Basketball

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Die bulls Kapfenberg haben das Finale des Raiffeisen Cup Final-4 für sich entschieden und ihren vierten Cupsieg der Vereinsgeschichte geholt. Mit dem 82:79- Triumph über die Swans Gmunden verteidigten die Steirer ihren Titel aus dem Vorjahr.

Der aktuelle Tabellenführer der Basketball Bundesliga gewann damit auch den vierten aufeinanderfolgenden Titel (Cupsieger 17, Meister 17, Supercupsieger 17, Cupsieger 18; Anm.) in Folge. Rekordcupsieger Gmunden muss weiterhin auf seinen 7. Cupsieg warten und verlor nach 2014 zum zweiten Mal ein Finalspiel vor heimischem Publikum. In einer hochklassigen Finalbegegnung setzte sich Kapfenberg am Ende wegen seiner konstanteren Leistung und der besseren Trefferquote von jenseits der Dreipunktelinie durch (44% zu 30%). Bogic Vujosevic wurde wie schon 2017 zum „Cup-MVP“ gewählt. Der Kapfenberger Pointguard war mit 19 Punkten Top-Scorer seiner Mannschaft. Mit zusätzlich 11 Assists kam er auf ein „double-double“.

Beide Teams starteten das Cupfinale mit hoher Intensität. Vor allem am Defensivrebound ließen die beiden Mannschaften keine zweiten Chancen zu. Bei Kapfenberg lief viel über Jozo Rados, der im ersten Viertel 10 Punkte machte. Gmunden konnten sich in dieser Phase auf Tilo Klette verlassen, der 9 Punkte im ersten Abschnitt beisteuerte. Gmunden egalisierte im zweiten Viertel prompt den 21:23-Rückstand aus den ersten 10 Minuten. Gmunden haderte allerdings mit einem unglücklichen Abschluss. Kapfenberg, das Rados ab der 17. Minute mit 3 Fouls auf der Bank hatte, traf – vor allem von jenseits der Dreipunktelinie (54% zu 23% in der ersten Halbzeit) – deutlich besser und stellte mit dem Halbzeit-Buzzer auf 43:33.

In der zweiten Halbzeit stellte Gmunden auf einen Zonen-Defense um und bricht Kapfenbergs Rhythmus. Nachdem Rados sein viertes Foul kassierte (25. Min), verkürzte Enis Murati mit seinem ersten Feldkorb auf 47:49 (26. Min). Daniel Friedrich schaffte wenig später den Ausgleich zum 50:50. Die Begegnung war hochklassig, die „key-players“ übernahmen Verantwortung und hielten ihre Teams jeweils im Spiel (56:57). Kapfenberg bekam das Spiel aber mit einer guten Verteidigung in den ersten Minuten des Schlussabschnitts zunehmend unter Kontrolle. Die Steirer gingen in der 36. Minute mit 71:60 in Führung. Doch Gmunden kämpfte sich nochmals eindrucksvoll zurück: Die Swans verringerten in der Schlussminute den Rückstand auf 79:81. Kareem Jamar traf für Kapfenberg im Gegenzug nur einen Freiwurf (79:82) und Gmunden bekam die Chance auf den Ausgleich. Daniel Friedrich vergab die Chance auf eine mögliche Verlängerung.

Swans Gmunden bulls Kapfenberg
79:82 (21:21, 33:43, 56:57)

Bernd Wimmer, Headcoach der Swans: „Gratulation an Kapfenberg. Sie waren über 40 Minuten die konstantere Mannschaft. Aber ein großes Kompliment an mein Team, das sich unglaublich zurück gekämpft hat und den Fans ein tolles Finale geboten hat.“

Jozo Rados, Spieler der Bulls: „Gratulation an Gmunden für diese tolle Veranstaltung. Es war eine große Werbung für den Basketball. Natürlich auch Gratulation an das Team von Gmunden. Sie haben uns einen unglaublich harten Kampf geliefert. Wir haben über einen guten Mix von Inside- und Outsidespiel die Begegnung entschieden.“

Tilo Klette, Spieler der Swans: „In der ersten Hälfte haben wir unsere Defense nicht zu Ende gebracht. Es war ein guter Kampf unserer Mannschaft. Gratulation an Kapfenberg.“

Marck Coffin, Kapitän der Bulls:
„Es war wie erwartet ein beinharter Kampf um den Titel. Es war ein enges Spiel und wir sind über den Sieg natürlich sehr froh. Wir waren mit unserer heutigen Leistung nicht zu 100% zufrieden. Aber am Ende zählt nur der Sieg.“

2BL: Mistelbach und Jennersdorf erreichen Semifinale
Die Mistelbach Mustangs (#2) und die Jennersdorf Blackbirds (#6) haben das Semifinale der ZWEITEN Basketball Bundesliga erreicht. Die beiden Teams setzten sich in der „best-of-3“-Viertelfinalserie schlussendlich 2:1 durch. Die Niederösterreicher haben in ihrem „do-or-die-game“ die Dornbirn Lions (#7) knapp mit 81:80 besiegt. Die Mustangs erreichten damit zum zweiten Mal in Folge das Semifinale. Die Vorarlberger unterlagen bei ihren letzten fünf Playoffqualifikationen jeweils im Viertelfinale. Jennersdorf drehte gegen den UBC St. Pölten (#3) zunächst das Spiel zu einem 72:59-Sieg und am Ende die „best-of-3“- Viertelfinalserie. Während die Blackbirds gleich im ersten Jahr der Vereinsgeschichte den Semifinaleinzug schafften, schied Vizemeister St. Pölten erstmals im Viertelfinale aus. Die Semifinalserien („best-of-3“; Anm.) starten am Freitag den 6. April mit den Begegnungen Vienna D.C. Timberwolves (#1) gegen Mattersburg Rocks (#5) und Mistelbach Mustangs (#2) gegen Jennersdorf Blackbirds (#6).

Die Jennersdorf Blackbirds (#6) haben im ersten Jahr ihrer Vereinsgeschichte gleich den Einzug ins Semifinale geschafft. Nach der Niederlage in Spiel #1, drehten die Burgenländer die „best-of-3“-Viertelfinalserie zu ihren Gunsten und steigen nach einem 2:1 schlussendlich verdient auf. Sie gewannen den „Showdown“ gegen Vizemeister UBC St. Pölten (#3) am Ende mit 72:59. Die Niederösterreicher eröffneten enorm fokussiert und treffsicher, lagen nach 16. Minuten mit 35:20 voraus. Doch den Blackbirds gelang die Wende: Ein pausenübergreifender 24:2-Run (39:44 / 25. Min), weiterführend eine starke Defensivleistung in der zweiten Halbzeit und insgesamt die Dominanz am Rebound (48:28) ebneten einen schlussendlich klaren Sieg für Jennersdorf. Sebastian Koch war mit 19 Punkten Top-Scorer. Martin Speiser machte für St. Pölten 24 Zähler.

Die Mistelbach Mustangs (#2) haben ihren Aufstieg ins Semifinale der ZWEITEN Basketball Bundesliga mit einem 81:80-Heimsieg geschafft. Die Niederösterreicher entschieden damit die „best-of-3“-Viertelfinalserie gegen die Dornbirn Lions (#7) mit 2:1 für sich. Die Gäste aus Vorarlberg hatten im „do-or-die-game“ den besseren Start (4:10 / 6. Min). Mistelbach kam dann aber etwas besser in die Partie und übernahm zunehmend das Kommando. Nach einem 10:0-Run im dritten Viertel gingen die Mustangs mit 56:43 (26. Min) in Führung. Doch Dornbirn kam zurück, lag in der 34. Minute mit 65:63 voraus. Es folgte eine hektische Schlussphase, in der Mistelbach als glücklicherer Sieger hervorging. Ondrej Dygryn machte für die Mustangs mit 16 Punkten, 13 Rebounds und 7 Assists ein gewaltiges Spiel. Ander Arruti (19 PTS, 10 RB, 7 AS) hielt für Dornbirn dagegen.

Die Viertelfinalpaarungen im Überblick:
Basket Flames #8 – Vienna D.C. Timberwolves #1
Endstand in der „best-of-3“-Serie: 0:2

Mistelbach Mustangs #2 – Dornbirn Lions #7
81:80 (19:20, 38:33, 61:55)
Endstand in der „best-of-3“-Serie: 2:1

UBC St. Pölten #3 – Jennersdorf Blackbirds #6
59:72 (20:12, 37:33, 45:50)
Endstand in der „best-of-3“-Serie: 1:2

Mattersburg Rocks #5 – Raiders Villach #4
Endstand in der „best-of-3“-Serie: 2:0

Mistelbach Mustangs #2 Dornbirn Lions #7
Endstand in der „best-of-3“-Serie: 2:1
81:80 (19:20, 38:33, 61:55)

Nach minutenlanger Führung der Mustangs mit mageren 2:0 kommen die Gäste langsam in Fahrt und legen vor. Dornbirn geht mit 10:4 in Führung, erst dann sind die Gastgeber wach und kämpfen sich heran. 19:20 endet Viertel eins. Ordnungsgemäß liefern Prachar (2×2) und Dygryn (3) den Einstieg in das zweite Viertel. Der Vorsprung steigt. Nun ist es vor allem Luka Brajkovic, der die Lions nicht abreißen lässt. Doch auch Mistelbach hat einen Youngster: geballte Energie von Pauli Isbetcherian in Offense und Defense bilden den Kontrapunkt. Mit einem schmerzhaften technischen Foul endet die erste Halbzeit mit 38:33.

Wieder ist es Isbetcherian, der das Viertel ankurbelt. Der Vorsprung steigt auf 53:43 und Auszeit Dornbirn. Nach Fouls an Arruti und Vicens muss Prachar in der Defense Zurückhaltung üben, Brajkovic verwertet mehrmals und das Viertel endet 61:55. Viertel vier bringt nach vier Minuten die Führung der Gäste (63:65). Die Halle kocht, das Tempo ist hoch, Fehler auf beiden Seiten sind die Folge. Eine Minute vor Schluss fällt der wichtige Dreier von Arruti – 74:76 für Dornbirn, und Auszeit der Mustangs. Die Verantwortung liegt beim Playmaker, und Dygryn liefert zwei. Arruti kontert. Sismilich übernimmt Verantwortung und verwandelt einen schwierigen Dreier, +1 für die Mustangs. Fünf Sekunden noch, Foul von Semerad, Auszeit Merino und Auszeit Weissenböck. Drei Sekunden vor Schluss ein Foul von Sismilich an Vicens. Der verwandelt beide Würfe. Noch drei Sekunden – und ein unsportliches Foul von Vicens an Prachar. Der ruft seine Routine ab und verwandelt beide Würfe – niemand sitzt mehr. Noch zwei Sekunden, ein Offensiv- Foul von Semerad. Einwurf Dornbirn, die Zeit läuft ab – 81:80 und die Mustangs sind weiter.

Stimmen zum Spiel:
Ivo Prachar, Spieler der Mustangs: „Zu Spielbeginn waren beide Mannschaften – wie auch in Spiel eins – sehr nervös. Dann haben wir den Ball besser bewegt, haben uns freie Würfe erarbeitet und zur Halbzeit eine 5-Punkte-Führung erkämpft. Wir spielten mit mehr Aggressivität, waren am Rebound erfolgreicher und konnten die Führung auf +13 ausbauen. Doch dann wurde unsere Offense statisch, die Defense existierte nicht und unser Score rutschte auf -4. Am Ende des Spieles waren es unsere doch noch erfolgreichen Würfe – und natürlich auch das Glück. Dies waren die Gründe für den hauchdünnen +1-Erfolg.“

Ondrej Dygryn, Spieler der Mustangs: „Dornbirn ist ein wirklich starkes Team. Die erste Saisonhälfte ist für sie nicht so gut gelaufen, in der Rückrunde dann etwas besser. In den Playoffs haben sie dann wirklich eine gute Leistung gezeigt. Wir wissen, woran wir zu arbeiten haben: Wenn wir bis ins Finale wollen, müssen wir eine stärkere Offense zeigen – und viel mehr Gas! Darüber hinaus waren es auch heute – wie in jedem Spiel – 14 Turnover. Da ist genug zu tun.“

Inaki Merino, Headcoach der Lions: „Die letzte Aktion hat mich wirklich sehr negativ überrascht. Das ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Hier war keine unsportliche Situation. Dafür haben wir nicht die ganze Saison so hart gearbeitet. Es sollten die wesentlichen Personen das Spiel entscheiden – die Spieler. Am Ende war es Glück für Mistelbach, jedoch sollten Spiele nicht auf diese Weise entschieden werden. Ich bin sehr stolz auf mein Team, sie haben gezeigt, wie ein Spiel sein soll und Kampfgeist bewiesen. Doch wir beenden die Saison mit dem Gefühl, dass wir unsere Arbeit auf sportlichem Gebiet nicht abschließen konnten.“

Luka Kevric, Spieler der Lions: „Es war ein riesiges Playoff-Spiel vor sehr sehr guter Kulisse. Es war ein starker Gegner, wir haben lange Zeit mitspielen können, es war ein Hin und Her, ständige Führungswechsel mit einem dramatischen Finish und dem schlechteren Ende für uns. Die Saison ist vorbei, trotzdem dürfen wir stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Nächste Saison greifen wir wieder an.“

Beste Werfer: Dygryn 16, Isbetcherian 15, Prachar 14 bzw. Vicens 27, Arruti 19, Brajkovic L., Kevric je 13

UBC St. Pölten #3 Jennersdorf Blackbirds #6
Endstand in der „best-of-3“-Serie: 1:2
59:72 (20:12, 37:33, 45:50)

Das Spiel startet schwungvoll auf beiden Seiten. Beide Teams starten offensiv sehr stark in das Spiel. Schnell gehen die St. Pöltner mit 11:5 in Führung. Beide Teams drücken aufs Tempo. Früh in diesem Spiel kassieren sowohl Christoph Astl als auch Martin Speiser das 2. persönliche Foul. Der UBC geht kurz nach Viertelbeginn im zweiten Viertel mit plus 11 in Front. Die Jennersdorfer geben aber nicht auf und versuchen mit schnellen Aktionen die St. Pöltner Defensive zu brechen. Mit noch knapp 5 Minuten im zweiten Viertel kassiert der stark aufspielende Paul Koroschitz sein 4. Foul. Der UBC lässt sich aber dadurch nicht aus dem Rhythmus bringen und Andi Bauch bringt die Niederösterreicher in Folge mit einem Dreier mit 13 Punkte in Führung. Kurz vor der Halbzeitpause kommen die Jennersdorfer besser in Fahrt und können innerhalb einer Minute den Rückstand auf 8 Punkte verringern.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit entwickelt sich ein hartes und spannendes Spiel zwischen beiden Teams. Nach 3 gespielten Minuten bringt Jandrasits die Jennersdorf erwieder in Führung. Die St. Pöltner finden kein Mittel gegen die aggressive Defensive der Burgenländer. Martin Speiser ist es, der die St. Pöltner wieder auf Minus 2 heranbringt. 2 Minuten vor dem Ende des 3. Viertels kochen die Emotionen über und die Bank der Blackbirds kassiert ein technisches Foul. Die Jennersdorfer übernehmen zu Beginn des vierten Viertels wieder das Kommando und können den Vorsprung weiter ausbauen.

Stimmen zum Spiel:
Andreas Worenz, Headcoach vom UBC: „Wir haben auch dieses Spiel wegen einer schlechten zweiten Halbzeit verloren.“

Markus Mayer, Vorstandsmitglied vom UBC: „Heute haben zwei ebenbürtige Mannschaften gegeneinander gespielt. Jennersdorf war die glücklichere und im Endeffekt bessere Mannschaft.“

Daniel Müllner, Headcoach der Blackbirds: „Wir waren heute die glücklichere Mannschaft und haben in den entscheidenden Phasen die wichtigen Würfe getroffen. Gratulation trotzdem auch an St. Pölten.“

Beste Werfer: Speiser 24, Böck L. 17, Bauch 8 bzw. Koch S. 19, Astl Ch. 17, Klepeisz, Jandrasits je 12

Presseinfo ABL/ÖBL/red./2BL

25.03.2018