Bird (I/GB), Ferrari 488 GTE, 170
6. Thiim/Soerensen/Stanaway (DK/DK/NZ), Aston Martin, 170
7. Turner/Adam/Serra (GB/GB/BRA), Aston Martin, 168
8. Christensen/Estre (DK/F), Porsche 911 RSR, 102

Klasse GTE-Am
1. Mok/Sawa/Griffin (MYS/J/IRL), Ferrari 488 GTE, 166 Runden
2. Dalla Lana/Lamy/Lauda (CAN/P/A), Aston Martin, 166
3. Ried/Cairoli/Dienst (D/I/D), Porsche 911 RSR, 166
4. Wainwright/Barker/Foster (GB/GB/GB), Porsche 911 RSR, 143
Flohr/Castellacci/Molina (CZE/I/E), Ferrari 488 GTE, DNQ

Presseinfo Porsche Motorsport/red.

16.04.2017