Basketball, Swans Gmunden, Fürstenfeld Panthers, Flyers Wels

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Am 24. und 25. März geht mit dem Cup Final-4 ein weiterer Höhepunkt der Saison 2017/18 in der Basketball Bundesliga in Szene. Die Swans Gmunden laden als Rekordcupsieger (6 Titel) zum insgesamt vierten Mal zum zweitägigen Showdown. Vor heimischer Kulisse konnten die Schwäne aber noch keinen Cup-Sieg feiern. Gleich im Halbfinale trifft der Gastgeber im OÖ-Derby auf den Lokalrivalen aus Wels. Die Flyers Wels konnten sich gleich in ihrer Premierensaison für das Final-4 qualifizieren. Auch im zweiten Halbfinale kommt es zu einem Lokal-Derby. Die ece bulls Kapfenberg (3 Cup-Titel), treffen als Titelverteidiger auf den vermeintlichen Underdog, die Fürstenfeld Panthers (1 Cup-Titel).

Im vierten Anlauf wollen die Swans Gmunden ihren ersten Cup-Titel vor heimischer Kulisse erobern. Erst einmal schafften es die Schwäne bei einem „Heim-Cup“ ins Finale (2014). Die damalige 70:74-Niederlage gegen Kapfenberg war zugleich die erste Finalniederlage für die „Schwäne“. 2006 gab es schon einmal ein Oberösterreich Derby in Gmunden zum Cup-Halbfinale. Damals setzte sich der WBC (Vorgängerklub der Flyers) mit 80:76 durch und feierte später den ersten Cup-Titel einer Welser Mannschaft. Aktuell stehen die Schwäne bereits zum elften Mal in einem Final-4. Mit gesamt sechs Titeln (alle in der Ferne) sind die Schwäne Rekordsieger in diesem Bewerb und können auch so schnell nicht mehr eingeholt werden. Die Raiffeisen Flyers Wels schafften bereits in ihrer Premierensaison den Einzug ins Final-4. Während die Welser relativ souverän den Einzug unter die letzten vier schafften (AF gegen St. Pölten, VF gegen Dukes) benötigten die Schwäne in den Quarterfinals gegen die Timberwolves (2 BL) einen Kraftakt im letzten Viertel, nachdem sie die UE Graz (STMK LL) im Achtelfinale klar besiegten.

In der Basketball Bundesliga haben die Schwäne zurzeit klar die Nase vorne. Sie liegen in der Tabelle nicht nur um zehn Punkte voran, sondern gewannen auch alle drei Saisonduelle. Die letzten beiden Aufeinandertreffen wurden allerdings mit weniger als zehn Punkte Differenz entschieden. Einmal konnten sich die Schwäne gar erst in der Verlängerung durchsetzen. Gmunden verfügt auch über den erfahreneren Kader was das Cup Final-4 betrifft. Gleich zehn Spieler standen schon bei einem Entscheidungsturnier am Parkett, zwei von ihnen – Enis Murati (10, 11, 12) und Alex Wesby (04) stemmten bereits die Trophäe. Bei den Flyers haben bereits fünf Spieler Final-4 Erfahrung, keiner von ihnen konnte allerdings bisher den Titel gewinnen. Dennoch gibt es einen Titelträger in den Reihen der Flyers: Headcoach Sebastian Waser gewann als Spieler 2004 mit Gmunden, wobei Waser im Finale nicht eingesetzt wurde. Kapitän Davor Lamesic ist mit sieben Teilnahmen der erfahrenste seiner Mannschaft.

Auch im zweiten Habfinale kommt es zu einem Lokal-Derby. Der amtierende Cup Sieger bittet den Herausforderer aus Fürstenfeld zum Duell. Die Raiffeisen Fürstenfeld Panthers stehen erstmals seit 2012 wieder in einem Final-4. Der Cupsieger aus dem Jahr 2009 – damals gewannen die Steirer sowohl das Halbfinale, als auch das Finale mit nur einem Punkt Unterschied – war vor allem zwischen 2007 und 2012 fast „Dauergast“ unter den letzten vier Teams. In dieser Zeitspanne gelang gleich viermal der Finaleinzug. Die erste Teilnahme an einem Final-4 war bereits 1999. Die ece bulls Kapfenberg feierten im Vorjahr in Oberwart ihren insgesamt dritten Cupsieg. Einen Rekord haben die Bulls seit ihrem Viertelfinalsieg über Mistelbach bereits aufgestellt. Zum bereits 14. Mal – und fünften Mal in Folge – steht der dreifache Cupsieger in diesem Bewerb unter den letzten vier Teams.

Auch in der Meisterschaft sind die bulls zurzeit das Maß aller Dinge. Während der Tabellenführer längst die Playoffteilnahme 2018 bestätigen konnte, stehen die Panthers im Moment auf einem Relegationsplatz. Darüber hinaus musste das Team von Goran Patekar kürzlich einen weiteren Rückschlag hinnehmen, verloren sie doch aufgrund eines Verstoßes gegen die Nachwuchsförderung/-verpflichtung einen Platz für einen ausländischen Spieler. Das Management der Panthers entschied sich dafür Christopher Reyes von der Liste zu streichen. Die Panthers konnten bisher eines der drei Saisonduelle mit den bulls für sich entscheiden.

Die bulls haben mit Milan Stegnjaic den erfahrensten Final-4-Teilnehmer an Board. Er nimmt zum insgesamt achten Mal an einem Cup-Semifinale teil, für Kapfenberg zum dritten Mal in Folge, davor bereits mit Oberwart, Fürstenfeld und Graz. Für Headcoach Mike Coffin ist es die bereits dritte Final-4-Teilnahme in Folge (zuvor WBC Wels; Anm.). Weder als Trainer, noch als Spieler konnte Coffin einen Cuptitel gewinnen. Mit Filip Krämer haben die Bulls aber auch einen Akteur in ihren Reihen, der bereits 2014 in Gmunden die Trophäe stemmte. Bei den Panthers ist Headcoach Goran Patekar mit acht Teilnahmen als Assistent-Coach der Gunners der erfahrenste Panther. Hannes Ochsenhofer war fünfmal dabei. Gemeinsam gewannen sie 2005 den Cup. Aber die Panthers haben auch einen aktuellen Cupsieger in ihren Reihen: Assistent-Coach Adnan Bajramovic war im Vorjahr in gleicher Funktion für Kapfenberg erfolgreich.

Die Begegnungen im Überblick:

Swans Gmunden – Flyers Wels
Samstag, 17.00 Uhr in der Volksbank Arena Gmunden

Fürstenfeld Panthers – ece bulls Kapfenberg
Samstag, 19.15 Uhr in der Volksbank Arena Gmunden

Gewinner SF1 – Gewinner SF2
Sonntag, 18.00 in der Volksbank Arena Gmunden

Kommentare zur Begegnung Swans Gmunden vs. Flyers Wels:
Bernd Wimmer, Headcoach der Swans: „Bernd Wimmer: Ein Cup-Final-Four ist immer etwas Besonderes, ein Derby setzt da noch eines drauf. Wir werden uns sehr gut auf die Flyers vorbereiten, um das Finale erreichen zu können.“

Richard Poiger, Geschäftsführer der Swans: „Das Team hat in den letzten Wochen immer besser den Rhythmus gefunden. Am Wochenende müssen wir jetzt noch einmal mindestens einen weiteren Schritt machen. Kapfenberg ist für das Raiffeisen Cup Final 4 sicherlich Favorit, wir wollen sie herausfordern. Dafür bedarf es aber im Halbfinale gegen Wels einer guten und konzentrierten Leistung, um diese Chance zu bekommen.“

Sebastian Waser, Headcoach der Flyers: „Für uns ist es ein toller Erfolg, im 1. Jahr im Final Four zu stehen. Auch wenn unsere Leistungen in den letzten Wochen nicht berauschend waren, fahren wir aber nicht nur mit dem olympischen Gedanken nach Gmunden. Wir werden alles geben, um den Swans einen harten Cup-Fight zu liefern.”

Erwin Zulic, Spieler der Flyers: „Wir fahren motiviert nach Gmunden und werden alles daran setzen, um die Swans zu fordern.“

Personelles Swans: Toni Blazan ist wieder einsatzbereit, dafür ist Tilo Klette erkrankt und daher fraglich.

Kommentare zur Begegnung Fürstenfeld Panthers vs. ece bulls Kapfenberg:
Karl Sommer, Sportlicher Leiter der Panthers: „Wir sind froh, dass wir seit 2012 wieder im Cup-Final-Four dabei sind. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen sind wir gegen den überlegenen Tabellenführer krasser Außenseiter. Im Cup herrschen aber immer eigene Gesetze und auf das bauen wir. Die Frage wird auch sein, ob Gordon fit ist und spielen kann. Das Team wird trotzdem alles geben, ob es reicht, wird man sehen.“

Erich Feiertag, Teambetreuer der Panthers: „Trotz der negativen Umstände ist unsere Mannschaft und das Trainerteam sehr fokussiert. In einem Cup-Spiel ist alles möglich.“
Tobias Schrittwieser, Spieler der bulls: „Wir gehen hoch motiviert in das Halbfinale gegen die Panthers. Wir sind gut vorbereitet und haben natürlich nur ein Ziel: In das Finale einzuziehen.“

Marck Coffin, Spieler der bulls: „Vor uns steht ein Spiel, in dem nur der Sieg zählt. Dementsprechend akribisch haben wir uns auch vorbereitet. Wir schauen in erster Linie auf uns und auf unsere Stärken und werden alles daran setzen, diese im Halbfinale gegen Fürstenfeld bestmöglich einzusetzen, um in das Finale zu kommen.“

Personelles Panthers: Wesley Gordon ist fraglich, Christopher Reyes wurde von der Liste gestrichen.

Ein Streifzug durch die Geschichte des ABL-Cup

Alles begann 1994 – damals, und nur in diesem Jahr, wurde der Sieger nicht im Final-Four sondern in einem Hin- und Rückspiel ermittelt. UKJ St. Pölten sicherte sich den ersten Cup-Titel im österreichischen Basketball. Gleich ein Jahr später gab es vielerlei Premieren: Erstmals wurde der Titel in einem Final-Four vergeben, zum ersten und einzigen Mal wurde dieses von einem Zweitligateam ausgerichtet – und die Oberwart Gunners sorgten dann auch prompt für DEN Sensationssieg der Geschichte. Im Semifinale wurde Titelverteidiger UKJ St. Pölten ausgeschaltet, im Finale Meister UB Möllersdorf mit 71:69 besiegt. Apropos St. Pölten: Die Niederösterreicher schlugen im Folgejahr wieder zurück: sie nutzten als Veranstalter den Heimvorteil – zum bislang letzten Mal.

1997 – 2001: Der Beginn des „Heimfluchs“ und die „Wiener Neustädter Jahre“
1997 war erneut St. Pölten der Austragungsort des Finalturniers und dieses Mal entführte UB Möllersdorf den Pokal. Von 1998 bis 2001 war dann Wiener Neustadt (Arena Nova; Anm.) Final-Four-Gastgeber: Auf neutralem Boden holten sich die ersten drei Pokalsieger in der Reihenfolge St. Pölten – Oberwart – Traiskirchen deren nächste Titel. 2001 konnten die Lions als erstes Team den Pokal erfolgreich verteidigen.

2002 – 2007: Abwechslung und noch mehr Heimfluch
In den folgenden sechs Jahren war es abwechslungsreich, was die Titelträger betraf: Fünf verschiedene Titelträger (nur die Swans Gmunden holten zwei Pokale), sowie mit den Mattersburg 49ers, den Schwänen, dem WBC Raiffeisen Wels und den ece bulls Kapfenberg vier neue Titelträger. Dazu Erfolg Nummer drei für Oberwart, das damit gemeinsam mit St. Pölten und Traiskirchen zum Cupfighter Nummer 1 avancierte. Gar nicht abwechslungsreich dagegen weiterhin die Geschichte für die Gastgeber: Keiner konnte gewinnen.

2008 – 2012: Die Gmundner Jahre
Es folgte die Blütezeit der Swans: Nicht weniger als viermal in den kommenden fünf Jahren holten sie den Cup an den Traunsee und sie sind mittlerweile mit sechs Erfolgen die klare Nummer 1. Nur 2009 wurde diese Serie unterbrochen und zwar von einem neuen, dem insgesamt achten Cupsieger der Geschichte, den Raiffeisen Fürstenfeld Panthers.

2013: Das Ende des Klosterneuburger Cupfluchs
Bis zum 26. Jänner 2013 hatte der Rekordmeister unter allen noch aktiven Bundesligamannschaften seinen eigenen Cupfluch: Bei bis dahin fünf Final-Four-Teilnahmen konnten sie kein einziges Mal gewinnen. Mit dem 85:77-Halbfinalsieg gegen den WBC Raiffeisen Wels wurde das geändert und mit dem 72:59 gegen den BC Vienna am folgenden Tag auch gleich der erste Cuptitel in die Babenbergerstadt geholt.

2014: Kapfenbergs „verflixtes“ 7. Jahr
So dominant Kapfenberg zu Beginn des dritten Jahrtausends auch war, gleich vier Meistertitel in Folge geholt hatte, so zaghaft hamsterten die Bulls Cup-Siege. Sieben Jahre nach dem Ersten, folgte 2014 in Gmunden der Zweite. Im Semifinale überwanden die Steirer noch jeweils arge Hänger zu Beginn jeder Halbzeit – und bogen die Klosterneuburg Dukes. Tags darauf im Finale gegen den Gastgeber ging’s auf Biegen und Brechen – eben mit dem besseren Ausgang für die Bulls.

2015: „Heimfluch“ vorübergehend außer Kraft gesetzt
Was seit 1997 Bestand hatte, wurde von den Verantwortlichen der ADMIRAL Basketball Bundesliga dann kurzerhand außer Kraft gesetzt – der „Heimfluch“. Wieder auf neutralem Boden – im Multiversum Schwechat – wurde das FLYERALARM Cup Final-Four ausgetragen, welches wohl als eines der bestbesetztesten der Geschichte eingehen wird. Güssing, Wels, Kapfenberg und Wien waren angetreten – durchgesetzt hat sich der Meister aus dem Burgenland, der seinen ersten Cup-Titel feiern konnte.

2016: Ende des Heimfluchs

20 Jahre lang hatte der „Heimfluch“ im Cup bestand. Über diese lange Zeit war es keinem veranstaltenden Verein gelungen die Cup-Trophäe zu gewinnen. Vor zwei Jahren vollbrachten die Oberwart Gunners, nach einem „blow-out“ im Semifinale über den WBC Raiffeisen Wels und einem ungefährdeten Final-Erfolg über den BC Hallmann Vienna, dieses Kunststück.

2017 Start der Ära Kapfenberg?

Im vergangenen Jahr gewannen die ece bulls Kapfenberg das Krpyto Market Cup Final-4 gegen den Titelverteidiger aus Oberwart. Für die Steirer war es nach 2007 und 2014 der dritte Cup-Titel. Final-Four-MVP wurde Kapfenbergs Bogic Vujosevic: Nach seinem „double-double“ im Semifinale legte der Guard im Finale 18 Punkte und 4 Assists auf. In der gleichen Saison entschieden die Steirer auch die Meisterschaft für sich.

Medieninfo: ABL

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23.03.2018