Maxime Martin gewinnt DTM Rennkrimi am Norisringng

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Der zweite Lauf der DTM am Rennwochenende auf dem Norisring war an Spannung nicht zu überbieten: Maxime Martin holte im BMW M4 DTM seinen ersten Saisonsieg vor Lucas Auer im Mercedes-AMG C 63 DTM. Die Entscheidung um Platz drei fiel erst auf den letzten Metern: Edoardo Mortara (Mercedes-AMG) setzte sich in einem dramatischen Fotofinish mit einem Vorsprung von nur zwei Tausendstelsekunden gegen Mattias Ekström (Audi) durch. Dieser rettete seinerseits hauchdünne 25 Tausendstel vor Lokalmatador Marco Wittmann (BMW) ins Ziel.

Das Sonntagsrennen der DTM musste nach einem schweren Unfall in Runde 33 mit der Roten Flagge unterbrochen werden. Nach einer Berührung mit Jamie Green (Audi) schlug Gary Paffett (Mercedes-AMG) in der Anfahrt zur ersten Kurve in die Streckenbegrenzung ein, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit Mike Rockenfeller (Audi). Paffett und Rockenfeller wurden vorsorglich im Klinikum Süd in Nürnberg untersucht. Während der Brite mit Prellungen davonkam, hat sich Rockenfeller am linken Fuß eine kleine Fraktur des fünften Mittelfußknochens zugezogen. Nach der rund halbstündigen Unterbrechung wurde das Rennen mit einer Restzeit von 25 Minuten fortgesetzt.

„Nach zwei Ausfällen jetzt drei Mal in Folge auf dem Podium zu stehen ist fantastisch“, sagte Maxime Martin nach dem Rennen. „Ich konnte das Potenzial des Autos voll ausschöpfen und so endlich meinen ersten Sieg in diesem Jahr holen.“ In der Schlussphase lieferte sich der Belgier einen spannenden Zweikampf mit dem Österreicher Auer um den Sieg. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass Lucas nach dem Restart an mir vorbeigehen würde“, sagte er. „Zum Glück konnte ich die Situation schnell wieder zu meinen Gunsten klären.“

Auer war mit Platz zwei sehr zufrieden, vor allem weil er in den drei Rennen zuvor punktelos geblieben war. „Ich habe gleich zu Beginn einige Positionen gutmachen können“, so der Österreicher. „In der Schlussphase hatte ich mit Krämpfen im linken Fuß zu kämpfen, mit dem ich normalerweise bremse – und das gerade auf dem Norisring, wo das Bremsen so wichtig ist. Ich habe dann mit dem rechten Fuß gebremst, was zu kleineren Fehlern geführt hat. Unter diesen Vorzeichen bin ich froh, dass ich Platz zwei ins Ziel retten konnte.“

Über seinen ersten Podestrang in Diensten von Mercedes-AMG freute sich Edoardo Mortara. „An die letzten Meter dieses Rennens werde ich mich noch lange erinnern“, ist sich der 30-Jährige sicher „Es war einfach ein Wahnsinnsgefühl, zu dritt nebeneinander auf die Ziellinie zuzufahren. Dass ich am Ende die Nase vorne hatte – umso besser. Gar nicht so schlecht, angesichts Startplatz 16.“

Die Fahrerwertung der DTM spitzt sich nach dem achten Lauf zu. Fahrer aller Hersteller sind auf den ersten drei Plätzen vertreten. Der erfahrene Audi-Mann Ekström führt das Tableau mit 89 Punkten knapp vor Mercedes-Youngster Auer an, der 87 Punkte hat. Rennsieger Martin holte auf dem Norisring im BMW insgesamt 46 Zähler und schob sich so auf Platz drei nach vorne. Mit Jamie Green (75), der im Sonntagsrennen Achter wurde, und René Rast (72) folgen zwei weitere Audi-Piloten auf den Ränegn vier und fünf.

Die Rennen neun und zehn der DTM-Saison 2017 finden in drei Wochen, vom 21. bis 23. Juli, auf dem Moscow Raceway statt.

Audi-Pilot Ekström verteidigt DTM-Führung
Nach einem dritten Platz am Samstag und einem vierten Platz am Sonntag verlässt Audi-Pilot Mattias Ekström vom Audi Sport Team Abt Sportsline den Norisring als Führender der DTM-Gesamtwertung.

Das hochdramatische Sonntagsrennen auf dem einzigen Stadtkurs der DTM wurde von einem schweren Unfall überschattet, in den Audi-Pilot Mike Rockenfeller unverschuldet verwickelt wurde.Rockenfellers Audi RS 5 DTM wurde am Ende der Start-Ziel-Geraden vom außer Kontrolle geratenen Mercedes-Benz des Briten Gary Paffett getroffen. Bei der heftigen Kollision zog sich Rockenfeller am linken Fuß eine Fraktur des fünften Mittelfußknochens zu.

„Wir sind froh, dass Mike (Rockenfeller) und auch Gary (Paffett) bei diesem wirklich schlimm aussehenden Unfall nichts Ernsteres passiert ist“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Es beweist einmal mehr, wie hoch der Sicherheitsstandard in der DTM ist. Generell war es heute für uns ein schwieriges Rennen mit einem enttäuschenden Ausgang – vor allem, wenn ich mir die letzte Kurve anschaue. Marco Wittmann war heute etwas übermotiviert, denn er hat Mattias (Ekström) bereits am Anfang neben der Strecke überholt und ist ihm dabei auch schon ins Auto gefahren.“

Nach einer hektischen Anfangsphase mit zahlreichen Kollisionen wurde das Rennen in Runde 33 nach dem Unfall von Gary Paffett und Mike Rockenfeller mit der Roten Flagge unterbrochen. Nach dem Restart behauptete Mattias Ekström zunächst den vierten Platz, ehe der Schwede in der vorletzten Runde den BMW von Marco Witmann überholte und sich Rand drei schnappte. Den verdienten Platz auf dem Podium verlor Ekström jedoch wieder, als ihm Wittmann in der letzten Kurve aufs Heck fuhr und Mercedes-Benz-Pilot Edoardo Mortara im spektakulären Fotofinish der lachende Dritte war.

„Mein Rennen war sehr unterhaltsam“, sagte Ekström, der in der Gesamtwertung zwei Punkte vor Lucas Auer (Mercedes-Benz) und elf Punkte vor Sonntagssieger Maxime Martin (BMW) liegt. „Mein Start war nicht so toll, der Stint bis zur Roten Flagge sehr wild. Nach dem Restart fuhr ich die ganze Zeit auf Platz vier. Dann habe ich vom Kampf vor mir profitiert. Leider bin ich nach dem Schubser von Marco Wittmann in der letzten Kurve wieder auf Platz vier gelandet. Es war trotzdem ein schönes Wochenende mit vielen Punkten und der Meisterschaftsführung.“

Neben Mattias Ekström holte am Sonntag nur Jamie Green vom Audi Sport Team Rosberg Punkte für Audi. Der Brite startete nach einem schwierigen Qualifying von Position 14, wechselte nach nur einer Runde die Reifen und kam mit dieser Strategie auf Platz acht nach vorn. Sein Teamkollege René Rast schied nach einer Kollision mit Robert Wickens (Mercedes-Benz) vorzeitig aus.

Vorjahressieger Nico Müller musste sich nach einem starken Qualifying und einem Punkt für Startplatz drei im Rennen mit Rang 13 begnügen. Loïc Duval vom Audi Sport Team Phoenix hatte als einziger Fahrer seinen Boxenstopp noch nicht absolviert, als das Rennen unterbrochen wurde. Duval sammelte so seine ersten Führungskilometer in der DTM, fiel nach dem Reifenwechsel aber auf Platz 15 zurück.

„Heute waren wir etwas unglücklich“, so das Fazit von Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Aber so ist das im Motorsport manchmal. Wir führen weiter alle drei Wertungen an und werden alles daransetzen, in Moskau in drei Wochen wieder zurückzuschlagen.“

Ergebnis 2. Rennen:
1. Maxime Martin (BMW) 66 Rd. in 1:29.22,150 Std.
2. Lucas Auer (Mercedes-Benz) + 2,903 Sek.
3. Edoardo Mortara (Mercedes-Benz) + 4,460 Sek.
4. Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Abt Sportsline) + 4,462 Sek.
5. Marco Wittmann (BMW) + 4,487 Sek.
6. Paul Di Resta (Mercedes-Benz) + 5,708 Sek.

8. Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Rosberg) + 12,064 Sek.
13. Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Abt Sportsline) + 17,560 Sek.
15. Loïc Duval (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Phoenix) – 1 Rd.

Nicht gewertet:
René Rast (AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Rosberg), 33 Rd.
Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM/Audi Sport Team Phoenix), 32 Rd.

Presseinfo DTM/Audi Motorsport/red.

02.07.2017