KAC, CHL

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Nach einer famosen spielerischen und kämpferischen Vorstellung musste sich der EC KAC im Auswärtsspiel bei CHL-Titelverteidiger Frölunda knapp mit 1:2 geschlagen geben.

DIE AUSGANGSSITUATION: Sowohl der EC-KAC (6:3 bei Gap Rapaces) als auch die Frölunda Indians (5:4 n.V. gegen die ZSC Lions) starteten am Donnerstag erfolgreich in die Champions Hockey League und führten damit nach dem ersten Spieltag die Tabelle der Gruppe H an. Für die Rotjacken war der Sieg ihr erster überhaupt in der CHL (im insgesamt fünften Spiel in der Geschichte dieses Bewerbs), Frölunda siegte bereits zum 29. Mal (in 40 Partien seit 2014).

Vor eigenem Publikum konnten die Schweden in Spielen auf internationaler Ebene auf eine mehr als eindrucksvolle Bilanz verweisen: In 19 in Göteborg ausgetragenen Begegnungen wurde Frölunda in der Champions Hockey League nur ein einziges Mal besiegt: Im September 2016 im für das finale Ranking bereits bedeutungslosen Abschlussspiel der Vorrunde von den Grizzlys Wolfsburg aus Deutschland.

DIE PERSONALIEN: Der EC-KAC musste in Göteborg weiterhin ohne die verletzten Manuel Geier und Jamie Lundmark auskommen, vom Stürmerduo abgesehen standen alle Kaderspieler zur Verfügung. Das Lineup entsprach daher exakt jenem aus der CHL-Auftaktpartie in Gap, die einzige Änderung betraf die Torhüterposition, auf der diesmal Tomáš Duba zum Einsatz kam.

DER SPIELVERLAUF: Die Rotjacken kamen gut aus der Kabine und traten dem Favoriten aus Schweden von Beginn an ohne große Ehrfurcht entgegen: Ein abgefälschter Onetimer von Richie Regehr flog knapp über die Querlatte, für Patrick Harand war der Einschusswinkel nach einer Puckeroberung ein wenig zu spitz (jeweils 3.). In Minute fünf kam Frölunda zu seiner ersten großen Gelegenheit, Mats Rosseli Olsen scheiterte jedoch aus kurzer Distanz am prächtig aufgelegten Tomáš Duba (5.). Der KAC-Schlussman blieb wenig später auch bei einem Sololauf von Pathrik Westerholm Sieger (7.). Die Rotjacken spielten mit den Hausherren munter mit: Bei numerischer Überlegenheit flog ein von Julian Talbot abgefälschter Schuss nur um Zentimeter am Pfosten vorbei (8.), bei einem Odd Man Rush mit Matthew Neal bekam der einschussbereite Thomas Koch den Puck nicht ganz unter Kontrolle (14.). Nachdem sich Tomáš Duba mit der Fanghand bei einem Versuch von Supertalent Rasmus Dahlin auszeichnen konnte (15.), mussten innerhalb von nur sieben Sekunden gleich zwei KAC-Cracks in die Kühlbox. Die Möglichkeit der doppelten Überzahl ließ sich Frölunda nicht entgehen: Per aufgeknietem Onetimer aus dem Slot sorgte Joel Lundqvist, der Kapitän der schwedischen Weltmeistermannschaft von 2017, für die Frölunda-Führung. Dies war der Schlusspunkt in einem durchaus ausgeglichenen ersten Drittel (19:18 Schussversuche für den EC-KAC).

Im zweiten Abschnitt kam Göteborg zu einem frühen Überzahlspiel, nach einer Kombination, die nahezu einer Kopie des ersten Treffers entsprach, scheiterte Lundqvist nun jedoch an Duba (22.). Die Schweden blieben am Drücker: Zunächst verzog Topscorer Ryan Lasch aus halblinker Position, dann trafen die Hausherren aus einem Getümmel heraus, die Schiedsrichter verweigerten dem Schlittschuhtor jedoch die Anerkennung (jeweils 22.). Als Marco Richter nach zwei am Eis sehr ereignisreichen Minuten wieder von der Strafbank zurückkehrte, kam er direkt zu einer Solochance, bei der ihm unmittelbar vorm souveränen Goalie Johann Mattsson jedoch die Scheibe versprang (23.). Auch der frei im Slot stehende Jon Rheault scheiterte am schwedischen Schlussmann, nachdem ihm Thomas Hundertpfund den Puck mit einem Pass mit den Skates serviert hatte (24.). Frölunda erhöhte nun die Schlagzahl und kam fast im Minutentakt zu guten Gelegenheiten, spätestens beim famos agierenden Tomáš Duba war jedoch Endstation: Der Tscheche parierte gegen Filip Westerlund (25.) und den aufgerückten Jonathan Sigalet (31.), mit der Schulter wehrte er einen Schlenzer von Sebastian Stålberg ab (33.). Dazwischen hatte Joel Lundqvist eine satte Direktabnahme aus kurzer Distanz neben den Kasten gesetzt (30.). Die Rotjacken verteidigten sich wacker, knapp vor dem Ende des zweiten Durchgangs kam Stefan Geier sogar zu einem vielversprechenden Breakaway, das jedoch mittels krachendem Bodycheck eines herangeeilten Verteidigers der Gastgeber gestoppt wurde (39.).

Das dritte Drittel war nur zwölf Sekunden alt, da durften die rund 40 nach Schweden gereisten KAC-Anhänger jubeln: Nach einem Fehlpass im Spielaufbau Frölundas reagierte Matthew Neal am schnellsten, per Wristshot erzielte er sein bereits drittes Tor im zweiten CHL-Spiel. Der rot-weiße Treffer zeigte Wirkung, für einige Minuten agierte Göteborg in der Vorwärtsbewegung eher schaumgebremst. Als die Mannschaft von Roger Rönnberg wieder einen Gang höher schaltete, zeichnete sich einmal mehr Tomáš Duba aus: In der Grätsche parierte er sowohl gegen Ponthus Westerholm als auch gegen Sebastian Stålberg (jeweils 45.). In Minute 50 gelang den Schweden dann aber doch ihr zweiter Treffer, Pontus Widerström stocherte den Puck aus kurzer Distanz über die Linie und stellte somit auf 2:1 für den Favoriten. Die Rotjacken gaben aber keineswegs auf, sie jagten den Ausgleich: Matthew Neal schoss aus vielversprechender Position drüber (51.), ein Abschluss von Julian Talbot im Powerplay wurde geblockt (54.), Kevin Kapstad wischte im Slot über einen flatternden Querpass (57.). Mit seinen Pads hielt Tomáš Duba gegen Joel Lundqvist (57.) und seine Mannschaft damit weiter in der Partie, doch in der absoluten Schlussphase verpasste Johannes Bischofberger einen Rebound ebenso knapp (58.) wie eine Deflection von Thomas Koch an der Stange vorbeiflog (59.). Die Rotjacken verließen das Eis zwar mit 1:2 besiegt, jedoch nach toller Leistung auch mit erhobenem Haupt. (HB)

DIE FAKTEN: Champions Hockey League, Gruppe H Frölunda Indians– EC-KAC 2:1 (1:0,0:0,1:1) Frölundaborg, 3.039 Zuschauer, Schiedsrichter Heikkinen (FIN), Holm (SWE)

Tore Frölunda Indians: Joel Lundqvist (18:51/Ryan Lasch, Adam Almqvist/PP2) Pontus Widerström (49:46/Pathrik Westerholm, John Nyberg)

Tore EC-KAC: Matthew Neal (40:12/Thomas Koch)

Aufstellung EC-KAC: Duba (Madlener) // Robar-Duller, Schumnig-Regehr, Kapstad-Fischer, Strong // S.Geier-Hundertpfund-Bischofberger, Ganahl-Talbot-Neal, Richter-KochRheault, Harand-Schettina-Brucker, Kreuzer

DER KOMMENTAR: „Wenn man die Reisestrapazen der vergangenen Tage berücksichtigt, sind wir sehr gut in die Partie gestartet. Insgesamt haben wir eine starke Leistung abgeliefert, die uns für die Zukunft positiv stimmt. Ich denke, dass Frölunda durchaus überrascht von unserem Auftreten war und wir über die 60 Minuten betrachtet auch die Chance hatten, den einen oder anderen Punkt aus Göteborg mitzunehmen. Mit Niederlagen kann und darf man nie zufrieden sein, aber die heutige Vorstellung war absolut positiv.“ (Christoph Brandner, Assistant Coach EC-KAC)

DER AUSBLICK: Die Rotjacken ließen den fünften Tag ihrer CHL-Reise mit einem gemeinsamen Abendessen in Göteborgs Innenstadt ausklingen, morgen Früh erfolgt die Rückkehr nach Klagenfurt. Dort bereitet sich der EC-KAC dann auf das nächste Duell mit Frölunda vor: Der schwedische Topklub gastiert am kommenden Donnerstag (Spielbeginn: 19.30 Uhr) in der Stadthalle. Karten für dieses Spitzenspiel sind durchgehend im Online-Ticketshop des EC-KAC sowie von Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 12.00 Uhr im KAC-Store in der Stadthalle erhältlich.

Medieninfo EC KAC

27.08.2017