Eishockey, CHL, Champions Hockey League, KAC, Frölunda Göteborg

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Der EC-KAC lieferte CHL-Titelverteidiger Frölunda im ersten Saisonheimspiel am Donnerstagabend einen guten Kampf, musste sich am Ende aber mit 2:4 geschlagen geben.

Frölunda Göteborg, der Sieger der Champions Hockey League in den Jahren 2016 und 2017, kam als noch unbesiegter Tabellenführer der Gruppe H nach Klagenfurt: In der Vorwoche hatten die Schweden vor eigenem Publikum sowohl die ZSC Lions (5:4 nach Verlängerung) als auch den EC-KAC (2:1) knapp bezwungen. Im Vorjahr zeigte die Mannschaft von Roger Rönnberg in CHL-Auswärtsspielen meist herausragende Leistungen, die jüngsten drei Begegnungen in der Fremde gewann man allesamt klar (6:1 bei den Eisbären Berlin, 5:2 beim Linköpings HC, 4:0 bei Fribourg-Gottéron).

Der EC-KAC holte in der vergangenen Woche in seinen beiden Auswärtspartien auf internationaler Ebene drei von sechs möglichen Zählern: Auf den 6:3-Sieg bei Gap in Frankreich, dem ersten CHL-Erfolg der rot-weißen Klubgeschichte, folgte ein knappes 1:2 in Göteborg. Das „Rückspiel“ gegen die Schweden stellte das insgesamt bereits 110. Spiel der Rotjacken in einem europäischen Klubbewerb (Europacup, Continental Cup, Champions Hockey League) dar.

Bei den Rotjacken, die weiterhin auf die Langzeitverletzten Jamie Lundmark und Manuel Geier verzichten mussten, ergaben sich gegenüber dem „Hinspiel“ in Schweden am vergangenen Samstag keine Veränderungen im 22 Cracks umfassenden Spielkader. Im Tor stand diesmal allerdings David Madlener, im Angriff wechselten Jon Rheault und Matthew Neal die Blöcke.

Der KAC startete ähnlich stark wie fünf Tage zuvor in Göteborg in das Heimspiel gegen den Titelverteidiger: Die ersten Halbchancen im Spiel – durch Steven Strong und Christoph Duller (jeweils 2.) – konnten die Rotjacken für sich verbuchen. Näher kam einem frühen Torerfolg Marco Richter, der erneut auffällige Flügelstürmer tauchte frei vor Gästekeeper Johan Gustafsson auf, brachte die Scheibe aber nicht an dessen Beinschonern vorbei (3.). In der temporeichen Begegnung kam bald jedoch auch der Gast aus Göteborg zu seinen Möglichkeiten, eine Doppelchance von Christoffer Ehn vereitelte KAC-Goalie David Madlener in Zusammenarbeit mit seinen Vorderleuten (7.). Der erste Treffer der Partie ging wie schon im „Hinspiel“ am vergangenen Samstag auf das Konto von Göteborgs Kapitän Joel Lundqvist: Nach einem unvollständigen Wechsel der Rotjacken bediente CHL-Topscorer Ryan Lasch den schwedischen Weltmeister von 2017, per Onetimer sendete dieser ein (14.). Die Gäste blieben am Drücker und verdoppelten ihren Vorsprung – wenngleich etwas glücklich: Aus dem Slot bezwang Mats Rosseli Olsen den rot-weißen Schlussmann durch dessen Schoner, im Zeitlupentempo rutschte das Spielgerät über die Linie (17.). Doch noch im ersten Spielabschnitt in der zeitweise förmlich brodelnden Stadthalle kamen auch die Hausherren zu ihrem ersten Torerfolg: Bei numerischer Überlegenheit bediente Thomas Koch vom linken Flügel aus Marco Richter ideal, seinem Wristshot war Gustafsson im Tor der Schweden diesmal nicht gewachsen (20.).

Die erste Hälfte des zweiten Durchgangs markierte die nachhaltigste Druckphase des skandinavischen Spitzenklubs in dieser Begegnung, Frölunda brachte nun seine ganze Klasse aufs Eis. Carl Grundström setzte einen Abpraller nach Stålberg-Schuss in die Maschen und erhöhte somit auf 3:1 aus der Sicht seines Klubs (23.). Mit einer Bilderbuchaktion der ersten Sturmformation – erneut bediente Ryan Lasch den zentral postierten Joel Lundqvist stark – baute Göteborg seinen Vorsprung weiter aus, das Klagenfurter Publikum zollte dem Treffer für Eishockeyästheten anerkennenden Applaus (27.). Der EC-KAC fand in den folgenden Minuten wieder besser in die Partie, eine Deflection von Marco Richter nach Schuss von Thomas Hundertpfund ging jedoch am Kasten vorbei (33.). In den finalen Shifts des Mitteldrittels gelang es den Klagenfurtern nun sogar, den Gegner teilweise in dessen Zone festzuspielen, das zweite KAC-Tor resultierte allerdings aus einem Konter: Nach einer großartigen Flugeinlage zur Klärung eines Frölunda-Angriffs vor dem eigenen Gehäuse leitete Matthew Neal selbst den Gegenzug ein, seinen Diagonalpass verwertete am Ende Stefan Geier mustergültig – 2:4 (40.).

Im dritten Drittel erlebten die 3.889 Fans in der Stadthalle eine Begegnung auf Augenhöhe, Frölunda versuchte, das Geschehen zu kontrollieren, die Rotjacken setzten aber immer wieder Nadelstiche. So etwa durch Johannes Bischofberger, dessen Wristshot allerdings über die Querlatte flog (42.). Im zweiten Überzahlspiel der Gäste in dieser Partie stand Torhüter Madlener häufig im Mittelpunkt, im Verbund mit seinen aufopfernd fightenden Vorderleuten konnte er einen weiteren Verlusttreffer verhindern. In Minute 53 wäre es um ein Haar noch einmal richtig spannend geworden: Einem schön vorgetragenen Konter über Stefan Geier setzte Julian Talbot vermeintlich die Krone auf, sein staubtrockener Abschluss prallte jedoch vom Gestänge zurück ins Spielfeld, wie auch das Videostudium der Schiedsrichter bestätigte. Nur noch einmal – bei einem Abschluss von Manuel Ganahl an den Außenpfosten – wurden die Rotjacken in der Schlussphase gefährlich. Die Schweden verteidigten sich effektiv, konnten aus ihren Offensivaktionen jedoch auch kein weiteres Kapital schlagen. Am Ende verließ Spitzenklub Frölunda die Stadthalle Klagenfurt als verdienten 4:2-Sieger, der rot-weiße Anhang feierte seine Mannschaft nach einer insgesamt starken Leistung trotzdem. (AB)

„Wir haben oft genug betont, dass Frölunda ein herausragender Gegner mit sehr großer Qualität ist, das hat sich heute auch wieder bewiesen. Unsere Mannschaft hat sich sehr bemüht, über 60 Minuten mit Göteborg mitzuspielen, sich nicht zu verstecken. Bei diesem hohen Tempo passieren natürlich Fehler, die Frölunda auch eiskalt ausnützt. Im Großen und Ganzen sind wir als Trainer mit der Leistung in diesen beiden Partien gegen den CHL-Titelverteidiger sehr zufrieden, wir haben zweifellos sehr viel gelernt für die Aufgaben, die vor uns liegen.“ (Patric Wener, Assistant Coach EC-KAC)

Bereits übermorgen Samstag steht für den EC-KAC das vierte Gruppenspiel in der Champions Hockey League am Programm, dann gastiert mit Spielbeginn um 19.30 Uhr der französische Meister Gap Rapaces in der Stadthalle. Bereits ab 17.00 Uhr laden die Rotjacken zum Fanfest am Vorplatz der Arena, bei dem sämtliche Einnahmen an die Nachwuchsabteilung des Vereins gehen.

Medieninfo: KAC

01.09.2017