KAC, Steve Walker

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Unmittelbar nach der öffentliche Bestätigung als neuer Head Coach des EC KAC stand Steve Walker dem Medientermin zu einem kurzen Interview zur Verfügung. Themen dabei waren die Beweggründe die zu seiner Entscheidung führten, die Einschätzung der Mannschaft und die Herausforderung der ersten Position als Head Coach.

Seit heute ist es offiziell, Sie übernehmen zur neuen Saison die Position als Head Coach des EC-KAC. Welche Motive lagen Ihrer Entscheidung zu diesem Schritt zugrunde?
Steve Walker: Es ist der Traum eines Trainers, für einen Klub zu arbeiten, der über eine so lange und vor allem auch erfolgreiche Tradition verfügt. Ich fühlte mich schon sehr geehrt, zum engeren Kreis der Kandidaten zu gehören. Als wir schließlich einen gemeinsamen Weg ausgelotet hatten, war es ein Leichtes, die Entscheidung zu treffen, nach Klagenfurt zu kommen. Diese Einschätzung hat sich auch bei meinem ersten Besuch in der Stadt bestätigt: Ich bin glücklich, zu einem Klub zu wechseln, der auf einer großen Geschichte und einer sehr professionellen Organisation gründet.

Vor wenigen Wochen verbrachten Sie bereits einige Tage in Kärnten, welche Eindrücke nahmen Sie mit zurück nach Kanada?
Steve Walker: Ich verpasste in Frankfurt meinen Anschlussflug, was meinen Aufenthalt letztlich um einen halben Tag verkürzte, sodass ich vornehmlich zwischen Hotel, Stadthalle und Restaurant pendelte. Am Ende ging sich aber doch noch ein kurzer Abstecher an den Wörthersee aus, der definitiv Lust auf mehr gemacht hat. Die Natur, das Panorama, ich freue mich darauf, all das an freien Tagen zu erkunden. Die Stadt an sich ist eher klein, was ich positiv finde: Kurze Wege, gesundes Umfeld und ein starker gesellschaftlicher Zusammenhalt. Der EC-KAC spielt hier eine zentrale Rolle und genießt sehr viel Aufmerksamkeit, der Klub ist stark in der Stadt verwurzelt und damit den Fans sehr nahe. Die Halle wird aktuell renoviert, man kann aber schon erahnen, wie laut und emotional es in diesem kompakten, engen Rink bei großen Spielen wird.

Wie schätzen Sie nach Ihrem ersten Besuch den Klub bzw. die Mannschaft insgesamt ein?
Steve Walker: Der EC-KAC verfügt über eine Vielzahl an einheimischen Spielern, die auch das Nationalteam Österreichs repräsentieren. Als Trainer ist es natürlich erfreulich, mit Personal dieser Qualität arbeiten zu können. Das gilt auch für die Importspieler wie Jamie Lundmark oder Richie Regehr, mit dem ich einst gemeinsam für die Eisbären Berlin gespielt habe. Insgesamt gibt es einen sehr starken und breiten Stamm, der das Fundament für eine positive Zukunft dieser Mannschaft bildet.

Sprechen wir über Ihre Spielphilosophie, Ihre Grundsätze. Wie sieht das Eishockey aus, das Coach Steve Walker sehen und spielen möchte?
Steve Walker: Wie einst als Spieler erachte ich auch jetzt als Trainer die Kommunikation am Eis als die wichtigste Komponente. Ich war ein Aktiver, der bei Übungen im Training ganz vorne in der Reihe stand, der hart gearbeitet hat, ich wollte mit täglicher guter Leistung sicherstellen, dass niemand meine Position einnehmen kann. Diese grundsätzliche Haltung vertrete ich – nun auf der anderen Seite stehend – auch als Coach: Wir werden eine kampfstarke Mannschaft mit hohem Arbeitspensum sein. Ich möchte, dass sich die Spieler in der Kabine und in der Halle wohl fühlen, dass sie morgens motiviert und leistungsbereit zum Team stoßen, um gemeinsam auf Erfolge hinzuarbeiten. Jeden Tag ein Stück besser zu sein als am Tag zuvor, sich immer weiterzuentwickeln, das ist die Zielsetzung.

Welche Spielanlage wird für den EC-KAC unter Ihnen als Trainer charakteristisch sein?
Steve Walker: In meinen Juniorenjahren war ich ein sehr offensiv eingestellter Spieler, als ich dann Profi wurde, hat mir einer meiner ersten Coaches die Augen dafür geöffnet, dass ich nur erfolgreich sein werde, wenn ich eine bessere Balance in meinem Spiel finde. Als Trainer setze ich auf eine stabile Defensive, aus der heraus sich im Angriffsspiel viel Kreativität in den entsprechenden Freiräumen entfalten kann. Ich weiß, dass mein Vorgänger, Mike Pellegrims, im Vorjahr sehr gute Arbeit gemacht hat, was Abwehrspiel und Arbeitseinstellung betrifft. Darauf möchte ich aufbauen und ergänzend auch die offensive Dimension unserer Spielanlage verfeinern und aufpolieren.

Sie treten beim EC-KAC Ihre erste Anstellung als Head Coach im Erwachseneneishockey an. Wie groß ist diese Herausforderung, wo lauern potenziell Gefahren?
Steve Walker: Am Ende des Tages wird die Leistung eines Trainers in der Regel an Ergebnissen gemessen, diese müssen stimmen. Ich durfte in den beiden vergangenen Jahren als Assistent von Greg Ireland und Sean Simpson in Mannheim sehr wertvolle Erfahrungen sammeln: Nicht nur in Bezug auf das Eishockeyspiel, sondern vor allem auch hinsichtlich Menschenführung und sozialer Dynamik. Ich empfinde, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um den nächsten Schritt zu machen und selbst ein Head Coach zu werden. In meiner letzten Saison als Spieler war ich Kapitän der Eisbären Berlin unter Don Jackson, der mir damals attestiert hat, dass ich viele Voraussetzungen für eine spätere Trainerlaufbahn mitbringe. Diese Einschätzung ehrt mich, sie trägt auch zu meinem Selbstvertrauen bei, nun zum Head Coach aufzusteigen. In Klagenfurt erhalte ich diese Chance und ich freue mich sehr darauf, sie wahrzunehmen.

Die Vorbereitung auf die Saison 2017/18 läuft bereits seit einigen Wochen, unter der Führung von Robert Mager von Allout Performance arbeiten die Spieler an den körperlichen Grundlagen für ein langes und herausforderndes Spieljahr. Im Juni übersiedeln dann auch Sie nach Klagenfurt – mit welchen Erwartungen gehen Sie diesen Schritt?
Steve Walker: Die erste Einschätzung, die ich aus meinem Freundeskreis den EC-KAC betreffend gehört habe, war jene, dass der Klub in Österreich in etwa den Stellenwert der Toronto Maple Leafs in meiner Heimat Kanada genießt. Die Rotjacken bewegen, sie haben Fans in allen Teilen des Landes, Medien berichten intensiv und umfangreich über den Verein. Meine ersten persönlichen Eindrücke gehen auch in diese Richtung: Es ist schön, sich einem Klub anzuschließen, der eine so lange Erfolgsgeschichte aufweisen kann, der auf nationaler Ebene über Dekaden hinweg eine führende Rolle eingenommen hat. Das wirklich Faszinierende ist aber, dass die Organisation in den letzten Jahren sehr weitreichend umgebaut wurde, mit der Zielsetzung, auf allen Ebenen professioneller zu werden und auf einem nachhaltigen Weg wieder jenen Status zu erlangen, den der ECKAC in der Vergangenheit hatte. Insofern kann ich es kaum erwarten, diesen Prozess mitzugestalten.

Medieninfo KAC/Red. Sportreport

24.05.2017