Segler Benjamin Bildstein bleibt vom Verletzungspech verfolgt

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Benjamin Bildstein verletzte sich gegen Ende des Trainingslagers in Argentinien an der im Februar 2015 operierten linken Schulter. Der 49er-Steuermann wird am Mittwoch in Wien operiert und fällt knapp 12 Wochen aus.

Im Anschluss an den Weltcup vor Miami reiste das 49er-Duo Benjamin Bildstein und David Hussl weiter zum Trainingslager nach Argentinien, wo gemeinsam mit den Lange-Brüdern Klaus und Yago gesegelt wurde. Vor knapp einer Woche, an einem der letzten Trainingstage, verletzte sich Steuermann Bildstein an der im Februar 2015 in Innsbruck operierten linken Schulter. „Bei einer Bewegung mit gestreckter Hand habe ich nach hinten überdehnt. Ich habe sofort gespürt, dass etwas nicht stimmt, die Schmerzen sind aber erst in der Nacht deutlich schlimmer geworden.“ Der 26-jährige Vorarlberger wurde sofort medizinisch betreut, eine MRT-Untersuchung gab schließlich Aufschluss über die Verletzung: „Die Gelenklippe wurde damals mit Ankern fixiert und einer ist durch die Bewegung herausgerissen worden. Ich war sofort im täglichen Austausch mit dem Experten-Stab der Universitätsklinik Innsbruck, sie haben mich wieder toll betreut.“ Drei Tage früher als eigentlich geplant hat Benjamin Bildstein die Heimreise nach Österreich angetreten.

Nach gewissenhafter Rücksprache mit dem Ärzte- und Betreuerteam entschied sich Bildstein für eine Operation mittels Latarjet-Methode. Nachdem ein Knochen vor die Schulter geschraubt wird, sorgen zusätzlich über die Schulter gespannte Bänder für noch mehr Stabilität. „Normalerweise muss die Schulter zunächst einmal für einen Monat komplett ruhiggestellt werden. Der Muskelverlust ist enorm, das habe ich 2015 gesehen. Bei der Latarjet-Methode kann ich gleich nach der Operation wieder leichte Bewegungen ausführen und die Muskulatur bleibt so gut es geht erhalten, eine deutlich schnellere Regeneration ist möglich.“ Bereits am Mittwoch wird Bildstein in Wien operiert und bleibt gleich darauf für zwei Wochen zum Reha-Beginn in der Bundeshauptstadt.

Ein Jahr nach der ersten Schulter-Operation von Benjamin Bildstein verletzte sich sein Partner David Hussl nach einem Radsturz schwer. Im Frühjahr 2017 überdehnte der Vorarlberger Steuermann seine Bänder, Sehnen und Muskeln bei einer Bootskenterung und kurz nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der WM zog sich der 26-Jährige im September ein Loch im Trommelfell im linken Ohr zu. Obwohl die Verletzungsmisere eine Fortsetzung gefunden hat, bleibt Bildstein positiv: „Auch wenn es die größte Operation ist, die ich je hatte, ärgere ich mich nicht lange. Ich bin fest entschlossen, das Programm durchzuziehen und möchte in fünf Monaten bei der Weltmeisterschaft in Aarhus am Start stehen. Ich habe über die letzte Verletzung am Ohr viel Kraft erlangt und bin dadurch mental viel stärker geworden. Wir haben in Miami vor allem seglerisch ein sensationelles Comeback hingelegt und müssen die Zeit effizient planen. Es gilt nun das Material in den Griff zu bekommen, damit wir uns später voll auf die Wasserarbeit konzentrieren können.“

49erFX starten zweite Trainingswoche in Portugal
Nach dem World Cup vor Miami übersiedelten die beiden 49erFX-Boote Tanja Frank/Lorena Abicht und Angelika Kohlendorfer/Lisa Farthofer nach Portugal, um sich in Vilamoura auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten. Am Montag starteten die beiden Teams in die zweite Trainingswoche.

Nur wenige Tage nach der Rückkehr aus Miami, als der Jetlag gerade überwunden war, ging es für die 49erFX-Teams schon weiter zum Trainingslager nach Portugal. Bei winterlichen Verhältnissen in Spanien hatten Tanja Frank und Lisa Farthofer eine beschwerliche Anreise mit dem Bootsanhänger, während Lorena Abicht und Angelika Kohlendorfer die Hinreise mit dem Flugzeug absolvierten. Aktuell befinden sich auch viele andere 49erFX-Teams in Vilamoura, darunter auch Laura Schöfegger und Anna Boustani, die sich in der OeSV-Sichtungsgruppe befinden.

Während Angelika Kohlendorfer und Lisa Farthofer das neue Jahr mit einem 17. Platz beim Weltcup vor Miami starteten, kamen Tanja Frank und Lorena Abicht sogar mit der Bronzemedaille nach Hause. Bei ähnlichen Bedingungen, wie sie auch in Aarhus vorherrschen, haben die beiden Teams die erste Trainingswoche mit Trainer Luca Bursic in Vilamoura absolviert. „Wir sind voll durchgesegelt und viel ins Detail gegangen. Gegen Mittag setzte immer der Wind ein, da hatten wir dann den Fokus auf den Manövern. Wir müssen unseren Speed beibehalten und wollen Fehler ausmerzen. Ein Trainingslager bringt uns extrem weiter, das haben wir schon im Dezember gemerkt,“ berichtet Lorena Abicht, die auch die trainingsfreien Tage in Portugal verbrachte. „So hatte ich noch mehr Trainingszeit. Ich habe von unserem Fitnesscoach einen Plan bekommen und bin jeden Tag in der Früh schwimmen gegangen.“ Ihre Teamkolleginnen nützten die sechstägige Pause für einen kurzen Heimatbesuch und sind am Montag wieder in Portugal angekommen.

„Es waren sehr intensive Einheiten, wir haben aber viel mitgenommen aus der ersten Woche. In Stresssituationen haben wir derzeit noch die größten Probleme, darauf ist auch in der zweiten Woche unser Fokus gerichtet. Beim Speed sind wir sehr gut dabei, das macht uns auch bei starkem Wind sehr viel Spaß,“ berichtet Angelika Kohlendorfer, die beim kurzen Heimatbesuch die praktische Führerscheinprüfung für PKW-Anhänger mit Erfolg absolvierte und nach dem Trainingslager mit Lorena Abicht für die Rückführung des Bootsanhängers zuständig ist.

Presseinfo Österreichischer Segelverband

20.02.2018