Jo-Wilfried Tsonga setzt sich im Viertelfinale gegen Alexander Zverev bei den Erste Bank Open durch

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Jo-Wilfried Tsonga gegen Philipp Kohlschreiber und Kyle Edmund gegen Lucas Pouille – so lauten am Samstag die Halbfinal-Partien bei den mit 2.621.850 Euro dotierten Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle!

Tsonga, die Nummer acht des Turniers, setzte sich im Viertelfinal-„Kracher“ gegen den topgesetzten Deutschen Alexander Zverev mit 7:6 (8/6), 6:2 durch. Zverev hatte zwar die Anfangsphase dieser Begegnung noch klar dominiert, doch Vorjahresfinalist Tsonga kämpfte sich in weiterer Folge zurück in die Partie und stellte mit dem gewonnenen Tiebreak im ersten Satz die Weichen auf Sieg. Im zweiten Durchgang hatte Tsonga auch deshalb leichtes Spiel, da bei dem mit Magen-Darm-Problemen kämpfenden Zverev auch zusehends die Kräfte schwanden.

„Der erste Satz war heute sicher der Schlüssel zum Erfolg. Wenn ich den verliere, geht das Spiel wahrscheinlich anders aus. Ich habe mein Bestes gegeben und bin sehr glücklich, hier wieder im Semifinale zu stehen. Hoffentlich schaut dabei noch ein weiteres Finale heraus“, sagte Tsonga, der in der Pressekonferenz nach dem Match auch seiner großen österreichischen Fangemeinde einen Dank aussprach: „Das Wiener Publikum hat mich wieder herausragend unterstützt – und das von Beginn bis zum Ende.“ Im Kampf um einen Platz im Endspiel geht es für den aktuellen Weltranglisten-15. gegen Philipp Kohlschreiber, der gegen den Argentinier Diego Schwartzman mit 7:5, 7:6 (8/6) die Oberhand behielt. „Er hat heute stark gespielt und einen großen Sieg eingefahren“, stellt sich Tsonga gegen den Schützling des Oberösterreichers Markus Hipfl auf eine harte Partie ein.

Alexander Zverev war natürlich enttäuscht, dass aufgrund seines angeschlagenen Gesundheitszustandes im Viertelfinale Endstation war: „Ich bin ein bisschen krank. Das ist so eine Magen-Darm-Geschichte, die mich seit zwei Tagen verfolgt. Ich konnte nichts essen, deshalb hatte ich auch wenig Kraft. Ich wollte aber auf keinen Fall absagen oder während des Spiels aufgeben. Das habe ich noch nie gemacht und möchte ich auch in Zukunft nicht machen. Es war ein bisschen blöd für die Zuschauer. Aber ich wollte das Spiel unbedingt zu Ende spielen – aus Respekt vor dem Turnier, aber auch gegenüber Jo. Ich habe zwar ganz gut angefangen, aber zu Beginn des zweiten Satzes hat es sich angefühlt, als hätte man mir den Stecker aus der Dose gezogen. Ich werde jetzt mal hier in Wien bleiben und versuchen, mich auszukurieren. Erst dann fliege ich weiter zum nächsten Turnier nach Paris“, sagte Zverev.

In der unteren Rasterhälfte erreichte Kyle Edmund durch ein 6:2, 7:5 über den Deutschen Jan-Lennard Struff sein drittes Semifinale in dieser Saison nach Atlanta und Winston-Salem. Der Brite trifft in der Vorschlussrunde auf den zweifachen Saisonsieger Lucas Pouille (Budapest, Stuttgart), der in einem rein französischen Duell Thiem-Bezwinger Richard Gasquet mit 7:6 (7/5), 6:1 in die Schranken wies.

Bandscheibenvorfall zwingt Oliver Marach zur Aufgabe im Doppel-Bewerb
Oliver Marach konnte verletzungsbedingt am Freitag bei den Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle nicht zum fälligen Doppel-Halbfinale mit seinem kroatischen Partner Mate Pavic gegen Marcelo Demoliner (BRA) und Sam Querrey (USA) antreten.

Der Steirer zog sich am Donnerstag beim Sieg im Viertelfinale über Santiago Gonzalez (MEX) und Julio Peralta (CHI) einen Bandscheibenvorfall zu, der Marach zu einem vorzeitigen Saisonende zwingt. „Beim Stand von 5:4 im ersten Satz habe ich gestern bei einem Smash einen stechenden Schmerz im Rücken verspürt. Ich habe sofort gewusst, dass etwas Schlimmeres passiert ist, denn diesen Schmerz kenne ich von einer älteren Bandscheibenverletzung. Ich weiß zwar nicht wie, aber irgendwie habe ich es geschafft, die Schmerzen zu unterdrücken und das Match fertigzuspielen“, sagte Marach, der sich noch am Freitag zu einem Spezialisten nach Deutschland begab, um sich behandeln zu lassen.

Marach hat den Doppelbewerb in der Wiener Stadthalle 2009 an der Seite des Polen Lukasz Kubot gewonnen. Im Vorjahr stand er mit dem Franzosen Fabrice Martin im Endspiel.

Die Prominenz gibt sich bei den Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle ein Stelldichein
Viel Prominenz „tummelt“ sich dieser Tage bei den Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle! So traf gestern Sportminister Hans Peter Doskozil zusammen mit Turnierdirektor Herwig Straka und Stadthallen-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer das heimische Tennis-Ass Dominic Thiem zu einem Smalltalk. Zudem kam es am Donnerstag beim RADO-Day zu einem Treffen des deutschen Viertelfinalisten Philipp Kohlschreiber und Turnierbotschafter Thomas Muster mit Austria-Trainer Thorsten Fink. Kabarettist Viktor Gernot, die Fußball-Legenden Didi Kühbauer und Toni Polster, Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits sowie Super-G-Weltmeisterin Nicole Schmidhofer mischten sich ebenfalls unter die Tennisfans.

Gemeinsam mit dem Wiener Landtagspräsidenten Harry Kopietz empfing Turnierdirektor Herwig Straka Jugendliche von Wirtschaft für Integration (www.vwfi.at) sowie Springboard (www.springboard.wien) und lud sie zu einer exklusiven Backstage-Führung in die Wiener Stadthalle ein. Der Hintergrund: Beide Vereine engagieren sich umfangreich für die Integration junger Menschen hier in Österreich. Die eingeladenen Burschen und Mädchen durften einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Erste Bank Open 500 werfen, wo sonst nur Sportler und Betreuer während des Turniers Zugang haben. Am Ende der kleinen Tour wartete auch ein Autogramm-Termin mit Doppel-Ass Oliver Marach und Thomas Muster – und auch Dominic Thiem schaute einen Sprung für ein Erinnerungsfoto vorbei. Die Begeisterung bei den Jugendlichen war dementsprechend groß!

Presseinfo Erste Bank Open 500/red.

Spielplan Samstag:
HEIMMANNSCHAFT, GASTMANNSCHAFT, STADION, BEWERB

27.10.2017