Thiem zieht ohne Satzverlust ins Achtelfinale der Erste Bank Open 500 ein

© Sportreport

Dominic Thiem hat dank einer starken Leistung das Achtelfinale bei den Erste Bank Open 500 erreicht! Der als Nummer zwei gesetzte Niederösterreicher besiegte am Dienstag zum Auftakt des mit 2.621.850 Euro dotierten ATP-Turniers in der ausverkauften Wiener Stadthalle den 20-jährigen Russen Andrey Rublev in 1:20 Stunden mit 6:4, 6:3.

Nächster Gegner des Lokalmatadors ist nun am Donnerstag der Franzose Richard Gasquet, der sich bereits am Montag gegen den Spanier Feliciano Lopez überraschend klar mit 6:2, 6:3 durchgesetzt hat. Das bisher einzige Duell der beiden hat Gasquet im Jahr 2015 in Basel für sich entschieden.

Trotz des souveränen Erfolges war Thiem mit seiner Vorstellung gegen Rublev, der heuer bei den US Open bis in das Viertelfinale vorgestoßen war, nicht vollends zufrieden: „Rublev war ein relativ gefährlicher Erstrundengegner. Er geht auf alles voll drauf. Es war heute nicht leicht und sicher keine optimale Leistung von mir. Aber jetzt bin ich einmal froh, dass ich die Chance bekomme, mich in der nächsten Runde zu steigern“, meinte der aktuelle Weltranglisten-Sechste, der von der grandiosen Atmosphäre in der Halle begeistert war: „Es hilft immer, wenn man im eigenen Land bei einer so extrem guten Stimmung spielt. Für mich war das sehr positiv, für Rublev war es dafür sicher nicht leicht.“ Vor Gasquet zeigt Thiem Respekt: „Das ist ein komplett anderer Spieler. Er hat mehr Finesse, spielt eine sehr edle Rückhand, also werde ich vielleicht mehr über seine Vorhand spielen“, hat sich der Lichtenwörther bereits ein Rezept gegen die Nummer 32 im ATP-Ranking zurechtgelegt.

Während Thiem und sein niederösterreichischer Landsmann Dennis Novak, der am Dienstagnachmittag durch einen Zweisatzerfolg über den Italiener Thomas Fabbiano ebenfalls in die zweite Runde eingezogen war und nun auf den Briten Kyle Edmund trifft, mit ihren Achtelfinalpartien den kommenden Donnerstag zum „Tennis-Nationalfeiertag“ bei den Erste Bank Open 500 machen, kam für Sebastian Ofner das Aus. Der 21-jährige Steirer musste sich bei seinem Hauptfeld-Debüt in der Wiener Stadthalle dem Franzosen Lucas Pouille mit 3:6, 4:6 geschlagen geben. „Es war zwar keine Topleistung, aber es war auch kein schlechtes Match von mir. Es ist halt schwer, wenn man ohne Aufschlag spielt. Das geht gegen so starke Spieler wie Pouille nicht“, haderte Ofner vor allem mit seiner durchwachsenen Quote von 41 Prozent erster Aufschläge.

Dennis Novak stürmt ins Achtelfinale der Erste Bank Open 500
Dennis Novak steht bei den mit 2.621.850 Euro dotierten Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle sensationell im Achtelfinale! Der 24-jährige Niederösterreicher besiegte am Dienstag auf dem mit 1.150 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllten „Next Gen Court“ den italienischen Lucky Loser Thomas Fabbiano in 1:55 Stunden mit 7:6 (7/4), 7:5. Nach der kurzfristigen Absage des Bulgaren Grigor Dimitrov, gegen den Novak ursprünglich hätte spielen sollen, war es der zweite Sieg des Österreichers innerhalb von 48 Stunden gegen Fabbiano (ATP-Rang 72), den er bereits am Sonntag in der Qualifikation in drei Sätzen bezwungen hatte.

„Unfassbar, ich bin überglücklich. Das ist der größte Erfolg meiner Karriere. Ich muss zugeben, dass noch am Platz einige Freudentränen geflossen sind“, jubelte Novak, der in der Weltrangliste aktuell auf Position 284 zu finden ist. „Ich hatte natürlich viel Selbstvertrauen, weil ich ihn erst vor kurzer Zeit geschlagen habe. Und ich habe mit meinen Betreuern besprochen, was ich noch besser machen kann“, ergänzte Novak, der erst gegen Ende des Matches Nerven zeigte, als er im zweiten Satz bei 5:4 erstmals auf den Sieg servierte, den Sack vorerst aber nicht zumachen konnte und ein Break kassierte. Doch Novak ließ nicht locker, nahm Fabbiano erneut den Aufschlag zum 6:5 ab und machte danach mit eigenem Service den Triumph perfekt.

Achtelfinal-Gegner von Novak ist der Brite Kyle Edmund, der in seinem „Erstrunder“ den spanischen Wien-Sieger des Jahres 2015, David Ferrer, mit 6:2, 7:6 (7/5) in die Schranken wies. „Gegen Kyle Edmund habe ich vor sechs oder sieben Jahren in Mexiko gespielt und glatt gewonnen. Aber er ist jetzt seit einem Jahr ein solider Top-100-Spieler. Er hat eine gute Vorhand, über den Rest werde ich mich informieren“, meinte Novak, der im Jahr 2010 in Yucatan gegen den aktuellen Weltranglisten-63. Edmund mit 6:3, 6:1 gewann.

Tennis-Asse schwangen in Wien die Kochlöffel
Jetzt haben die Filzkugel-Stars die Speisekarte fast durch! Nachdem im Vorjahr bei Plachuttas Gasthaus zur Oper köstliche Wiener Schnitzel zubereitet worden waren, versuchten sich dort Kevin Anderson, Pablo Cuevas, David Ferrer, Sam Querrey, Jo-Wilfried Tsonga, die Bryan-Brüder sowie Jamie Murray und Bruno Soares heuer als Kaiserschmarrn-Köche und hatten dabei sichtlich ihren Spaß. So ließ Tsonga seiner Begeisterung freien Lauf: „Das Kochen ist eine große Leidenschaft von mir. Es war toll, ein neues Rezept zu lernen. Und um ehrlich zu sein: Es war zum Glück nicht allzu schwer“, meinte der französische Wien-Sieger 2011 mit einem Augenzwinkern. In dieselbe Kerbe schlug David Ferrer: „Ich finde, es war einfacher als das Schnitzelkochen im vergangenen Jahr, aber es hat wieder sehr viel Spaß gemacht“, sagte der Spanier.

Da für die Zubereitung eines Kaiserschmarrns eine Vielzahl an Eiern vonnöten ist, wurde in einem ersten Schritt kurzerhand ein „Eierschlag-Wettbewerb“ ausgerufen. Als Nummer eins stellte sich dabei der brasilianische Doppel-Spezialist Bruno Soares heraus, der für seinen „Sieg“ in diesem Wettstreit auch mit einem Zertifikat ausgezeichnet wurde. Im Anschluss an den „Kochkurs“ wurde die illustre Runde zu einem dreigängigen Abendmenü eingeladen, das sich natürlich keiner entgehen ließ. Als Hauptspeise wurde – richtig geraten – Wiener Schnitzel serviert!

Presseinfo Erste Bank Open 500

Spielplan Mittwoch:
HEIMMANNSCHAFT, GASTMANNSCHAFT, STADION, BEWERB

24.10.2017