Triumphator Lucas Pouille jubelte: „In dieser Woche war ich ein Wiener!“

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Der große Triumphator der Erste Bank Open 500 heißt Lucas Pouille! Der 23-Jährige besiegte am Sonntag in einem rein französischen Endspiel bei dem mit 2.621.850 Euro dotierten ATP-Turnier in der Wiener Stadthalle den Vorjahresfinalisten Jo-Wilfried Tsonga in 1:11 Stunden mit 6:1, 6:4 und holte sich damit den ersten ATP-Turniersieg auf 500er-Level.

Für seinen insgesamt vierten Titelgewinn und den dritten in diesem Jahr nach Budapest und Stuttgart wurde Pouille mit einem Siegerscheck in Höhe von 438.505 Euro sowie 500 Punkten für die Weltrangliste belohnt, mit denen er sich von Position 25 auf Platz 18 verbessern wird. Wie sehr sich der Franzose über den Sieg freute und wie wohl er sich beim heimischen Tennis-Klassiker fühlte, brachte er bei der Siegerehrung zum Ausdruck, als er zur Freude der Fans in Deutsch jubelte: „In dieser Woche war ich ein Wiener!“

Pouille hatte die Partie von Beginn an im Griff – wohl auch deshalb, weil Tsonga das zuletzt intensive Programm mit dem Turniersieg in der Vorwoche in Antwerpen und dem fünften Match innerhalb von fünf Tagen in Wien ein wenig in den Knochen steckte. Diesen Eindruck hatte auch Pouille, der in der Pressekonferenz nach dem Match meinte: „Ich glaube, dass Jo ein bisschen müde war. Er hat in Antwerpen gewonnen und auch hier ein paar harte Spiele gehabt. Ich bin sehr fokussiert ins Spiel gegangen, dann ist mir im ersten Satz schnell ein Break gelungen. Im zweiten ging es auch gut los. Dann hatte ich in einem Game plötzlich Schwierigkeiten, habe aber auch diese Phase überwunden.“

Dem Umstand, dass er nun in dieser Saison der einzige Spieler auf der ATP World Tour ist, der auf allen drei Belägen gewonnen hat (Budapest/Sand, Stuttgart/Rasen, Wien/Hartplatz), wollte Pouille keine besondere Bedeutung beimessen: „Ich versuche mich einfach jeden Tag zu verbessern, egal auf welchem Belag. Am Ende möchte ich in der Lage sein, auf allen Belägen gut zu spielen und zu gewinnen. Ich freue mich jetzt einfach über eine großartige Woche und über das großartige Gefühl, die Siegestrophäe in die Höhe stemmen zu können“, strahlte Pouille.

Beim unterlegenen Finalisten Tsonga hielt sich die Enttäuschung über die Niederlage in Grenzen, der Wien-Sieger des Jahres 2011 gratulierte seinem Landsmann sportlich fair zu dessen bisher größtem Erfolg: „Lucas hat mir keine Möglichkeiten gegeben. Ich freue mich für ihn, es war sein erster Sieg in dieser Kategorie. Ich habe die ganze Woche mein Bestes gegeben und gegen viele gute Spieler gespielt. Irgendwann wird man auch ein bisschen müde. Ich habe bis zum Ende gekämpft, aber er hat mir einfach nichts gegeben“, bilanzierte Tsonga.

Im Doppel-Finale setzten sich Rohan Bopanna (IND) und Pablo Cuevas (URU) gegen das brasilianisch-amerikanische Duo Marcelo Demoliner und Sam Querrey nach der Abwehr von zwei Matchbällen mit 7:6 (9/7), 6:7 (4/7) und 11:9 im Match-Tiebreak durch.

Die 60.000-Besucher-Marke wurde heuer bei den Erste Bank Open 500 geknackt
In einer Pressekonferenz vor dem sonntägigen Einzelfinale der Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle zogen Turnierdirektor Herwig Straka, Thomas Schaufler (Vorstandsdirektor Erste Bank) und Kurt Gollowitzer (Geschäftsführer Wiener Stadthalle) eine äußerst positive Bilanz über das mit 2.621.850 Euro dotierte ATP-Turnier. Anbei die wichtigsten Aussagen dieses Medientermins in einer Zusammenfassung.

Herwig Straka über…
… die Zuschauerzahlen: Letztes Jahr waren es 58.000, heuer haben wir die 60.000 sicher überschritten. Wir müssen noch schauen, wieviel Einfluss der Sturm am Sonntag auf den Verkauf der letzten Restkarten hatte. Die 60.000 waren unser großes Ziel und das zu erreichen, macht uns nach vielen Jahren einfach stolz.

… die Besucher-Reaktionen: Das gerade zu Ende gegangene Doppel ist der beste Beweis, wie gut das Turnier angenommen wird. Das war jetzt von den Namen her wirklich kein Highlight und trotzdem waren 6.000 Leute in der Halle. Wir haben ein richtiges Tennispublikum. Die ganze Woche über war es relativ egal, wer da gerade gespielt hat, es war immer voll und tolle Stimmung. Das war das größte Highlight für mich.

… Stars für die nächsten Jahre: Realistisch wird nächstes Jahr wieder Andy Murray spielen. Ich hatte auch ein gutes Gespräch mit Alexander Zverev, der von sich selbst sehr enttäuscht war. Er hat von selbst angekündigt, dass er wiederkommen will, also werden wir daran arbeiten. Wir wollen aber auch neue Spielernamen bieten: Kei Nishikori wollen wir wieder einladen, nachdem es heuer verletzungsbedingt nicht geklappt hat, und natürlich ist auch Rafael Nadal ein Thema. Der ist unser großer Wunsch. Sein Vertrag mit Basel ist abgelaufen, aber ich weiß nicht, wie es für die Zukunft aussieht, nachdem er dort wieder abgesagt hat. Ich werde bei den ATP Finals in London auf jeden Fall mit ihm reden. Wenn uns das gelingt, müsste man mit den Sponsoren aber aufstocken. Wir sind mit VIP und Eintrittstickets an der Decke.

… Zusammenarbeit mit der Erste Bank und der Wiener Stadthalle: Die Erste Bank ist seit vielen Jahren unser Partner und hat zu Beginn geholfen, dass wir das Turnier überhaupt weiter veranstalten können. Wir waren und sind in guten wie in schlechten Zeiten Partner. Für eine Bank ist das wohl das schönste Kompliment. Mit der Wiener Stadthalle verbindet uns natürlich schon eine lange Partnerschaft. Wir haben es gemeinsam geschafft, das Turnier in neue Sphären zu heben. Und ich glaube schon, dass noch mehr geht. Wir haben neue Ideen, wollen auch weiter Neues lancieren. Es gibt da noch den Montag und den Mittwoch, wo wir nicht voll waren. Natürlich ist das ein Ziel auf hohem Niveau. Aber wir mussten heuer die oberen Ränge nur an zwei Tagen teilweise schließen. Das ist schon sehr gut gewesen.

… neue Ideen für das Turnier: Wir haben zwei Markenkerne identifiziert, die typisch für Wien und Österreich sind. Wir wollen das Thema Musik weiter ausbauen, da ist auch die Staatsoper ein Thema. Der zweite Kern ist Innovation, wo wir in den letzten Jahren schon versucht haben, die Ersten zu sein. Wir haben nach wie vor als einziges Turnier Netze für die Ballkinder. Genauso wie das Erste-Bank-Voting. Das kommt bei Spielern und Publikum unglaublich gut an. Wir werden auch in Zukunft einiges tun, um den Unterhaltungswert zu steigern.

Thomas Schaufler über …
… Zuschauer-Zustrom: Wir hatten unglaublich viele Kundenanfragen wegen Tickets. Nicht nur vor, sondern auch noch während des Turniers. Wir waren an den meisten Tagen ausverkauft. Bei den Spielen war jede Menge Emotion dabei. Ich denke da nur an das Spiel von Dennis Novak gegen Kyle Edmund. Schade, dass er das verloren hat.

… sein Resümee als Sponsor: Das Turnier war wieder einmal eine Visitenkarte für den Sport und für die Stadt Wien. Ich möchte dem ganzen Team gratulieren, es ist alles unglaublich gut gelaufen. Wir haben von unseren Kunden nur hellauf begeistertes Feedback bekommen. Das wird schwer zu toppen sein, aber ich freue mich schon auf nächstes Jahr.

Kurt Gollowitzer über…
… seine Emotionen: Ich will an dieser Stelle einmal danke sagen, auch den Medienvertretern, die in den vergangenen Tagen so positiv über uns geschrieben haben. Die Stadthalle und die Stadt Wein sind in den letzten Tagen sehr gut davongekommen. Das ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Ein besonderer Dank geht auch an Turnierdirektor Herwig Straka.

… die Entwicklung des Turniers: Das Turnier gibt es seit 1974. Ich erinnere mich noch an die problematische Zeit in den 2000er-Jahren. Nicht nur sportlich, sondern auch kaufmännisch. Dann ist mit Herwig Straka ein verlässlicher Partner für die Stadthalle und die Stadt Wien gekommen. Ohne ihn wären wir heute nicht da, wo wir sind. Als er vor drei Jahren zu mir gekommen ist und erzählt hat, dass die 500er-Lizenz von Valencia frei wird und ob wir die kaufen wollen, da ist mir bei den Zahlen schwindlig geworden. Aber jetzt hat sich alles als richtig herausgestellt.

Presseinfo Erste Bank Open

Endergebnis Doppel:
HEIMMANNSCHAFT, GASTMANNSCHAFT, STADION, BEWERB

Endergebnis Einzel:
HEIMMANNSCHAFT, GASTMANNSCHAFT, STADION, BEWERB

29.10.2017