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Roman Simicek beerbte Jiri Reznar im Dezember als Trainer von Orli Znojmo. Dabei führte er die Adler noch ins Play-Off. Im Viertelfinale gegen den KAC war aber dann Endstation. Im Interview mit Sportreport sprach der Ex-NHL Spieler über die Erste Bank Eishockey Liga, die junge Truppe und die Erwartungen für die kommende Saison.

Sportreport: Herr Simicek, die neue Saison steht in den Startlöchern. Wie sehr freuen sie sich schon auf den Start?
Roman Simicek: Natürlich freuen wir uns alle. Wir sind voller Tatendrang, weil niemand an uns glaubt. Für uns ist es daher eine umso größere Motivation. Die Vorbereitung war lang und daher können wir es kaum erwarten.

Sportreport: Wie würden Sie rückblickend die letzte Saison bewerten, zumindest jenen Teil wo sie das Team dann übernommen haben?
Roman Simicek: In erster Linie waren wir froh, dass wir das Play-Off erreicht haben. Das war das Minimalziel. Ich war dann enttäuscht, wie sich die Viertelfinal-Serie gegen den KAC entwickelt hat. Sie waren aber ein sehr starker Gegner. In dem Moment waren sie einfach besser. Wir haben zwar gekämpft, aber sie waren immer um den einen Schritt voraus. Ich glaube, dass erste Spiel war entscheidend wo wir wirklich nah am Sieg dran waren. Aber mit zwei unnötigen Fouls haben wir das Spiel dann verloren.

Sportreport: Sie sind zu Znojmo in einer nicht unbedingt einfachen Situation gekommen, haben das Team mitten in der Saison übernommen. Jetzt hatten sie die ganze Vorbereitung Zeit, um dem Team ihre Vorstellungen und Philosophie zu vermitteln. Ein Vorteil?
Roman Simicek: Natürlich ist es ein Vorteil, weil ich mit dem Team arbeiten kann bevor wir überhaupt mit dem Eistraining anfangen. Das fängt mit der für Spieler unbeliebten konditionellen Vorbereitung an. Aber schon in dieser Phase wird das Team geformt. Dann geht es zum Eistraining, wo ich dem Team auch taktische Sachen vermitteln kann. Auf der anderen Seite ist es aber auch reizvoll gewesen, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen. Es war eine große Erfahrung.

Sportreport: Znojmo hat sich entschieden, den Weg mit jungen Spielern zu gehen. Auf der anderen Seite mussten erfahrene Spieler wie Andre Lakos gehen. Ist das der Weg, den die Adler auch in Zukunft gehen wollen?
Roman Simicek: Wir haben diesen Weg auch aus anderen Gründen gewählt. Die Art und Weise wie wir spielen wollen erfordert aggressive, junge Spieler die 60 Minuten rauf und runter laufen. Ich glaube an das Team, auch wenn es jung ist. Die Saison wird aber erst zeigen, wie das Team drauf ist. Danach wird man sehen, ob weitere Veränderungen notwendig sein werden.

Sportreport: Was sind ihre ersten Eindrücke von der Erste Bank Eishockey Liga?
Roman Simicek: Die EBEL verfolge ich schon über einen längeren Zeitraum. Als Znaim im Finale gespielt hat, bin ich bei einigen Spielen vor Ort gewesen. Ich denke, dass das Niveau von Jahr zu Jahr steigt. Es wird aus meiner Sicht nur noch besser.

Sportreport: Welchen Spielstil wird Znojmo praktizieren?
Roman Simicek: Wir wollen aggressives Eishockey spielen, über die gesamte Eisfläche verteilt attackieren. Darüber hinaus wollen wir viel Eislaufen und eine harte Spielweise an den Tag legen.

Sportreport: Wie können Sie ihre Erfahrung von der NHL den Spielern weitergeben?
Roman Simicek: Ich bemühe mich natürlich, meine Erfahrungen an die Spieler weiterzugeben. Die Frage ist, wie die Spieler die Ratschläge annehmen. Es muss immer ein gegenseitiges Feedback da sein.

Sportreport: Was sind die Ziele für die kommende Saison?
Roman Simicek: Ich definiere ungern Ziele vor der Saison. Wir wollen im Moment von Spiel zu Spiel schauen, immer 100 % geben und so viele Punkte wie möglich sammeln. Ich werde aber kein Geheimnis daraus machen, dass das Play-Off unser Ziel ist. Was dann passiert, werden wir sehen.

07.09.2017