Vienna Capitals, HCB Südtirol

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Am Ostermontag stand in der Albert-Schultz-Halle das fünfte Spiel der Halbfinal-Serie Vienna Capitals vs. HCB Südtirol auf dem Programm. Die Italiener feierten dabei einen knappen 2:1-Auswärtssieg und stehen mit 4:1-Siegen im Endspiel. Der amtierende Titelträger in der Erste Bank Eishockey Liga ist somit entthront.

Mit dem sprichwörtlichen „Rücken zur Wand“ begannen die Vienna Capitals mit viel Energie und Wucht. Die Wiener konnten sich zwar ein optisches Übergewicht erspielen taten sich aber schwer klare Tormöglichkeiten herauszuspielen. Ähnlich wie in den ersten beiden Heimspielen der Serie stand der HCB Südtirol in der Verteidigung äußerst kompakt und lauerte auf Konterangriffe. So entwickelte sich zwar eine intensive Partie mit Vorteilen für die Gastgeber – Die erwähnenswerten Offensivaktionen waren auf beiden Seiten jedoch Mangelware. So richtig „interessant“ vor einem Tor wurde es in der achten Minute als Ein Schuss von Pollastrone Gäste-Goalie Tuokkola vor leichte, aber keineswegs unlösbare, Probleme stellte. Bis zur ersten dicken Möglichkeit des Spiels dauerte es bis zur elften Minute als Schneider einen Querpass von Pollastrone knapp neben das Tor setzte. 180 Sekunden später prüfte Wukovits den Gäste-Torhüter. Tuokkola konnte mit der Stockhand den Führungstreffer verhindern. Weitere 60 Sekunden konnte Romig die Scheibe aus aussichtsreicher Position nicht auf das Gäste-Tor bringen. Die Vienna Capitals waren zwar im ersten Abschnitt optisch klar überlegen. Die Torschussstatistik von 17:2 sprach Bände. Vieles deutete in der Folge auf ein torloses erstes Drittel hin. Doch dann kam die 17. Minute. Nach einem Energieanfall von Kapitän Nödl kommt die Scheibe zu McKiernan der zieht überlegt ab. Buck fälscht in der Folge den Puck unhaltbar zum verdienten 1:0-Führungstreffer in die Maschen ab. Nach dem Führungstreffer mussten die Vienna Capitals eine Schrecksekunde überstehen. In einem drei-gegen-einem Konterangriff hämmerte Sointu die Scheibe an die Stange. Keine 60 Sekunden danach hatten die Vienna Capitals den möglichen zweiten Treffer am Schläger. Tuokkola konnte sich sehenswert nach einem Schneider-Schuss mit der Fanghand in Szene setzen. Zwischenstand nach 20 Minuten somit 1:0.

Das zweite Drittel begann für die Vienna Capitals mit einer kalten Dusche. Im ersten Überzahlspiel der Gäste gelingt den Gästen der Ausgleichstreffer. Nach einem Schuss von Tomassoni hat Caps-Goalie Lamoureux bereits die Fanghand auf der Scheibe. Trotzdem rutscht ihm der Puck irgendwie durch. Monardo steht goldrichtig und staubt zum 1:1-Ausgleichstreffer ab. Den Schock über den vermeidbaren Gegentreffer verdauten die Vienna Capitals nach rund zwei Spielminuten. Von da an übernahmen die Gastgeber wieder deutlich das Kommando. In Punkto Effektivität und Qualität im Qualität im Torschuss waren die Wiener jedoch weiter nicht zwingend genug. Wie man es besser macht zeigten in der 34. Minute die Gäste. Ein Konterangriff schloss Frigo mit einem wuchtigen, aber keineswegs unhaltbaren, Schuss zum 1:2 ab. Das bisherige optische Übergewicht war somit vom Tisch gewischt – Der Spielverlauf stand völlig auf dem Kopf. Die Vienna Capitals versuchten in der Folge weiter alles fanden aber kaum ein Rezept gegen die defensiv sehr intelligent stehenden Gäste. In der 37. Minute hatten die Wiener großes Glück als Micelli die dicke Chance auf das 1:3 vorfand. Er konnte jedoch die Scheibe nicht im Tor unterbringen. Wenige Sekunden vor dem Drittelende hatten die Vienna Capitals Pech als Schneider die Scheibe an die Stange knallte. Zwischenstand nach 40 Minuten somit 1:2.

Auch im letzten Drittel hatten die Vienna Capitals mehr vom Spiel – Die qualitativ hochwertigeren Torchancen hatten die Gäste. Oleksuk hätte in der 43. Minute das 1:3 machen können. Das wäre wohl die vorzeitige Entscheidung gewesen. Vier Minuten später rettete Lamoureux die Vienna Capitals in einer Kontersituation in höchster Not. Alleine aufgrund der Spielanteile wäre eine zwei-Tore-Führung für die Gäste zwar glücklich aber wegen der qualitativ hochwertigen Torchancen wäre es nicht unverdient gewesen. Die Vienna Capitals traten erst wieder in der 50. Minute offensiv in Erscheinung. Einen Schuss von Schneider konnte Tuokkola mit Glück und Geschick abwehren. Wenige Sekunden später fand Tessier eine richtig dicke Ausgleichschance vor. Er brachte jedoch nicht die Scheibe über den Schoner von Gäste-Goalie Tuokkola. In der Folge legte das Spiel vor 5.150 Zuschauern von der Spannung. Schafft der Meister mit einem Kraftakt noch das Comeback und gewinnt Spiel fünf? Die Antwort war: Leider nein! Die Vienna Capitals probierten alles kamen am Ende aber nicht mehr zum Ausgleichstreffer.

So blieb es am Ende beim 2:1-Auswärtssieg des HCB Südtirol der gleichzeitig das Saisonende für die Vienna Capitals bedeutet. Die Italiener waren in einer engen Serie am Ende die effektivere Mannschaft die auch in Punkto Ausrichtung und System dem amtierenden Meister leicht überlegen war. Am Ende stehen die Südtiroler verdient im Finale. Auf den Gegner muss der HCB Südtirol jedoch noch warten.

Vienna Capitals vs. HCB Südtirol 1:2 (1:0, 0:2, 0:0)
Albert-Schultz-Halle, 5.150 Zuschauer, SR Piragic/Smetana

Tore: Buck (17.) bzw. Monardo (23./PP), Frigo (34.)

Strafminuten: 4 bzw.8

02.04.2018