Vienna Capitals, JYP, Jyväskylä

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In der Champions Hockey League stand am Donnerstag das Duell Vienna Capitals vs. JYP Jyväskylä auf dem Programm. In einer rasanten Begegnung setzten sich in der Albert-Schultz-Halle am Ende die Gäste mit 1:3 durch.

Warum das finnische Team aus Jyväskylä als eine der besten Mannschaft in Europa gilt wurde den Vienna Capitals früh vor Augen geführt. Die Finnen übernahmen früh mit unheimlich druckvollen, schnellen Eishockey das Kommando. Die Vienna Capitals waren in den ersten Minuten des Spiels in die Defensive gedrängt und konnten dabei auf den Angriffswirbel reagieren. Logische Konsequenz aus dem klaren optischen Übergewicht war der frühe Führungstreffer für die Gäste. Nach einem gewonnenen Bully kommt die Scheibe zu Kanninen der mit seinem Schuss Lamoureux überrascht. Der Rückstand wirkte für die Vienna Capitals wie Weckruf. Kaum eine Minute später hatte Nödl die große Chance auf den Ausgleichstreffer. Die Wiener wirkten nun in den folgenden Minuten mutiger ohne jedoch den letzten zwingenden Nachdruck auf das Tor der Gäste auszuüben. Es entwickelte sich ein interessantes, temporeiches Spiel mit hoher Intensität bei gleichzeitig hoher Fairness. Die Gäste aus Finnland waren dem zweiten Treffer des Spiels gefühlt deutlich näher als die Gastgeber. In der Schlussphase des ersten Drittels hatte JYP eine Phase von eineinhalb Minuten in doppelter Überzahl. Mit Glück, Geschick und dank Torhüter Lamoureux hielten die Gastgeber ihren Kasten sauber und retteten sich in die Drittelpause. Zwischenstand nach 20 Minuten somit 0:1.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts hatten die Vienna Capitals das erste Powerplay des Spiels. 70 Sekunden lang hatten die Wiener sogar eine doppelte personelle Überzahl. Dabei hatten die Wiener zunächst Pech. In der 22. Minute hämmerte Holzapfel den Puck an die Stange. Es sollte die größte Ausgleichschance in dieser Phase des Spiels sein den wenige Augenblicke waren die Gäste aus Finnland wieder komplett. Nach dieser Drangperiode übernahm der Favorit das Kommando. JYP ließ Puck und Gegner laufen. Die Vienna Capitals hatten Schwierigkeiten dem hohen Tempo und der Genauigkeit im Offensivspiel. Die Gäste aus Finnland ließen jedoch den letzten offensiven Nachdruck vermissen. So blieb das klare optische Übergewicht am Ende ohne zählbarem Erfolg. Das nächste Powerplay hätte beinahe auf der Gegenseite für den Ausgleichstreffer gesorgt. Brocklehurst (30.) und Sharp (31.) fanden tolle Chancen vor. Glück und Goalie Olkinuora hielten den Kasten sauber. Wenige Sekunden später hatte Vause erneut das 1:1 auf dem Schläger. Aber erneut konnte der Schussmann der Gäste in höchster Not klären. Auf der Gegenseite scheiterte Puustinen alleine vor dem Tor an Caps-Goalie Lamoureux (34.). Diese Aktion war wieder eine Art „Weckruf“ für die Gäste. In den Schlussminuten des 2. Drittels spielte JYP wieder das Übergewicht im 5-gegen-5 Spiel aus. Weiterer Treffer im zweiten Drittel sollte keine fallen. Zwischenstand nach 40 Minuten 0:1.

Zu Beginn des letzten Abschnitts tat sich auf dem Eis relativ wenig. Beide Teams neutralisierten sich auf überschaubaren Niveau ohne erwähnenswerter Offensivaktionen. Zum ersten Mal erwähnenswert traten die Gastgeber in Erscheinung. Ein Schuss von Lakos verfehlte das Spiel knapp (47.). Wenig später verfehlte Nödl sein Ziel ebenfalls in guter Schussposition (49.). In die gefühlt stärkste Phase der Gastgeber gab es für die Vienna Capitals den nächsten Nackenschlag. Eine Strafe gegen Verteidiger Peter sorgte für das Überzahlspiel. Trotzdem hätten die Vienna Capitals beinahe daraus Kapital geschlagen. In Unterzahl lief Vause völlig alleine auf das Gäste-Tor zu. Sein Schuss fiel aber zu zentral aus und war keine echte Prüfung für Goalie Olkinuora. Wenige Sekunden später war es dann geschehen und die Gäste konnten sich über den zweiten, vorentscheidenden Treffer des Spiels freuen. Puustinen traf in der 53. Minute zum 0:2. Knapp drei Minuten später gab es in der Albert-Schultz-Halle die endgültige Entscheidung. In Überzahl riskierte Vienna Capitals-Trainer Aubin allesund nahm Goalie Lamoureux für einen weiteren Feldspieler vom Eis. Ein Risiko welches sich nicht auszahlen sollte. Hytonen traf in der 56. Minute zum 0:3. 17,6 Sekunden vor dem Ende gelang den Vienna Capitals durch Bauer der Ehrentreffer. Es war Resultskosmetik – Mehr am Ende nicht!

Am Ende feiert JYP aus Jyväskylä mit 3:1 durch. Das Übergewicht im Spiel 5-gegen-5 und die höhere Effektivität machten am Ende den Unterschied zu Gunsten der Gäste aus. Die Vienna Capitals können aus diesem Spiel viele lehrreiche Aspekte mitnehmen. Unter anderem auch, dass man der in der Meistersaison gefeierten „Energy-Line“ auch internationaler Ebene durchaus Eiszeit zugestehen sollte. Hier wiesen die Gäste eine bessere Verteilung der Eiszeit auf. Ein Umstand der am Ende möglicherweise durchaus als ein Faktor anzusehen ist.

Vienna Capitals vs. JYP 1:3 (0:1, 0:0, 1:2)
Albert-Schultz-Halle, 2.500 Zuschauer, SR Kubus/K. Nikolic

Tore: Bauer (60.) bzw.Kanninen (4.), Puustinen (53./PP), Hytonen (56./SH, EN)

Strafminuten: 6 bzw. 8

31.08.2017