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In der Erste Bank Eishockey Liga kommt es zum ewigen jungen Lokalduell KAC vs. VSV. Es ist das 320. Kärntner Derby in der Geschichte. Die Vorherrschaft um Kärnten geht in dieser Saison bereits in die dritte Runde.

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte rund um Weihnachten seinen zweiten Tabellenplatz mit einem begeisternden 7:5-Heimerfolg über Titelverteidiger Vienna Capitals und einem smart erspielten 4:1-Auswärtssieg in Graz weiter absichern. Der Vorsprung auf den Dritten Linz beträgt mittlerweile fünf Zähler, jener auf „den Strich“, der die EBEL nach 44 Runden zweiteilt, bereits 18 Punkte. Vor heimischer Kulisse punkteten die Klagenfurter in zwölf ihrer bislang 16 Partien, mit nur 1,81 Gegentreffern pro Spiel ist der EC-KAC in Heimspielen auch das statistisch defensivstärkste Team der EBEL. Gegen den Erzrivalen behielt Rot-Weiß heuer bislang eine weiße Weste, sowohl auswärts in Villach (4:3) als auch zu Hause (1:0) setzte man sich in regulärer Spielzeit knapp durch.

Die Adler aus Villach gehen auf dem zehnten Tabellenrang liegend in das Spiel in Klagenfurt. Im bisherigen Saisonverlauf gelang es dem EC VSV noch nie, eine Siegesserie zu starten, zwei Erfolge am Stück blieben in fünf Fällen stets das Maximum. Am Dienstag musste sich Blau-Weiß vor eigenem Publikum gegen Medveščak Zagreb mit 3:8 geschlagen geben, damit haben in der EBEL nur Graz (3,41) und Székesfehérvár (3,28) mehr Gegentreffer pro Partie kassiert als Villach (3,19). Allerdings performen die Draustädter in der Fremde vergleichsweise besser als zu Hause: Während sie in der Heimtabelle mittlerweile auf den zwölften und letzten Rang abgerutscht sind, sammelten auswärts nur Wien, Klagenfurt und Salzburg mehr Punkte als der EC VSV.

Die Zahlen zum Spiel:

2,31 – Nach 32 EBEL-Runden hält der EC-KAC bei 74 Gegentreffern, was einem Schnitt von 2,31 pro Partie entspricht. Um eine Saison zu finden, in der die Rotjacken defensiv noch besser dastanden, muss man in den Geschichtsbüchern schon recht weit zurückblättern: Vor 17 Jahren, in der ersten Saison nach dem Liga-Crash (2000/01), kassierten die Rotjacken zuletzt weniger Gegentore.

4 – Saisonübergreifend konnte der EC-KAC jedes der letzten vier Kärntner Derbys für sich entscheiden (2:1 und 4:3 in Villach, 3:1 und 1:0 in Klagenfurt). Die letzte rot-weiße Niederlage gegen den EC VSV datiert vom 13. November 2016, als man an der Drau mit 0:3 unterlag.

7 – Dem EC-KAC gelangen in seinen beiden jüngsten Partien gegen Wien und in Graz gleich sieben Powerplaytreffer, gleich viele, wie in den 16 Spielen zuvor. Die eindrucksvolle Überzahl-Bilanz gegen die Capitals und die 99ers: 13 Möglichkeiten (17:54 Minuten bei numerischer Überlegenheit), 38 Torschussversuche, 25 Torschüsse, 7 Tore.

27 – Johannes Bischofberger führt die teaminterne Wertung der Rotjacken in den Kategorien Tore (11), Assists (16) und Plus/Minus (+21) an. Mit 27 Scorerpunkten aus 29 Spielen ist die sechste Profisaison des 23-Jährigen schon jetzt seine nach Punkten beste.

82 – Die Rotjacken dominierten in den beiden ersten Saisonderbys am Faceoff-Punkt, sie gewannen 82 der insgesamt 120 Scheibenaufwürfe, was einer herausragenden Erfolgsquote von 68,3 Prozent entspricht. Die individuellen Werte aller etatmäßigen KAC-Center lagen zwischen 61,1 (Thomas Hundertpfund) und 75,0 Prozent (Julian Talbot).

89:58 – In den beiden ersten Kärntner Derbys der Saison wurde insgesamt 89:58 Minuten (von 120:00) bei gleicher Spieleranzahl am Eis gespielt. Dabei kassierte der EC-KAC noch keinen einzigen Gegentreffer, sämtliche drei Treffer des EC VSV in Duellen mit den Rotjacken in dieser Spielzeit fielen bei numerischer Überlegenheit für Blau-Weiß.

100 – Im Auswärtsspiel gegen seinen Ex-Klub Graz am Dienstag erzielte Manuel Ganahl den 100. Treffer seiner EBEL-Karriere, der gleichzeitig auch sein 250. Scorerpunkt war. Für die Rotjacken hat der Stürmer in 161 Einsätzen mehr Punkte gesammelt (130) als in den 307 Spielen für die 99ers (120).

Der Gegner:

Die mit zwei Siegen an den ersten beiden Spieltagen ausgelöste Euphorie hielt sich in der Draustadt heuer nur kurz, mittlerweile stehen für den EC VSV bereits 19 Niederlagen aus 32 Spielen zu Buche. Die derzeitige Siegesquote von 40,6 Prozent ist nicht nur bereits die dritte Notierung binnen vier Spielzeiten unter der 50-Prozent-Marke, der aktuelle Wert ist auch der niedrigste für Villach seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 (Durchschnitt 2000 bis 2017: 54,8 Prozent, Anm.). Dennoch liegen die Top Sechs und damit die vorzeitige Play-Off-Qualifikation nach wie vor absolut in Reichweite der zehntplatzierten Adler, gegenwärtig trennen sie bei noch zwölf zu absolvierenden Partien in der ersten Grunddurchgangsphase sieben Zähler vom Sechsten, dem Dornbirner EC.

Viele Kennzahlen lassen einen bevorstehenden Villacher Aufschwung allerdings etwas fraglich erscheinen, so feuert in der gesamten EBEL nur Fehérvár AV19 (28,3 Mal pro Partie) seltener auf das gegnerische Tor als der EC VSV (29,3), auch bei den zugelassenen Schüssen liegen nur die Ungarn (36,5) schlechter als die Adler (35,5). In den Special Team-Wertungen liegt Blau-Weiß jeweils im Liga-Mittelfeld, doch gerade im Powerplay zeigt die Tendenz deutlich nach unten: In den jüngsten 19 Begegnungen gelangen den Villachern bei 50 Möglichkeiten nur magere drei Überzahltreffer. Gleichzeitig baute auch das Penalty Killing ab, erzielten die jeweiligen Gegner im gleichen Zeitraum doch zwölf Tore bei numerischer Überlegenheit.

Die aktuellen Topscorer des EC VSV sind mit Andrew Sarauer (28 Punkte) und Jordan Hickmott (25) zwei Neuzugänge aus dem Sommer. Zu Wochenbeginn verpflichteten die Adler mit István Sofron einen weiteren Import-Stürmer, der Ungar, der im Derby sein Debüt im blau-weißen Trikot geben könnte, ist dem Klagenfurter Publikum bestens bekannt, repräsentierte er gegen Ende der Saison 2015/16 doch auch für 16 Partien den EC-KAC.

Das Kärntner Derby am Donnerstag ist das insgesamt 320. der Geschichte, die Villacher liegen in der ewigen Bilanz mit 138 zu 162 Siegen bei 19 Unentschieden im Hintertreffen. Wesentlich ausgeglichener gestaltet sich das Fazit aus direkten Begegnungen seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000: Hier konnten die Adler 60 der bisher 122 Partien für sich entscheiden. Ihren knappen Vorsprung erarbeiteten sich die Rotjacken erst in den jüngsten Duellen, gingen doch acht der letzten elf Konfrontationen an den EC-KAC.

Die Personalien:

Der EC-KAC muss im Kärntner Derby definitiv auf Kevin Kapstad, Richie Regehr, Matthew Neal und Jon Rheault verzichten, alle vier Legionäre sind verletzt. Im Bereich des Möglichen sind die Einsätze von Neuzugang Stefan Espeland (abhängig vom rechtzeitigen Abschluss der Anmeldeformalitäten) und Verteidiger Ramón Schnetzer, der nach seiner Verletzung am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining zurückkehrte. In beiden Fällen wird die Entscheidung erst nach dem Morning Skate am Spieltag fallen. Erhält zumindest einer der beiden Abwehrspieler grünes Licht, wechselt Patrick Harand wieder zurück in den Angriff.

Der Kommentar:

„Die Eishockey-Feiertage sollen für uns nach dem spektakulären Sieg gegen Wien und dem Erfolg in Graz nun im Derby ihre Fortsetzung finden. Die Stadthalle ist seit Tagen ausverkauft, wir hoffen auf eine ähnlich knisternde Atmosphäre, wie sie unsere Fans am Dienstag in Liebenau geschaffen haben. Villach ist eine Mannschaft, die sehr geradlinig agiert, Spiele gegen den VSV sind stets intensiv und hart geführt. Darauf sind wir vorbereitet: Wir werden dagegenhalten und versuchen, unsere spielerischen Vorteile zur Geltung zu bringen.“ (Steven Strong, Verteidiger EC-KAC)

Medieninfo: KAC

27.12.2017