KAC

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Im zweiten Testspiel der Saison musste sich der EC KAC am Samstagabend dem Lyon HC trotz zwischenzeitlicher Aufholjagd mit 3:4 geschlagen geben.

DIE AUSGANGSSITUATION:
Die Rotjacken eröffneten die Pre-Season am Freitagabend mit einem 5:3-Erfolg über den slowakischen Meister HC Banská Bystrica. Das Duell mit dem Lyon Hockey Club nur gut 24 Stunden später war somit das zweite von insgesamt drei Testspielen des EC-KAC im Rahmen der Vorbereitung auf die am 24. August mit dem Auswärtsspiel bei Gap startende Champions Hockey League.

Begegnungen mit französischen Klubs stehen beim Rekordmeister eher nicht an der Tagesordnung, zuletzt stand man einem Team aus der Ligue Magnus im Jahr 2009 gegenüber, als man in Bled, Slowenien, das Freundschaftsspiel gegen Briançon mit 4:5 im Shootout verlor. Für den Lyon Hockey Club war die Partie gegen den EC-KAC wie auch für die Rotjacken das zweite Testspiel der laufenden Saison: Am Donnerstag unterlagen die Löwen beim EC VSV in Villach mit 2:4.

DIE PERSONALIEN:
Der EC-KAC verzichtete im Vergleich zum Freitagsspiel gegen Banská Bystrica auf vier Stammkräfte: David Fischer, Patrick Harand, Thomas Koch und Jamie Lundmark machten im Lineup Platz für Michael Kernberger, Philipp Kreuzer, Florian Kurath und Kevin Schettina. Zwischen den Pfosten stand in dieser Begegnung erstmals im neuen Spieljahr David Madlener.

DER SPIELVERLAUF:
Im Gegensatz zum Freitag starteten die Rotjacken suboptimal in die Begegnung, schon in der ersten Spielminute fand Trevor Gerling die große Chance auf den Führungstreffer für Lyon vor, David Madlener konnte sich jedoch mit den Beinschonern auszeichnen. Wenig später war Klagenfurts Schlussmann dann aber zum ersten Mal geschlagen: Erneut war es Gerling, dessen Initialversuch der KAC-Goalie noch parierte. Allerdings sprang der Puck exakt zum US-Amerikaner zurück, der nach einer flinken Körpertäuschung locker einschieben konnte (2.). Danach kam der EC-KAC offensiv auf Touren: Jon Rheault wurde bei einem Solo noch entscheidend beim Abschluss gestört, sodass Torhüter Māris Jučers halten konnte (3.). Gleich im nächsten Angriff setzte der frei im Slot aufgetauchte Marco Richter eine Direktabnahme über den Kasten (4.). Da auch Manuel Ganahl (6.) und Michael Kernberger (7.) bei ihren Möglichkeiten ein Torerfolg verwehrt blieb, konnten die Franzosen ihren Vorsprung zwischenzeitlich verdoppeln: Jordan Sims schnitt durch die rot-weiße Hintermannschaft, am Ende konnte er die Scheibe unter Madlener hindurch ins Tor schieben (8.). Nun schaltete der EC-KAC allerdings einen Gang höher: Zunächst zog Rheault einen Schlenzer noch knapp über die Querlatte (11.), im ersten RotjackenPowerplay der Partie kamen die Klagenfurter aber erstmals auf die Anzeigetafel. Vom rechten Flügel aus spielte Marco Brucker im Zentrum Matthew Neal an, der leicht verzögerte und dann flach einschoss (13.). Insgesamt ließ die Mannschaft von Steve Walker im ersten Drittel aber zu viele Odd Man Rushes zu, so etwa in Minute 15, als David Madlener in letzter Sekunde gegen Marc-André Lévesque rettete. Unmittelbar nach dem schadlosen Überstehen der ersten Unterzahlsituation der Begegnung glich der EC-KAC schließlich aus: Manuel Ganahl ließ mit Tempo zwei Gegenspieler stehen und sendete den Puck aus halblinker Position hoch in die Maschen (19.).

Auch das zweite Penalty Killing der Partie früh im Mitteldrittel gestaltete Rot-Weiß erfolgreich – insbesondere, weil Steven Strong im Liegen vor einem einschussbereiten Angreifer der Franzosen blocken konnte (24.). Lyon wurde in der Folge gefährlicher: Gegen Fabien Kazarine (27./mit den Pads) und Norbert Abramov (28./mit der Schulter) blieb David Madlener noch Sieger, bei einer Torumrundung von Thomas Roussel sah er aber weniger glücklich aus, der Verteidiger bezwang den KAC-Goalie in der kurzen Ecke (29.). Und die Franzosen legten nach: Just als die Rotjacken wieder eine Strafzeit überstanden hatten, stocherte der am langen Pfosten lauernde Julien Correia einen Rebound über die Linie (32.). Die folgenden Minuten wurden dann nahezu zur Soloshow für den an diesem Abend sehr auffälligen Jon Rheault: Eine Deflection des US-Stürmers streifte den Außenpfosten (33.), ehe er nach einem Kapstad-Fernschuss nur knapp den Rebound verpasste (34.). Schließlich verpasste Rheault einen Querpass von Marco Richter nach starkem Antritt über den linken Flügel nur hauchdünn (37.). In der Schlussminute des zweiten Abschnitts konnten die Rotjacken ihren Rückstand halbieren, als auch das zweite Powerplay der Begegnung in einem Tor mündete: In zentraler Position verwertete Julian Talbot seinen eigenen Abpraller.

In der Anfangsphase des dritten Durchgangs vermochte es Lyons lettischer Schlussmann, Māris Jučers, sich und speziell seine Fanghand gekonnt in Szene zu setzen: Mit dem Catcher griff er sowohl bei einem Wristshot von Kevin Kapstad (43.) als auch bei Schlenzern von Thomas Hundertpfund und Julian Talbot – jeweils in Minute 45 und nach flink vorgetragenen Konterangriffen – zu. Knapp am Ausgleich vorbei schrammte in der

Folge auch die vierte KAC-Linie: Nach einem starken Offensivzonen-Shift wischte Kevin Schettina im Zentrum über ein Zuspiel Philipp Kreuzers von hinter dem Tor aus (46.). Noch näher kam einem Torerfolg dann Marco Brucker, dessen Rückhandschuss bei angezeigter Strafe lediglich gegen den Torpfosten klatschte (51.). Die Franzosen kamen in dieser Phase nur noch selten geordnet vor den Kasten der Rotjacken, die Klagenfurter drängten weiter auf ihren vierten Treffer. Steven Strong ließ nach einem sauberen BischofbergerQuerpass am langen Eck Goalgetter-Qualitäten vermissen (53.), bei einem energischen Vorstoß Kevin Kapstads über den rechten Flügel machte Lyons Goalie die Ecke sowohl beim Versuch des aufgerückten Verteidigers als auch bei jenem des nachstoßenden Thomas Hundertpfund dicht (55.). In den finalen 70 Sekunden der Partie jagte Rot-Weiß mit sechs Feldspielern den Ausgleich, gelingen wollte dieser jedoch nicht mehr. Ein abgefälschter Querpass Marco Richters verfing sich förmlich im Trikot des sich instinktiv und richtigerweise seitwärts bewegenden LHC-Torhüters, der seiner Mannschaft damit den knappen Erfolg sicherte. (HB)

DIE FAKTEN:
Freundschaftsspiel Lyon Hockey Club – EC-KAC 4:3 (2:2,2:1,0:0) Ledna Dvorana Maribor, 150 Zuschauer, Schiedsrichter Fajdiga (SLO), Kamšek (SLO)

Tore Lyon Hockey Club:
Trevor Gerling (01:39) Jordan Sims (08:50/Trevor Gerling) Thomas Roussel (28:55/Aubin Lamirault) Julien Correia (31:21/Fabien Kazarine, Marc-André Lévesque)

Tore EC-KAC:
Matthew Neal (12:04/Marco Brucker, Richie Regehr/PP1) Manuel Ganahl (18:48/Christoph Duller, Mitja Robar) Julian Talbot (39:24/Martin Schumnig, Stefan Geier/PP1)

Aufstellung EC-KAC: Madlener (Duba) // Kernberger-Schumnig, Strong-Regehr, Kapstad-Duller, Schnetzer-Robar // Richter-Hundertpfund-Rheault, Ganahl-Neal-Brucker, Geier S.Talbot-Bischofberger, Kurath-Schettina-Kreuzer

DER KOMMENTAR:
„Die intensive Trainingswoche hat sich heute bemerkbar gemacht, auch verzichteten wir auf einige Stammkräfte, sodass die Tiefe in unserem Lineup vielleicht nicht ganz so gegeben war wie sonst. Am Ende des Tages haben wir heute insgesamt zu viele der zahlreichen kleinen Zweikämpfe verloren. Positiv war sicherlich unsere deutliche Steigerung in den Special Teams, auch war diese Begegnung sehr aufschlussreich, wenn wir insbesondere auf jene Fehler blicken, die in Situationen und Phasen eines Spiels passieren, in denen wir mental oder körperlich müde sind. An der Korrektur dieser Fehler werden wir ab Montag arbeiten.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

DER AUSBLICK:
Nach acht intensiven Trainings- und Spieltagen wird die Kampfmannschaft des EC-KAC den Sonntag zur Regeneration nutzen, am Montag kehrt das Team dann wieder in die Vorbereitung auf die Champions Hockey League zurück. Bis zum Start in Europas wichtigstem Klubbewerb bestreiten die Rotjacken noch einen freundschaftlichen Vergleichskampf: Am kommenden Samstag (Spielbeginn: 19.30 Uhr) ist – erneut in Maribor – der norwegische Meister, die Stavanger Oilers, der Gegner.

Medieninfo KAC

12.08.2017