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Das ÖHB Team wird am 5. Jänner das letzte Testspiel gegen Tschechien vor dem EM in Polen bestreiten. Seit Dienstag hat Teamchef Patrekur Jóhannesson seinen gesamten 17-Mann Kader für die finale Vorbereitung in der Südstadt versammelt. Im Interview spricht der Isländer über die aktuelle Lage und die kommenden Aufgaben.

In der Statisitik liegt Tschechien mit elf Siegen aus 15 Begegnungen klar voran. Doch den wichtigsten Sieg feierte in der jüngeren Vergangenheit Österreich mit dem 30:20 bei der EURO 2014. Es war damals das Auftaktspiel der Österreicher, dank des Erfolges fixierte man auch frühzeitig den Aufstieg in die Hauptrunde. Womöglich ein gutes Omen für die bevorstehende EM, bei der der Auftakt gegen Weißrussland ebenfalls das Schlüsselspiel darstellt.

Die jüngsten drei Freundschaftsspiele entschieden unsere Nachbarn jeweils knapp für sich, zuletzt vor einem Jahr mit 30:26. Auch damals, wie im morgigen Testspiel, traf man sich in der Südstadt. Das morgige Spiel gegen Tschechien ist zugleich der letzte Auftritt auf österreichischem Boden, bevor es weiter zur EURO 2018 geht.

Am Sonntag kommt es zu einem neuerlichen Aufeinandertreffen der beiden EM-Teilnehmer in Brünn. Während Österreich seine Vorrunde bei der EURO 2018 in Porec gegen Weltmeister Frankreich, Vize-Weltmeister Norwegen und Weißrussland bestreitet, geht es für Tschechien nach Varazdin wo man auf den zweimaligen Weltmeister Spanien, den aktuellen Olympiasieger Dänemark und Ungarn trifft.

Patrekur Jóhannesson im Interview

Die finale Vorbereitung zur EURO 2018 ist voll im Gange. Wie hoch ist die Anspannung im Team?

Patrekur Jóhannesson: „Ich kann natürlich nur für mich sprechen und ich muss zugeben, ich merke die Anspannung schon. Speziell in den ersten Tagen bin ich immer ein bisschen nervös, da ist der Puls hoch. Man kommt zum Nationalteam, will so viel machen, vor allem will man alles gut machen und man weiß, es stehen einem intensive Tage bevor. Jetzt, nach den ersten Tagen, merke ich, dass ich ruhiger werde, da wir mitten in unserer Arbeit stecken und an unserem Plan arbeiten. Die Anspannung ist natürlich trotzdem da und wird auch bis zum ersten Spiel bleiben.“

Am Freitag und Sonntag bestreitet man noch zwei Testspiele gegen Tschechien. Wie wichtig sind diese beiden Spiele so kurz vor der EM?

Patrekur Jóhannesson: „Ganz wichtig. Wir gehen 100 Prozent fokussiert in diese Spiele und wollen vor allem sehen, dass das was wir geübt haben, schon klappt. Alle wissen, am 12. Jänner startet die EM, trotzdem finde ich speziell diese Phase wichtig, da man alle Dinge nochmals unter Wettkampfbedingungen üben kann und sehen kann ob man im Training alles richtig umgesetzt hat. Für mich ist Tschechien zudem ein richtig guter Gegner. Das ist, meiner Meinung nach, ein großes Handballland, sie haben immer gute Spieler. Ich gehe davon aus, dass sie eine 6:0-Abwehr spielen werden, so wie die meisten unserer EM-Gegner. Im Training verlange ich immer zu gewinnen. Unser Hauptziel ist natürlich die EM und wir wollen in diesen Spielen sehen, ob unser Plan aufgeht. Aber man muss auch lernen zu gewinnen und die beste Vorbereitung ist, Spiele zu gewinnen.“

Für dich ist es die dritte Großveranstaltung mit dem Nationalteam. Wie viel Routine hat man da bereits in der Vorbereitung?

Patrekur Jóhannesson: „Wir haben schon 2014 einiges aus der Vorbereitung gelernt. Das war damals mein erstes Turnier als Trainer. Dann, ein Jahr später in Katar, haben wir alles noch ein bisschen besser gemacht. Wir haben uns aber danach immer die Frage gestellt: ´Was kann man noch besser machen?´. Ich denke das wichtigste ist, dass man sich selbst gegenüber kritisch bleibt. Genauso muss man aber auch sehen was gut geklappt hat und die Kommunikation mit dem Trainerteam und dem Umfeld muss dabei funktionieren. Wir arbeiten aktuell auf einem sehr hohen Niveau, trotzdem lernt man lernt immer noch etwas dazu.“

Um bestmöglich vorbereitet zu sein erhalten die Spieler auch ein Mentaltraining. Was erwartest du dir davon?

Patrekur Jóhannesson: „Ich erwarte mir sehr viel davon. Ich habe selber mit meinem Landsmann Johann Ingli Gunnarsson gearbeitet und weiß, wie wichtig das ist. Mir hat es viel geholfen. Auch in meinem Studium an der Uni lese ich viele Studien über Mentaltraining und überall wurde klar festgestellt wie wichtig der mentale Part ist. Auch 2014, für die WM-Quali 2015, haben wir schon mit einem Mentaltrainer gearbeitet und das mit Erfolg. Ich finde es wichtig und freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem Landsmann.

Das Nationalteam wurde in den letzten Jahren stark verjüngt. Was traust deiner Mannschaft bei der EM zu?

Patrekur Jóhannesson: „Elf unserer Spieler erleben zum ersten Mal eine EM-Endrunde. Ich sehe aber nur die positiven Dinge und wir arbeiten an unseren Stärken. Unser Ziel ist weiterkommen und die beste und erste Chance besteht gegen Weißrussland. Aber wir müssen für alles bereit sein. Ich weiß das klingt langweilig und als Spieler hat man das manchmal gehasst, wenn der Trainer diese Floskel von sich gegeben hat, aber wir müssen von Spiel zu Spiel denken. So ist das. Wir spielen jetzt gegen Tschechien, dann kommt Weißrussland und dann sehen wir weiter. Wenn man ein Ziel erreicht hat, kommt das nächste.“

Spielplan Vorbereitung und Vorrunde EURO 2018

Freundschaftsspiele
Österreich vs. Tschechien
05.01.2018, 20:25 Uhr, Südstadt

Tschechien vs. Österreich
07.01.2018, 15:00 Uhr, Brünn

EURO 2018 – Gruppe B, Porec
Österreich vs. Weißrussland
12.01.2018, 18:15 Uhr

Österreich vs. Frankreich
14.01.2018, 18:15 Uhr

Österreich vs. Norwegen
16.01.2018, 20:30 Uhr

04.01.2018