Frauen Handball EM-Quali - Österreich übernimmt mit Sieg über Portugall Tabellenführung

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Zumindest für 24 Stunden steht das Österreichische Handball Frauen Nationalteam auf Platz eins in der EM-Qualigruppe vier und das vor den Weltklassenationen Rumänien und Russland.

Bis zu den letzten beiden EM-Qualispielen Ende Mai, Anfang Juni bleibt man sogar zumindest auf Platz zwei. Vor Heimpublikum in Bregenz besiegte das Team von Coach Herbert Müller Portugal mit 29:24 und bleibt dadurch voll im Rennen um ein Ticket für die EURO 2018 in Frankreich.

Mariana Lopes, sie nahm Teamchef Herbert Müller genau unter die Lupe, nachdem sie den Österreicherinnen am Donnerstag die meisten Probleme bereitete. Samstagabend bekam man die Portugiesin besser in den Griff, doch erneut ließ man die Südländerinnen durch technische Fehler und teils mangelnde Chancenverwertung immer wieder zurück ins Spiel kommen.

Dabei schien, wie schon vor zwei Tagen, das Spiel nach Halbzeit eins entschieden zu sein. Österreich ließ ganze zehn Minuten keinen Gegentreffer zu, zeigte sich im Angriff zunächst konsequent und führte nach 13:43 Minuten bereits komfortabel mit 8:1. Doch dann eine erste kleine Schwächephase, Portugal kämpfte sich bis auf zwei Tore heran. Dank einer erneut starken Leistung der jungen Antonija Curic im Tor, stellte man bis zur Pause aber noch auf 16:11.

Nach Seitenwechsel ließ man Portugal zurück ins Spiel kommen. Innerhalb weniger Minuten kamen die Gäste bis auf zwei Tore heran doch die Schützlinge von Herbert Müller ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Tor um Tor vergrößerte man den Vorsprung wieder, Mirela Dedic stellte in der 44. Minute auf 22:17. Nun war die Partie vorzeitig entschieden, denn diesen Vorsprung verwaltete man geschickt und gewann schlussendlich hoch verdient mit 29:24.

Nach vier Spielen in der Qualifikation zur EM 2018 hält die österreichische Equipe bei drei Siegen und steht damit sensationell auf Platz eins in der Qualigruppe vier, die mit Olympiasieger Russland und Rumänien, WM-Dritter 2015, mehr als hochkarätig besetzt ist. Rumänien und Russland treffen am Sonntag in Cluj Napoca (ROU) zum Rückspiel aufeinander, nachdem die Russinnen am Mittwoch 30:25 gewannen.

Ende Mai empfängt man in Innsbruck Rumänien, Anfang Juni gilt es auswärts gegen Russland zu bestehen. Mit den zwei Siegen über Portugal in dieser Woche bleibt man selbst bei Niederlagen gegen die beiden Gruppenfavoriten voll im Rennen um den besten Drittplatzierten aller Qualigruppen und damit das Ticket nach Frankreich.

Herbert Müller, Teamchef Österreich: „Wir sind wieder fantastisch ins Spiel gestartet, haben nach wenigen Minuten 8:1 geführt, hätten sogar höher führen müssen. Aufgrund technischer Fehler haben wir Portugal wieder eingeladen. Die Abwehr stand heute im Vergleich zu Donnerstag konstanter, die Eigenfehlerquote im Angriff war aber viel zu hoch. Habe ich im Hinspiel noch die Deckung bekrittelt, muss ich heute den Angriff bekritteln. Unterm Strich war der Sieg aber mehr als verdient.“

Sonja Frey: „Man hat heute einfach gemerkt, dass die Saison schon lange ist, wir konnten teilweise die Spannung nicht hoch genug halten. Wir haben immer gewusst, dass wir dieses Spiel irgendwie gewinnen werden, aber das alleine ist nicht unser Anspruch. Wir wollen auch dem Publikum etwas bieten.“

EM-Qualifikation 2018
Österreich vs. Portugal 29:24 (16:11)
24.03.2018, 20:15, Bregenz
Spielprotokoll
Werferinnen Österreich: Beate Scheffknecht (6), Sonja Frey (5), Romana Gerisch (5), Patricia Kovacs (4), Kristina Logvin (2), Mirela Dedic (2), Ines Ivancok (2), Stefanie Kaiser (1), Josefine Huber (1), Claudia Wess (1)

Portugal vs. Österreich 30:32 (11:17)
22.03.2018, 21:30 Uhr, Tondela, Portugal
Werferinnen Österreich: Beate Scheffknecht (9), Sonja Frey (7), Romana Gerisch (4), Mirela Dedic (4), Patricia Kovacs (2), Johanna Schindler (2), Josefine Huber (1), Stefanie Kaiser (1), Ines Ivancok (1), Claudia Wess (1)

EM-Qualifikationsgruppe 4

  Team T W D L GOALS DIFF PTS
1. Österreich 4 3 0 1 113:115 -2 6
2. Rumänien 3 2 0 1 93:71 +22 4
3. Russland 3 2 0 1 87:77 +10 4
4. Portugal 4 0 0 4 95:125 -30 0

ÖHB-Juniorinnen schlagen in WM-Qualifikation auch Portugal
Die ÖHB-Juniorinnen (Jahrgänge 2000 u. jünger) haben auch ihr zweites Spiel bei der WM-Qualifikation im portugiesischen Leiria gewonnen. Am Samstag behielt Rotweißrot gegen Gastgeber Portugal mit 24:22 (15:11) die Oberhand und trifft am Sonntag im Entscheidungsspiel auf Spanien. Am Freitag hatten sich die Österreicherinnen gegen Bulgarien klar mit 26:14 behaupten können.

ÖHB-Cheftrainer Helfried Müller war nach dem Sieg über Portugal rundum zufrieden: „Ich bin total stolz auf diese Mannschaft! Ich habe wirklich nicht gedacht, dass sie schon so weit ist. Wir haben ihnen die Schneid abgekauft – durch eine tolle Deckung, durch tolle Torhüterinnen-Leistungen und vor allem in der ersten Hälfte durch einen tollen Angriff. Auch in die zweite Halbzeit sind wir gut gestartet, 15 Minuten vor dem Ende hat sich aber der Kräfteverschleiß bemerkbar gemacht und die Portugiesinnen sind, vom Publikum beflügelt, nochmals auf 19:19 rangekommen. Danach haben wir aber zurückgefightet und verdient gewonnen. Wir haben schon jetzt ein ausgezeichnetes Turnier gespielt, wenn wir am Sonntag Spanien schlagen, sind wir weiter!“

Aus rotweißroter Sicht besonders spannend: Der ÖHB bestreitet die Qualifikation nicht mit einer „1998er“-, sondern eben mit seiner „2000er“-Auswahl. „Im Sport interessiert es nicht, ob man das jüngere oder weniger erfahrene Team ist bzw. Ausfälle zu verkraften hat. Am Ende zählt immer nur das Ergebnis“, stellt Müller klar.

Unabhängig vom Ausgang des Qualifikationsturniers in Leiria hat das „2000er“-Team schon ein Turnierticket in der Tasche. Für die U19-Europameisterschaft im kommenden Jahr ist man bereits qualifiziert. Auch die U20-WM in zwei Jahren ist für diesen Jahrgang ein Thema. Müller: „Bis dahin kann allerdings noch sehr viel passieren. Jetzt liegt der Fokus erst einmal auf den bevorstehenden Quali-Spielen. Danach werden wir unser Fazit ziehen!“

U20-WM-Qualifikatuon weiblich in Leiria (POR)
23.03.: Österreich – Bulgarien 26:14 (13:6)
Tore AUT: Neidhart 6, Kofler 5, Draguljic 3, Failmayer 3, Fehringer 3, Marksteiner 2, Martinovic 2, Bayezit 1, Schlegel 1

24.03.: Österreich – Portugal 24:22 (15:11)
Tore AUT: Neidhart 7, Kofler 4, Schlegel 4, Failmayer 4, Matosevic 3, Dramac 1, Novak 1

25.03., 15:30 Uhr: Österreich – Spanien

Kader NF 2000
BAYEZIT Jülide (ROOMZ HOTELS ZV Handball Wr. Neustadt) 14.11 2000
DRAGULJIC Sarah (Hypo NÖ) 25.01.2000
DRAMAC Isabell (Hypo NÖ) 17.05.2000
FAILMAYER Johanna (ATV Trofaiach) 16.01.2000
FEHRINGER Lilly (WAT Atzgersdorf) 15.02.2001
IVANCOK Lena (MGA Fivers) 29.03.2001
KOFLER Lea (WAT Atzgersdorf) 09.08.2000
KRENN Lea (Hypo NÖ) 27.04.2001
MARKSTEINER Adriana (SSV Dornbirn Schoren) 21.02.2000
MARTINOVIC Kristina (MGA Fivers) 14.11.2001
MATOSEVIC Annabella (MGA Fivers) 02.02.2001
MISIC Natali (ROOMZ HOTELS ZV Handball Wr. Neustadt) 24.02.2000
NEIDHART Nina (Hypo NÖ) 16.06.2001
NOVAK Sophie (WAT Atzgersdorf) 09.06.2000
REICHERT Johanna (Union APG Korneuburg) 31.12.2001
SCHLEGEL Klara (UHC Eggenburg) 07.05.2001

Erster Länderspielsieg – „2002er“-Mädchen bezwingen Französinnen
Das neugegründete Jugendnationalteam der Mädchen (Jahrgänge 2002 und jünger) ist seit Freitag in Balatonboglár am Plattensee erstmals im Turniereinsatz. Nach der 28:43 (16:20)-Auftaktniederlage gegen Gastgeber Ungarn feierte die Auswahl von Cheftrainerin Simona Spiridon in ihrem ersten zweiten Länderspiel überhaupt den ersten Sieg, schlug am Samstag Frankreich 24:23 (10:13). Die besten Torschützinnen für Österreich waren Katarina Pandza (8 Tore), Anja Vuckovic und Djellza Hetemaj (je 5). Am Sonntag trifft das „2002er“-Team zum Abschluss auf Rumänien. Spielbeginn ist 12 Uhr.

„Wir waren auf die körperlich sehr starken Französinnen wirklich gut eingestellt. Die Mädchen haben die Taktik auch perfekt umgesetzt, vor allem in der Deckung viel Kampfgeist gezeigt, aber auch im Angriff clever agiert und voll dagegengehalten. Nur am Ende der ersten Halbzeit sind meinen Spielerinnen ein paar unnötige Fehler passiert, anderenfalls wären wir nicht mit einem 3-Tore-Rückstand in die Pause gegangen. In Summe bin ich aber sehr zufrieden. Es war ein verdienter Sieg. Morgen wollen wir im Duell mit den Rumäninnen an diese Leistung anknüpfen“, berichtete ÖHB-Trainerin Spiridon. Das rumänische Team verfügt bereits über etwas mehr Erfahrung, ist das Turnier in Balatonboglár doch bereits ihr zweites.

Das große Ziel von Österreichs Jugendnationalteam der Mädchen ist die U17-Europameisterschaft (A-Kategorie) im Sommer 2019, für die man gesetzt ist. Die EM wird nicht nur wegweisend für den weiteren Werdegangs dieses Jahrgangs sein, sondern auch darüber entscheiden, in welche Kategorie das kommende Jugendnationalteam eingestuft wird!

Viernationenturnier NF 2002 in Ungarn
23.03.: Österreich – Ungarn 28:43 (16:20)
24.03.: Österreich – Frankreich 24:23 (10:13)
25.03., 12:00: Österreich – Rumänien (NEKA Sport Hall)

Erweiterter Kader NF 2002
BEGOVIC Melissa (Union St. Pölten) 12.03.2002
BENNEKER Naomi Bonita Jo (SSV Dornbirn Schoren) 23.04.2002
BETZ Katrin (Union St. Pölten) 15.02.2002
DRAMAC Kristina (WAT Atzgersdorf) 09.01.2002
FIDESSER Elena (UHC Eggenburg) 18.06.2002
FUCHS Denise (SSV Dornbirn Schoren) 31.10.2002
GERINGER Vanessa (WAT Atzgersdorf) 09.02.2002
GORIUPP Johanna (HIB Handball Graz) 26.04.2002
GSCHWENTNER Lilli (WAT Atzgersdorf) 15.02.2003
HETEMAJ Djellza (Union St. Pölten) 09.06.2002
HUBER Marie (SSV Dornbirn Schoren) 29.10.2002
LEITNER Nora (Vöslauer HC) 05.05.2002
MAHR Sandra (WAT Atzgersdorf) 13.07.2002
PANDZA Ana (Hypo NÖ) 24.12.2003
PANDZA Katarina (Hypo NÖ) 17.04.2002
STEYRER Mirijam (WAT Atzgersdorf) 10.05.2002
TRUPINA Mia (WAT Atzgersdorf) 27.08.2002
VUCKOVIC Anja (MGA Fivers) 01.06.2002

Presseinfo ÖHB

24.03.2018