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Nach drei EBEL-Heimspielen in Serie muss der EC KAC am Freitag wieder auswärts ran, die Rotjacken gastieren bei Medveščak Zagreb.

DIE ECKDATEN: Von Tabellenrang sechs aus nimmt der EC-KAC den neunten Spieltag der Saison 2017/18 in der Erste Bank Eishockey Liga in Angriff. Die Klagenfurter gastieren am Freitagabend (Spielbeginn: 18.00 Uhr) bei Medveščak Zagreb in der kroatischen Hauptstadt. Diese Begegnung wird nicht im TV übertragen, über den Spielverlauf informiert jedoch der LiveTicker auf kac.at.

DIE AUSGANGSSITUATION: Der EC-KAC gewann drei seiner jüngsten vier Ligaspiele und konnte am Dienstag mit dem 2:1-Heimerfolg über die ZSC Lions in der Champions Hockey League ein sportliches Ausrufezeichen auf internationaler Ebene setzen. Partien mit Beteiligung der Rotjacken waren zuletzt stets sehr knappe Angelegenheiten, sowohl gegen Zürich als auch in den vier EBEL-Begegnungen davor entschied nur ein einziger Treffer Differenz über Sieg und Niederlage. Es spricht für die ansteigende Formkurve der Klagenfurter, dass sie vier dieser fünf Spiele erfolgreich gestalten konnten.

Für Medveščak Zagreb lief die Rückkehr in die EBEL nach vier Jahren in der KHL etwas holprig, zum Auftakt setzte es gleich drei Niederlagen am Stück. Danach folgten jedoch OT-Siege in Dornbirn und Znojmo sowie ein klares 5:2 vor eigenem Publikum gegen Graz. Aktuell liegen die Kroaten mit acht Zählern auf Tabellenrang neun, sie haben allerdings ein Spiel weniger bestritten als die übrigen Teams und kamen in den ersten sieben Runden zudem erst zwei Mal in den Genuss ihres Heimrechts.

DIE ZAHLEN ZUM SPIEL: 8 – Mit acht Scorerpunkten (drei Tore, fünf Assists) in acht Partien ist Johannes Bischofberger der aktuelle Topscorer des EC-KAC in der EBEL. Wie Kevin Kapstad konnte der flinke Angreifer bei sechs seiner bisher acht Einsätze punkten.

32 – Die Kroaten werden vom jüngsten Head Coach der Liga, dem erst 32-jährigen Connor Cameron, angeführt. Der Kanadier übernahm die Mannschaft im Finish der vergangenen KHL-Saison, als die Aussicht auf sportlichen Erfolg ob der zahlreichen Abgänge recht bescheiden war. Seine Schlagfertigkeit stellte der Trainer zuletzt bei der EBELPressekonferenz zur Saisoneröffnung unter Beweis, als er die unwirsche Frage nach seinem geringen Alter gekonnt mit dem Verweis „Mein Bruder ist 25 und Arzt, ihn fragt niemand nach seinem Geburtsdatum“ parierte.

34 – Medveščak Zagreb spielte von 2009 bis 2013 vier Jahre lang in der EBEL und traf in dieser Zeit insgesamt 34 Mal auf den EC-KAC. Mit 19:15 Siegen und 104:97 Toren spricht die historische Bilanz recht knapp für Rot-Weiß.

86,8 – Mit nur fünf Gegentoren in 38 Unterzahlsituationen, also einer Erfolgsquote von 86,8 Prozent, sind die Bären das zweitbeste Team der Liga im Penalty Killing. Weniger erfolgreich agierte Zagreb bisher im Powerplay, gemeinsam mit Fehérvár AV19 und dem HC Innsbruck kann man auf die wenigsten Überzahltreffer verweisen – nämlich drei.

134 – An den ersten acht EBEL-Spieltagen schritt kein KAC-Stürmer häufiger zu Faceoffs als Thomas Koch, der zudem auch die höchste Erfolgsquote am Bullypunkt aufweist: Der Center gewann 83 seiner 134 Scheibenaufwürfe, setzte sich also in 61,9 Prozent der Fälle durch.

170 – Mit seinem Assist zum Tor von Thomas Koch sammelte Stefan Geier im letzten EBELSpiel gegen Innsbruck den 170. Scorerpunkt seiner Karriere beim EC-KAC. Damit teilt er sich in der historischen Wertung aller seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 eingesetzten Cracks nun gemeinsam mit Andrew Schneider den 16. Platz.

DER GEGNER: Nach vier Jahren in der russisch dominierten KHL, deren Spielbetrieb für die Kroaten nicht mehr finanzierbar war, kehrte Medveščak Zagreb im Sommer 2017 in die Erste Bank Eishockey Liga zurück. In dieser spielten die Bären schon von 2009 bis 2013, damals bilanzierte man sportlich in insgesamt 243 Partien nahezu ausgeglichen (121 Siege, 122 Niederlagen). Insbesondere der hohe Publikumszuspruch (7.594 Fans pro Grunddurchgangsheimspiel) und Events wie die Freiluftspiele im Amphitheater von Pula schmückten die Liga und ihr internationales Ansehen.

Personell geht Zagreb im Jahr seines EBEL-Comebacks bekannte Wege, im Kader stehen nicht weniger als zehn Doppelstaatsbürger. Noch höher, nämlich bei elf, liegt aktuell die Anzahl der Importspieler im Aufgebot, wobei hier entgegen der langjährigen Prägung der Liga nicht in erster Linie auf nordamerikanische Legionäre gesetzt wird: Vielmehr wurde die Mehrzahl der Stellen mit europäischen Cracks besetzt: Den Finnen Marko Pöyhönen, Harri Tikkanen und Tero Koskiranta, den Tschechen Tomáš Kudělka und Tomáš Netík, dem Norweger Sondre Olden sowie dem Slowaken Jozef Balej. Eine Veränderung gab es bei den Bären jüngst auf der Torhüterposition: An Stelle des verletzten slowenischen Nationalteamgoalies Gašper Krošelj wurde der ehemalige NHL-Schlussmann Drew MacIntyre zum Klub zurückgeholt.

Duelle zwischen Medveščak Zagreb und dem EC-KAC waren zwischen 2009 und 2013 häufig recht brisante Angelegenheiten, sowohl 2011 als auch 2012 stand man sich – jeweils mit dem besseren Ende für Rot-Weiß – in den Play-Offs gegenüber. Während der vier Regular Seasons der gemeinsamen Ligazugehörigkeit war die kroatische Hauptstadt für die Rotjacken allerdings meist kein sehr gutes Pflaster: Von zwölf Gastspielen in Zagreb wurden lediglich vier gewonnen, überhaupt nur eines in regulärer Spielzeit.

DIE PERSONALIEN: Bei den Rotjacken fehlt unverändert (und auch noch für die nächsten Wochen) Kapitän Manuel Geier. Angeschlagen und damit für das Auswärtsspiel am Freitag fraglich sind Richie Regehr, Patrick Harand und Christoph Duller. Alle übrigen Kaderspieler stehen zur Verfügung.

DER KOMMENTAR: „Wir hatten zuletzt eine ganze Reihe an Spielen, die sehr eng verliefen und in denen am Ende nur ein einziger Treffer über Sieg und Niederlage entschied. Meist gingen wir daraus als Sieger hervor, was für die Qualität unserer Mannschaft in entscheidenden Situationen spricht. Insbesondere der Auftritt in der Champions Hockey League gegen Zürich hat uns viel Rückenwind für die bevorstehenden Aufgaben in der Liga verliehen. An diese Leistung wollen wir im schwierigen Auswärtsspiel in Zagreb gleich anschließen.“ (David Fischer, Verteidiger EC-KAC)

Medieninfo KAC

05.10.2017