Österreich, Georgien, #autgeo, Bewertung

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Am Dienstag stand im Ernst-Happel-Stadion das WM-Qualifikationsspiel Österreich vs. Georgien auf dem Programm. Die ÖFB-Kicker in der Sportreport-Bewertung:

Heinz Lindner: Unterbeschäftigt, Beim Gegentor ohne Abwehrchance
Eigentlich ein ruhiger Abend für den Schweiz-Legionär. Die größte Schwierigkeit bei rund 20 Grad Temperatur war auf Betriebstemperatur zu bleiben, da der Torhüter über weite Strecken ohne Beschäftigung blieb.

Moritz Bauer: Gutes Debüt – Setzte einige Impulse
Solides bis gutes Debüt im ÖFB-Teamtrikot. Hielt seine Seite defensiv dicht und konnte in der Vorwärtsbewegung einige Nadelstiche setzen. So war er auch beim 1:1-Ausgleich sehenswert per Kopf beteiligt.

Aleksandar Dragovic: Schwacher Start, danach mit großer Steigerung
In den ersten 35, 40 Minuten war die Unsicherheit dem Neo-England Legionär deutlich anzumerken. Steigerte sich mit dem Rest der Mannschaft und war in der zweiten Halbzeit „unaufgeregt solide“.

Kevin Danso: Ein Abend mit Lerneffekt
Das Startelfdebüt des 18-Jährigen verlief wie bei seinem Partner in der Innenverteidigung mit Licht und Schatten. Sah beim 0:1 alles andere als gut und wurde von Torschützen Gvilia zu leicht ins Leere geschick. Dem Deutschland-Legionär war der Mangel an Spielpraxis auf höchstem „Erwachsenniveau“ jedoch deutlich anzusehen. Er bezahlte Lehrgeld, welches sich möglicherweise schon in absehbarer Zukunft rentieren könnte.

Martin Hinteregger: Solide, coole Notlösung hinten links
Ist auf der Position als linker Innenverteidiger definitiv um eine Klasse stärker als am Flügel. Die „Verlegenheitslösung“ spielte eine unaufgeregte Partie und konnte sich in die Offensive einschalten. Sprich: Martin Hinteregger spielte, was man vom ihm erwarten durfte und erfüllte somit die Erwartungen. Fakt ist jedoch, dass man gegen stärkere Gegner sich vermutlich nicht den Luxus leisten kann den Augsburg-Legionär nicht im Zentrum aufzubieten.

Julian Baumgartlinger: Gebrauchter Abend für den Kapitän
Die mangelnde Spielpraxis war ihm deutlich anzumerken. Hätte den Steilpass vor dem 0:1 in Normalform wohl unterbunden. Beim Bankdrücker aus Leverkusen waren Einsatzwille und Leidenschaft sehr deutlich zu erkennen. Am Ende war die Leistung zwar vorbildlich in puncto „Einsatz“. Von einem Kapitän kann man in einer solchen „Schnittpartie“ am Ende mehr erwarten.

Florian Grillitsch: Zuerst pfui, dann „naja“
War in den ersten 40 Minuten praktisch nicht auf dem Platz. In den zweiten 40 seiner Einsatzzeit solide an der Seite von Baumgartlinger. Von seiner Bestform aber noch weit entfernt. Wurde in der 80. Minute von Stefan Ilsanker abgelöst.

Florian Kainz: Optisch auffällig, letzter Zug zum Tor fehlte
Der Bremen-Legionär bildete mit Moritz Bauer ein sportlich „positiv, auffälliges“ Tandem auf der rechten Seite. Offensiv wie defensiv war der Deutschland-Legionär eine Bereicherung für das Spiel. Seine Leistung mag zwar am Ende als „positiver Aspekt“ in die Historie des Länderspiels eingehen. Am Ende fehlte aber der letzte Zug zum gegnerischen Tor. Wirkte bei seinen Entscheidungen die er fällte phasenweise unglücklich.

David Alaba: Sehr schwache Vorstellung, „Experiment als Spielmacher“ gescheitert!
Phasenweise sehr bemüht, dass war es aber was man an positiven Aspekten finden kann. Wirkte auf der Spielmacherposition verloren und ohne Orientierung. Stand offensiv wie defensiv falsch, traf falsche Entscheidungen und machte ungewohnt einfache Fehler am Ball. Die verletzungsbedingte Auswechslung in der 38. Minute mag zwar für den Bayern-Legionär hart erscheinen. In Wahrheit war es aber eine Erlösung, da die Leistung eines der besten Linksverteidiger der Welt auf der Spielmacher-Position als „Enttäuschung“ zu kategorisieren ist.

Marko Arnautovic: Herz, Hirn und Seele des Teams – Aber erst nach Alaba-Verletzung
Traditionell scheiden sich an Marko Arnautovic die Geister. Im Länderspiel gegen Georgien war er Herz, Hirn und Seele des Nationalteams. Der England-Legionär war ständiger Unruheherd und war in Wahrheit selten bis kaum zu kontrollieren. Dieser Umstand trat aber erst nach der Auswechslung seines Freundes David Alaba ein.
Arnautovic nahm defensiv unfassbare Laufwege und hätte das Spiel mit besserer Chancenauswertung alleine entscheiden müssen. Zum Beispiel hatte er in der 32. Minute nach sehenswerter Einzelleistung das 1:1 auf dem Bein. So bleibt ein Abend mit hohem Aufwand für den England-Legionär – Leider ohne individueller Belohnung.

Martin Harnik: Bemüht und glücklos
Sehr bemüht, lief viel und war stets anspielbar. Was den „Glücksfaktor“ anging hatte der Hannover-Legionär einen „gebrauchten Abend“. Er hatte mit einem Kopfball an die Latte in der 18. Minute Pech und vergab einige weitere ausgezeichnete Einschusschancen. Wurde in der 68. Minute durch Marc Janko ersetzt.

Louis Schaub: Starker Start, danach abgetaucht
Der Rapid-Spieler wurde knapp vor der Pause eingewechselt und trug sich unmittelbar vor der Pause in die Torschützenliste ein. Seine Dynamik vor der Pause war nach dem Seitenwechsel nicht mehr zu sehen. Spielte unauffällig und trat nicht mehr in Erscheinung.

Marc Janko: Unauffälliger Joker
Löste in der 68. Minute Martin Harnik ab. In der Phase vor seiner Einwechslung wurden die Bälle so gespielt wie sie der Tschechien-Legionär benötigt hätte. Doch in seinem Jokereinsatz kamen nur wenige Bälle mit denen die Solospitze etwas anfangen konnte. So blieb der Sparta Prag-Spieler „sportlich unauffällig“.

Stefan Ilsanker: „Interessanter Wechsel“ – Joker blieb ohne Wirkung
Die Sinnhaftigkeit des Wechsels Ilsanker für Grillitsch war weder auf dem ersten noch auf den zweiten Blick nachvollziehbar. Bei dieser Ausgangsposition wäre die Einwechslung eines weiteren Stürmers wohl die bessere Entscheidung gewesen. Der defensive Mittelfeldspieler von RB Leipzig blieb in seinen knapp mehr als 10 Minuten auf dem Spielfeld auffällig.

06.09.2017