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Zu Gast bei „Talk & Tore“ waren am Sonntag Sturm-Trainer Franco Foda, Austria-Coach Thorsten Fink und Sky-Experte Oliver Lederer. Der Trainer der Grazer äußerte sich dabei auch zu Romano Schmid.

Franco Foda:

über den vierten Sieg im vierten Spiel: Wir waren von der ersten Sekunde dominant, hatten viel Ballbesitz, haben das Spiel gut vorbereitet. Von den wenigen Torchancen haben wir eine genutzt. Nach dem 2:0 hatten wir noch Riesensitzer, die wir ausgelassen haben. Das Problem ist momentan, dass wir es immer spannend machen. Wir haben den Gegner eigentlich zum Leben erweckt. Solange wir die Spiele gewinnen, ist es okay. Aber anscheinend haben die Spieler Spaß, den Trainer etwas zu quälen.

über die aktuelle Saison: Im letzen Herbst hatten wir einen guten Start, hatten aber in einigen Spielen etwas Glück gehabt. Wir hatten mehr Wert aufs Umschaltspiel gelegt. Das hatte die Gründe, dass wir auch die Spieler dazu hatten. In diesem Jahr haben wir die Mannschaft etwas neustrukturiert. Wir wollten aus dem Ballbesitz mehr zum Erfolg kommen. Das ist uns gelungen, sind jetzt viel ballsicherer. Wir bereiten das Spiel besser vor, können aber noch immer gut umschalten.

über die Aufgaben von Stefan Hierländer: Wir wollen in der Offensive variabel sein. Er hat im Spiel nach vorne alle Freiheiten. Er kann im Zentrum spielen, kann sich aber auch in den Zwischenräumen bewegen. Wenn er in den Strafraum geht, ist er auch sehr torgefährlich. Bei Ballverlust haben wir hinten immer eine gute Absicherung.

über den möglichen Abgang von Talent Romano Schmid: Es ist nicht nervig. Romano Schmid hat einen Vertrag bei Sturm Graz. Ich habe mit ihm in den letzen Wochen und Monaten sehr viel gesprochen und auch heute am morgen noch einmal. Er hat einen Vertrag und ich kenne die Inhalte nicht. Sollte er eine Ausstiegsklausel haben, dann sind uns die Hände gebunden, dann liegt die Entscheidung bei dem Spieler. Wenn man gestern den Kommentar von Christoph Freund gehört hat, dann hat Salzburg großes Interesse an ihm. Romano hat aussergewöhnliche Qualitäten, ist technisch versiert, spielt unglaubliche letzte Bälle. Er ist noch in der Entwicklung, wird aber seinen Weg machen. Er muss für sich entscheiden, was für ihn der beste Weg ist.

Thorsten Fink:

über den Auftakt der Austria in die junge Bundesligasaison: Unser Spiel gegen den LASK war nicht schlecht. Wir haben ein paar Torchancen zugelassen. Es ist klar, dass wir das abstellen müssen. Wir haben die letzten drei Spiele nicht verloren. Ich sehe darin nicht viel negatives. Warum die Austria schwerer in die Gänge kommt, weiß ich nicht. Alles kann ich nicht wissen. Am Anfang der Saison ist es eben schlechter gelaufen. Mich interessiert, was jetzt läuft oder am Donnerstag und nicht warum wir die ersten zwei Spiele verloren haben.

über vergleichende Statistiken (zw. Franco Foda und Thorsten Fink) und notwendige Veränderungen im Arbeitsalltag: Was sagt Ihnen die Statistik? Standards sind ein Teil des Fußballs. Jeder Trainer kann sich ein wenig verändern. Ich habe mich in den letzten zwei Jahren so viel verändert, das können Sie sich gar nicht vorstellen. In allen Bereichen, im taktischen Bereich, in der Videoanalyse. Es ändert sich so viel und da lernt man immer wieder etwas dazu. Mannschaften können häufiger ihr System umstellen. Das gab es früher nicht so, dass man einmal Viererkette gespielt hat und das nächste Mal mit Dreierkette. Man muss als Trainer gut aufpassen, dass man da mitkommt. Die Statistik sagt gar nichts, weil wir beide erfolgreich sind.

über den baldigen Kayode-Transfer: Es sieht so aus, dass er gehen wird. Wir sind froh, wenn alles erledigt ist, wenn eine Win-Win-Situation entstanden ist. Richtig ist, dass wir in den letzten beiden Jahren 50 Tore haben gehen lassen. Alexander Gorgon hat 20 Tore gemacht, Larry Kayode 19 Tore, Alex Grünwald ist verletzt, hat elf Tore geschossen, Venuto ist verletzt. Uns fehlt da im Spiel nach vorne etwas, das ist ganz klar. Wir haben zwei gute Stürmer und ich bin mir auch sicher, dass Prokop reinwachsen kann und Grünwald ersetzen kann, aber da muss man Geduld haben.

über das Saisonziel Meistertitel: Wir wollen oben mitspielen und ich habe am Anfang der Saison gesagt, dass wir Meister werden wollen. Aber dafür muss auch einiges passieren. Oben mitspielen können wir, da bin ich mir sicher. Es wird sehr schwer, aber ich kann nicht jedes Jahr sagen, dass wir Dritter oder Zweiter werden wollen. Richtig ist, dass alles für uns perfekt laufen muss, wenn wir das schaffen wollen. Und Salzburg muss auch schwächeln.

über Transfergerüchte rund um Petar Filipovic: Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, den wir sehr günstig aus Ried geholt haben. Wir möchten ihn unbedingt behalten. Wenn eine Ausstiegsklausel da ist, dann sind wir nur Passagier. Es ist nicht immer so einfach, wenn Spieler im Ausland viel mehr Geld verdienen können, die auch schon 27 oder 28 sind und nicht mehr 20 Jahre alt. Da kann er schon ans Geld denken, aber soll auch daran denken, dass er einen Verein und einen Trainer hat, die hinter ihm stehen. Wir werden alles tun, ihn zu halten.

über seine Vertragssituation: Ich spreche nicht über Vertragsinhalte. Ich fühle mich hier sehr wohl. Der Verein steht immer hinter mir, auch wenn es einmal schlechter läuft. Ich bin der längstdienende Trainer bei der Austria in den letzten Jahren. Ich beschäftige mich lieber mit dem nächsten Spiel. Von mir aus können wir auch gerne um fünf Jahre verlängern.

Sky-Experte Oliver Lederer:

über wiederkehrende Spielunterbrechungen durch Rapid-Fans: Es werden Grenzen überschritten. Die Stimmung im Stadion, Emotionen, das gehört alles dazu und das lieben wir alle. Wir sollten jetzt die Möglichkeit nutzen, dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben, alle gemeinsam. Sanktionen mit Geldstrafen haben in den letzten Jahren nicht gewirkt und vielleicht sollte man sich da etwas anderes überlegen.

über den Auftakt der Austria: Was die Austria im Vorjahr erreicht hat, wird nicht genügend wertgeschätzt. Das war überragend, Platz zwei mit einem doch dünnen Kader zu erreichen. Dadurch entsteht eine erwartungshaltung, die sie zu Beginn der Saison noch nicht ganz erfüllen haben können. Namhafte Spieler müssen erst wieder nachbesetzt werden. Es kann wieder dorthin führen, aber im Augenblick sind sie noch nicht dort.

über mögliche Transfers: Die Kayode-Geschichte ist unnötig gelaufen und bringt eine gewisse Unruhe mit sich. Bei Petar Filipovic bin ich mir nicht sicher, ob das nicht Spuren hinterlassen könnte.

Medieninfo: Sky

13.08.2017