Achensee fest in Kärntner Hand in der Österreichische Segel Bundesliga

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Auch an Tag 2 der Achensee-Premiere der Österreichischen Segel-Bundesliga fanden die 17 teilnehmenden Clubs perfekte Bedingungen vor. Ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich dabei der gestrige Tagessieger UYC Wörthersee und der UYC Mondsee, die beide je zwei Wettfahrtsiege und einen zweiten Platz auf ihr Konto verbuchen konnten. Am Ende ließen sich die Kärntner aber nicht von der Tabellenspitze verdrängen und sichern sich mit zwei Punkten Vorsprung die Topposition für den morgigen Finaltag. Ganz nach Wunsch lief es heute für den Gastgeber SCTWV Achensee, der sich damit im Zwischenklassement auf Platz 3 einreiht, mit nur vier Punkten Abstand zum Führenden. Einen kleinen Rückschlag mussten der Gesamttabellenerste, der Burgenländische Yachtclub, hinnehmen, der heute mit den Plätzen 1, 3 und 4 ordentlich Punkte sammelte. Morgen, Sonntag, stehen die finalen Wettfahrten dieses Tourstopps der Österreichischen Segel-Bundesliag am Achensee am Programm.

Taktische Finesse und Fingerspitzengefühl
„Gut Ding braucht Weile“ – dieser Spruch bewahrheitete sich heute am Tiroler Achensee, wo die Österreichische Segel – Bundesliga seit gestern ihre Zelte aufgeschlagen hat. Herrschte bis 15 Uhr quasi Flaute, kam dann mit einiger Verspätung der von den Lokalmatadoren vorhergesagte Nordwind und sorgte für ansprechende Wettfahrtbedingungen. Der extrem böige Wind mit durchschnittlich 12 bis 15 Knoten und Spitzen bis zu 20 Knoten forderte die Teams in Sachen Taktik und Fingerspitzengefühl. Zahlreiche Wettfahrten wurden erst auf den letzten Metern entschieden und mehr als nur einmal gab es ein regelrechtes Fotofinish der Führungsgruppe.

Erneut zeigte das Team vom UYC Wörthersee, dass ihm die Tiroler Höhenluft und Bedingungen am Alpensee liegen. Steuermann Martin Dittrich und seine Crew knüpften nahtlos an ihren gestrigen Erfolgslauf an und untermauerte mit zwei ersten Plätzen und einem zweiten Platz seinen Führungsanspruch.

Julian Kircher, UYC Wörthersee:
„Besser als heute geht es fast nicht mehr. Die Bedingungen waren extrem schwierig und fordernd, vor allem aus taktischer Sicht. Wir haben uns aber sehr gut zu Recht gefunden und Oliver Kobale hat als unser Taktiker an Bord die Winddreher fast fehlerfrei angesagt.“

Den Kärntnern dicht auf den Fersen ist seit heute der UYC Mondsee. Gestern noch auf Platz 5 im Zwischenklassement, fühlten sich die Oberösterreicher heute bei dem extrem böigen Wind mit durchschnittlich 12 bis 15 Knoten sichtlich wohl, wie Steuermann Christoph Skolaut zu Protokoll gibt:

„Es war ein fast perfekter Tag mit zwei ganz wichtigen Siegen, da wir gegen unsere direkten Konkurrenten gesegelt sind. Dabei wird die Konkurrenz immer stärker, das macht es hier und über die gesamte Saison über immer spannender.“

Zahlreiche Plätze gutmachen konnten heute auch die Lokalmatadore vom SCTWV Achensee. Gestern noch Platz 7, kämpfte man sich heute mit zwei zweiten Plätzen und einem Wettfahrtssieg nach vor. Mit Platz 3 im Zwischenklassement vor dem morgigen Finaltag zeigt man sich jedenfalls zufrieden.

Stefan Warminger, SCTWV Achensee:
„Den erhofften Heimvorteil gibt es angesichts der Windbedingungen nicht, dazu ist das Feld brutal dicht beisammen. Wir sind nach dem heutigen Tag wieder voll dabei und lassen nicht locker. Chapeau an die Kärntner, die zwei unglaubliche Tage abgeliefert haben.“

Die erste Startmöglichkeit für den morgigen Finaltag ist für 10 Uhr angesetzt.bAn Land können die Regatten von den Fans und den Teams live oder im Replay über das Internet verfolgt werden.

3. Regatta Maurach/ Achensee, 04.-07.Juli 2017
Zwischenstand Tag 2

Platz Club Clubname F1 F2 F3 F4 F5 F6 Gesamt
1  YCB Union Yacht Club Wörthersee 2 1 1 1 2 1 8
2  YCWö Union Yachtlcub Mondsee 2 2 2 1 1 2 10
3  UYCT SCTWV Achensee 3 1 3 2 1 2 12
4  BYC Burgenländischer Yacht Club 1 2 2 1 3 4 13
5  UYCWg Yacht Club Bregenz 1 1 3 3 2 3 13
6  UYCMo Union Yacht Club Wolfgangsee 2 2 2 2 4 1 13
7 SCTWV Union Yacht Club Traunsee 1 4 1 5 1 3 15
8  YCBb Yachtclub Breitenbrunn 3 4 4 4 3 2 20
9  SCM Segelclub Mattsee 4 3 1 3 5 5 21
10 UYCNs Yacht Club Hard 5 5 3 2 5 1 21
11 KYCK Nautic Club Austria 4 4 4 3 4 3 22
12  YCH Union Yacht Club Neusiedlersee 3 3 6 6 4 5 27
13  YCV Yacht Club Velden OCS 3 5 6 3 5 30
14  NCA Bregenzer Segel Club OCS 6 5 5 2 6 30
15  UYCAs Union-Yacht-Club Attersee 4 OCS 5 4 5 4 30
16  UYCMa Kärntner Yacht Club Klagenfurt 5 OCS 4 4 6 4 30
17  BSC Union Yachtclub Mattsee 5 6 6 5 6 6 34
18 SCK Segelclub Kammersee DNC DNC DNC DNC DNC DNC 35

Alle Termine der Österreichischen Segel-Bundesliga 2017 im Überblick:
1. Regatta, 09.-11. Juni 2017, Yacht Club Velden, Velden am Wörthersee
2. Regatta, 07.-09. Juli 2017, Yacht Club Breitenbrunn, Breitenbrunn am Neusiedlersee
3. Regatta, 04.-06. August 2017, SCTWV Achensee, Maurach am Achensee
4. Regatta, 08.-10. September 2017, Union Yacht Club Wolfgangsee, St. Gilgen am Wolfgangsee

Qualifikationsregatta, 15. – 17. September 2017, Union Yacht Club Mondsee

Full Foiling Nacra17/49er/49erFX Europeans 2017 – Tag 6
„Leider nein“ hieß es heute am Finaltag der 49er Europameisterschaft in Kiel für die österreichischen Medaillenanwärter Benjamin Bildstein und David Hussl. Auf Grund von Starkwind konnten die Medal Races der 49er Klasse heut nicht mehr ausgesegelt werden. Bildstein/ Hussl beenden damit die EM auf dem 5. Platz. Das gleiche Schicksal ereilte auch die Bronze- und Silberfleet der 49erFX, wo die finalen Wettfahrten mit dem OeSV-Damenduo Tanja Frank/ Lorena Abicht nicht zur Austragung kamen.

Mehr Glück hatten Thomas Zajac und Barbara Matz. In der einzigen Wettfahrt des Tages konnten die beiden mit ihrem Foiling Nacra 17 mit einem zweiten Platz ein starkes Zeichen zum Abschluss setzen, im Finalergebnis der Premiere der Foiling Nacra 17 – Klasse bedeutet dies Platz 12.

Des einen Freud, des anderen Leid
Der heutige Finaltag der 49er, 49er FX und Foiling Nacra 17 Europameisterschaften in Kiel war von Beginn an von Wind bis zu 30 Knoten dominiert. Den grenzwertigen Bedingungen fielen in der Folge zahlreiche Wettfahrten zum Opfer. Zeigten sich Tanja Frank und Lorena Abicht in der Silberfleet der 49er FX Klasse fast erleichtert, sich heute nicht einem Überlebenskampf am Wasser stellen zu müssen, war es für Bildstein/ Hussl ein harter Schlag. Das 49er-Duo hatte den gestrigen letzten Tag in der Goldfleet auf Platz 5 beendet und war mit lediglich 1 Punkt Abstand auf den Drittplatzierten einer Medaille zum Greifen nahe.

„Wir waren bereits am Wasser, natürlich vollmotiviert und bereit, alles zu geben, als die Absage kam. Ein wirklich schmerzhafter und enttäuschender Moment für uns. Wir haben jetzt das Gefühl, dass wir die Geschichte nicht abschließen können. Wir hatten von Beginn dieser Europameisterschaften an einen Schritt-für-Schritt-Plan, den wir konsequent durchgezogen haben – von der Qualifikation, über die Wettfahrten in der Goldfleet und jetzt eben die Medal Races. Es ist sehr schade, dass wir jetzt um diese Chance gebracht wurden“, so ein sichtlich unzufriedener Benjamin Bildstein.

Das 49er-Team beendet die Europameisterschaft 2017 damit auf dem 5. Rang
Im Gesamtresümee fällt das Urteil dennoch positiv aus: „Wir haben Kiel bewusst für unser Comeback ausgesucht, wissend, dass uns der extrem drehende und böige Wind hier liegt. Das hat sich in den letzten Tagen auch oftmals als unser Joker in den Wettfahrten erwiesen. Es war für uns eine gewaltige Regatta, wir haben seglerisch extrem viel dazu gelernt, vieles richtiggemacht und das Feedback von allen Seiten ist sehr positiv. In diesem Sinn ist es für uns eine gelungene Rückkehr ins Spiel.“

Das unterschreibt auch OeSV-Sportdirektor Georg Fundak: „Bildstein/ Hussl haben hier in Kiel gezeigt, was sie können. Sie haben nach dieser langen Pause sehr gut zurückgefunden und das ist sehr, sehr positiv. Es freut mich, dass wir mit dieser neuen Generation im Nationalteam bewiesen haben, dass die Erfolge vom letzten Jahr keine Zufälle waren. Die beiden sind mental und körperlich sehr stark und ich bin überzeugt, dass sie noch besser werden.“

Kritische Worte findet Fundak hingegen für das neue Medal Race Format, das bei der EM zum Einsatz kam: „Das neue Format, bei dem pro Klasse drei statt bis her einem Medal Race gesegelt werden, wurde gegen den Willen der Segler durchgesetzt. Bei den heutigen Windbedingungen war klar, dass nicht alle 9 Medal Races aller Klassen ausgetragen werden können. Es wurde den Teams die Chance auf tolle sportliche Wettfahrten genommen. Das schadet dem Sport. Das Ein-Medal-Race-Konzept ist deutlich sicherer.“

Auch für das OeSV – Damenduo hätte sich der Sportdirektor eine Austragung der heutigen Wettfahrten gewünscht: „Die Top-Teams der 49er FX Klasse haben heute gezeigt, dass es möglich ist, die Boote auch noch bei 30 Knoten zu segeln. Da wollen auch wir hin. Aber das kann man nicht in der Theorie lernen, sondern nur am Wasser in der Praxis.“

Gemeinsam mit den anderen OeSV-Teams, Tanja Frank/ Lorena Abicht und Thomas Zajac/ Barbara Matz geht es für Bildstein/ Hussl nun direkt ins dänische Aarhus, wo ab Dienstag, 8. August, das WM – Testevent am Programm steht.

„Kiel war erst der Anfang. Wir sind gerade erst zurück und haben jetzt noch einige wichtige Regatten vor uns. Nach Aarhus geht es für uns zur WM. Und wir freuen uns auf die Herausforderungen, die vor uns liegen“, richtet sich der Blick von Benjamin Bildstein bereits wieder in die Zukunft.

Versöhnlicher Abschluss
Mit einem Lächeln im Gesicht verabschieden sich Thomas Zajac und Barbara Matz aus Kiel. Mit einem zweiten Platz im der einzigen Wettfahrt in ihrem Feld sorgte das Foiling Nacra 17 Duo für eine kleine Überraschung zum Ende der Europameisterschaft.

„Heute hat der Speed gepasst, wir sind mit dem vielen Wind gut zu Recht gekommen. Das ist ein versöhnlicher Abschluss und gibt uns neue Energie für den bevorstehenden Testevent in Aarhus. Wir freuen uns drauf, das Boot noch besser kennenzulernen und uns weiterzuentwickeln. Das ist ein spannender Prozess,“ so das Resümee von Matz.

Ähnlich sieht es Georg Fundak: „Zajac/ Matz sind heut gut gesegelt und haben ihre Fehler ordentlich korrigiert. Natürlich haben wir noch einen weiten Weg vor uns, um alle Besonderheiten des Boots zu kennen und das Foilen auszubauen. Aber der Vorsprung jener Teams, die schon länger auf den neuen Booten trainiert, wird schrumpfen. Ich bin überzeugt davon, dass wir bis Anfang nächsten Jahres zum Weltcup in Miami ein großes Stück weiter sein werden. Die Einstellung von Thomas und Barbara ist vorbildhaft und sie arbeiten zielorientiert. Aarhus wird jetzt ein wichtiger Test, die WM im Anschluss wird noch keine aussagekräftigen Ergebnisse liefern, aber wir werden das Beste daraus machen.“

Ebenfalls in Kiel in der 49er FX Klasse am Start waren Angelika Kohlendorfer mit Ersatzvorschoterin Laura Schöfegger und das OeSV – Nachwuchsmannschaft Keanu Prettner und Niklas Haberl.

Endstand Foiling Nacra17, 49er & 49erFX Europeans 2017, Kiel, 4. August 2017
49er FX
1. Tina Lutz/ Susann Beucke (GER)- 50,5 Punkte
31. Tanja Frank/ Lorena Abicht (AUT) – 84 Punkte
(1,5/(21)/8/6,5/3,5/1,5/9/5/9/1/12/(22)/10/8/9)

50. Angelika Kohlendorfer/ Laura Schöfegger (AUT) – 96 Punkte
55. Keanu Prettner/ Niklas Haberl (AUT) – 109,5 Punkte

49er
1. Dylan Fletcher-Scott/ Stuart Bithell (GB) – 42,5 Punkte
5. Benjamin Bildstein/ David Hussl (AUT) – 53 Punkte
(0,5/0,5/2/2/1,5/4/4/2,5/(25)/5/(13)/9/5/8/9)

Foiling Nacra17
1. Ruggero Tita/ Caterina Banti (ITA) – 61 Punkte
12. Thomas Zajac/ Barbara Matz (AUT) – 134 Punkte
(9/11/6/13/(18)/16/11/14/11/16/15/10/2)

Presseinfo OeSV/red.

05.08.2017