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Österreichs Handball Frauen- und Männer-Nationalteam kämpfen in den kommenden Tagen um die Teilnahme bei den nächsten Großveranstaltungen. Im WM-Playoff, 9. Juni Oradea (ROU), 13. Juni Stockerau, treffen Katrin Engel & Co. auf niemand geringeren als Rumänien, Bronze-Medaillengewinnerinnen bei der WM 2015. Mit zwei Siegen aus den abschließenden beiden Partien gegen Finnland, 14. Juni Vantaa (FIN) und Bosnien-Herzegowina, 17. Juni Albert-Schultz-Eishalle Wien, lösen die Herren das Ticket zur EURO 2018.

„Damen-Handball hat in Rumänien einen enorm hohen Stellenwert, wird auch von staatlicher Seite stark gefördert“, sagte Frauen-Teamchef Herbert Müller und Petra Blazek, die bei HCM Ramnicu Valcea in Rumänien spielt, ergänzte: „Frauen-Handball ist in Rumänien populärer als Männer-Handball.“

Mit Rumänien erwischte man das nominell schwerste Los im WM-Playoff, wie Müller bestätigte: „Sie haben individuell starke Spielerinnen und mit Cristina Neagu die aktuelle Welthandballerin in ihren Reihen, spielen immer um eine Medaille bei Großereignissen. Sie unterschätzen uns gnadenlos, das muss für uns die Chance als Underdog sein.“

Gegen FIN und BIH hat man es selbst in der Hand

Auch für das Männer-Nationalteam geht es in die heiße Phase der EM-Qualifikation. Am 14. Juni trifft man in Vantaa auf Finnland, wo es Revanche nehmen heißt für die Auftaktniederlage Anfang November 2016, am 17. Juni folgt dann der große Showdown gegen Bosnien-Herzegowina in der Albert-Schultz-Eishalle in Wien.

Patrekur Jóhannesson, Teamchef Männer Nationalteam: „Wir kennen unsere Gegner sehr gut, speziell gegen Finnland haben wir schon oft gespielt. Sie sind sehr stark über die erste, zweite, dritte Welle und sie haben keinen Druck. Das macht sie zusätzlich gefährlich, wie man in Wiener Neustadt gesehen hat.“

Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren hat man einige Ausfälle zu beklagen. So fehlen Herbert Müller im WM-Playoff gegen Rumänien mit Beate Scheffknecht (Fingerbruch), Romana Gerisch (Daumenbruch), Melanie Herrmann (gesundheitlich angeschlagen), Stefanie Kaiser und Fabienne Tomasini (beide aus beruflichen Gründen) gleich mehrere Leistungsträgerinnen. Zudem steht Kapitänin Katrin Engel aus beruflichen Gründen dem Team erst im Rückspiel am 13. Juni in Stockerau zur Verfügung.

Bei den Herren fallen Raul Santos, Ante Esegovic (beide Knie), Thomas Kandolf (Rücken) sowie voraussichtlich Alexander Hermann und Romas Kirveliavicius aus.

Patrekur Jóhannesson: „Durch die Ausfälle von Hermann und Kiwi (Anm.: Kirveliavicius) muss ich speziell im Innenblock neu planen. Wir wollen die EM-Quali, wie schon 2014, unbedingt schaffen. Ich nehme das alles positiv, freue mich schon riesig auf die Tage mit dem Team. Wir werden alles geben für unser Land.“

Auch Fabian Posch strich die Bedeutung der EURO 2018 nochmals hervor: „Die beiden Spiele sind eine riesige Herausforderung. Gegen Spanien haben wir uns leichter getan, da wir ohne Druck ins Spiel gegangen sind. Wir wissen wie unangenehm Finnland sein kann, sie spielen sehr untypisch. Jeder weiß, um wie viel es geht.“

Auch hinsichtlich der Heim-EM 2020 hat die EURO 2018 in Kroatien hohe Bedeutung, wie der scheidende ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner unterstreicht: „Die Setzliste für die EURO 2020 wird bei der EM 2018 geschrieben, daher ist eine Teilnahme von unschätzbarem Wert um in einen guten Lostopf zu kommen.“

Legendenspiel als Anheizer

Bevor es am 17. Juni zum großen Showdown gegen Bosnien-Herzegowina in der Albert-Schultz-Eishalle kommt, treten auch Österreichs Legenden noch einmal aufs Parkett. Mit dabei auch der Rekordinternationale Patrick Fölser, der einen kleinen Ausblick auf das Spiel gibt: „Von jenen 15 Spielern mit den meisten Länderspielen haben 14 zugesagt. Es wird mit Sicherheit ein Spektakel, ist aber einzig der Rahmen für das EM-Qualispiel gegen Bosnien.“

Szilagyi erhält Ehrenzeichen der Republik / Schlinger wird offiziell verabschiedet

Auch einige Ehrungen finden im Rahmen des Spiels statt. Roland Schlinger, der „Bomber der Nation“, wird offiziell verabschiedet, nachdem er bereits im März 2015 seinen Rücktritt aus dem Nationalteam bekanntgab und heuer mit Saisonende seine Karriere beim ALPLA HC Hard endgültig beendete.

Viktor Szilagyi bekommt zudem von Sportminister Hans Peter Doskozil das „Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich“ verliehen.

Frauen: WM-Playoff 2017

Rumänien vs. Österreich

09. Juni 2017, 19:00 Uhr live auf LAOLA1.tv, Oradea

Österreich vs. Rumänien

13.06.2017, 19:30 Uhr live auf ORF Sport+, Stockerau

Tickets für das Spiel sind über Ö-Ticket und Partner bereits erhältlich

Männer: Qualifikation zur EURO 2018

Finnland vs. Österreich

14. Juni 2017, Vantaa (FIN), 17:30 Uhr (18:30 Uhr Ortszeit) live auf ORF Sport+

Österreich vs. Bosnien-Herzegowina

17. Juni 2017, Albert-Schultz-Eishalle, Wien, 20:15 Uhr, live auf ORF Sport+

Medieninfo: ÖHB

06.06.2017