Fußball, Europa League, Red Bull Salzburg, Valon Berisha

© Sportreport

Red Bull Salzburg musste sich im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Lazio Rom mit 2:4 geschlagen geben. Valon Berisha will seine Bullen dennoch nicht abschreiben. Im Interview mit Sky betonte er, dass die Hoffnung noch lebt.

Lazio Rom – FC Salzburg 4:2
Schiedsrichter: Ovidiu Alin Hategan

Valon Berisha (FC Salzburg):

…über das Spiel: „Wir haben in ein paar Situationen sehr schlecht verteidigt. Wir machen den Ausgleich zum 2:2 und direkt danach geht Felipe Anderson ungehindert zwischen zwei, drei Spielern durch, das darf nicht passieren. Wir nehmen das Ergebnis mit, wir haben zwei Tore geschossen und zuhause ist alles möglich. Die Hoffnung lebt noch. Die Mitte war heute manchmal ein bisschen zu offen, wir müssen es noch ein bisschen besser machen die Räume zu schließen.“

…über die Leistung der Mannschaft: „Wir waren mutig, wir haben alles probiert, aber sie waren heute das Stückchen besser. Das müssen wir jetzt umdrehen und das werden wir jetzt in unserem Stadion mit guter Stimmung vielleicht schaffen.“

…über die Niederlage: „Am Ende haben wir nicht so gut agiert, waren ein bisschen mutlos und dachten vielleicht, dass jetzt alles gegen uns geht. Aber das darf nicht passieren, daraus müssen wir jetzt lernen. Aber alles ist noch drin und wir werden alles dafür geben diesen Schritt noch zu schaffen. Aber es wird schwer.“

Alexander Walke (FC Salzburg):

…über das Spiel: „Wir haben im Spielaufbau ein paar Fehler gemacht und Lazio in die Karten gespielt. Wir haben immer wieder versucht durch die Mitte zu kommen, Lazio hat das dankend angenommen und mit ihren schnellen Stürmern immer wieder in die Spitze gespielt und so haben sie dann die Tore gemacht. Es ist ja erst Halbzeit, trotzdem ist es ärgerlich.“

…über die Schlussviertelstunde: „Es war wieder eine Bombenleistung von der Mannschaft, dass wir nach dem 1:0 zurückgekommen sind mit dem Elfer, auch nach dem 2:1 noch einmal zurückgekommen sind, Riesenkompliment. Dann hat uns auch die Ruhe einfach gefehlt, wir haben extrem hektisch gespielt und haben dadurch auch immer wieder Fehler gemacht, die wir sonst nicht machen. Die wurden heute eiskalt alle bestraft.“

…über die Chancen im Rückspiel: „Ich habe immer gesagt, man soll die Kirche im Dorf lassen. Wenn einer gedacht hat wir schießen die hier aus dem Stadion, dann tut es mir extrem leid. Wir haben heute alles gegeben, sind zwei Mal zurückgekommen, haben aber Fehler gemacht und die wurden heute international brutal bestraft. Aber die Chancen sind fifty-fifty.“

Stefan Lainer (FC Salzburg):

…über das Spiel: „Natürlich ist die Enttäuschung da, weil wir sehr gut wieder zurückgekommen sind ins Spiel und dann haben wir unnötige Ballverluste gehabt, obwohl wir gewusst haben, dass das eine ihrer Stärken ist. Das ist auf dem Niveau natürlich eiskalt bestraft worden, deswegen haben wir uns das selber zuzuschreiben. Jetzt heißt es die richtigen Schlüsse zu ziehen und zuhause wieder wie eine Heimmacht aufzutreten. Abschreiben dürfen wir uns noch nicht.“

…über die Leistung der Mannschaft: „Wir haben es insgesamt gut gemacht, aber gerade bei den zwei Gegentoren unnötig ins Zentrum gespielt. Sie haben verdichtet, nur darauf gewartet, wir haben den Ballverlust gehabt und dann ist die Post abgegangen. Das darf uns nicht mehr passieren. Die Intensität war hoch, die Einstellung hat gepasst, aber wir waren das eine oder andere Mal den Schritt zu langsam, da müssen wir schauen, dass wir nächste Woche wieder einen Schritt schneller sind.“

…über die Chancen im Rückspiel: „Die Hoffnung lebt und solange die Hoffnung da ist, werden wir alles daransetzen, dass wir das schaffen.“

Marco Rose (Trainer FC Salzburg):

…über die Niederlage: „Wir sind natürlich sehr enttäuscht, weil ich schon daran glaube, dass hier heute mehr für uns drin gewesen wäre. Ich finde, dass die Jungs insgesamt einen großen Fight hingelegt haben, wir insgesamt ein offenes Spiel draus gemacht haben, aber die Gegentore haben wir zu leicht bekommen und jetzt gehen wir mit einer großen Bürde ins Rückspiel.“

…über die Defensivleistung: „Zur Defensive gehören ja viele Sachen. Wir haben über das Umschaltspiel von Lazio geredet und bekommen zwei astreine Umschalttore, die letzten beiden. Das darf uns hier natürlich so nicht passieren. Dann ist es einfach schade, dass wir in dem Bereich heute nicht am Limit waren und dadurch vier Tore kassiert haben. Das ist natürlich viel. Gut, dass wir auch zwei Tore geschossen haben und damit ist das Thema noch nicht ganz vom Tisch.“

…über die Niederlage: „Das fühlt sich nie gut an, für uns alle. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns schnell aufrappeln und auch schnell an den Sonntag denken, dort haben wir die Möglichkeit Dinge wieder besser zu machen und das ist auch wichtig, weil wir dann das Rückspiel vor der Brust haben. Es ist wichtig, dass wir schnell wieder die Brust und den Kopf oben haben.“

…über das Rückspiel: „Wir fahren mit einem 4:2 nach Hause, jedem ist klar, was wir daheim brauchen. Wir spielen gegen eine umschaltstarke Mannschaft, wir werden natürlich so spielen, dass wir zuhause das Thema noch für uns regulieren können. Wir wissen aber schon, dass wir Dinge klar bessermachen müssen. Die Jungs haben hier heute einen Fight hingelegt in einer heißen Atmosphäre, Schiedsrichter war heute kein leichter Job, aber er hat es richtig gut gemacht. Jetzt gehen wir das Rückspiel an.“

Christoph Freund (Sportdirektor FC Salzburg):

…über die Eingewöhnungszeit der jungen Spieler: „Es ist schon Wahnsinn, wenn man weiß, wie wir sie zu uns geholt haben, was dann alles passiert ist, wie schnell das gegangen ist. Jetzt spielen sie solche Spiele mit einer Selbstverständlichkeit und mit so einem Selbstvertrauen, das ist schon Wahnsinn. Man muss ja auch sehen, die Jungs kommen aus einer anderen Kultur, von einem anderen Kontinent, andere Sprache und es geht wirklich schnell. Das ist eine super Geschichte, die schon öfter funktioniert hat bei uns. Das spricht einfach für unser System, unsere Rahmenbedingungen und natürlich für die Jungs, was sie daraus machen.“

…über mögliche Anfragen für Spieler wie Haidara: „Es ist natürlich selbstverständlich, wenn junge Spieler solche Leistungen bringen, auch auf so einer Bühne, das Anfragen kommen. Aber ich habe schon öfter gesagt, das spricht für unsere Arbeit, wir freuen uns, dass es so ist und wir werden uns mit diesen Themen auseinandersetzen und dafür kämpfen, dass wir auch nächste Saison wieder eine richtig gute Mannschaft in Salzburg haben.“

…über die Möglichkeit die Mannschaft zusammenzuhalten im Sommer: „Was ist unmöglich im Leben? Es ist immer so, dass Spieler weggehen und andere nachrücken oder neu dazukommen, das wird auch im Sommer wieder so sein. Das ist ein gesunder Weg, den wir hier eingeschlagen haben, und den werden wir auch fortsetzen.“

…über Marco Rose: „Er macht einen tollen Job, wir sind sehr froh, dass er bei uns ist und wir hoffen, dass er noch länger bei uns ist, er hat ja auch noch Vertrag. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, aber aktuell ist er unser Trainer, wir sind extrem erfolgreich mit ihm und es macht großen Spaß mit ihm zu arbeiten. Ich glaube schon, dass er irgendwann für Höheres bestimmt ist, es ist auch jetzt sehr schnell gegangen. Bis letzten Sommer war er noch Nachwuchstrainer bei uns und wenn man sieht, wie er mit der Aufgabe jetzt gewachsen ist, dann kann man schon erahnen, wo es vielleicht mal hingehen kann bei ihm. Wir sind in laufenden Gesprächen mit ihm, aber eine Vertragsverlängerung ist aktuell kein Thema, das haben wir auch so mit ihm besprochen. Wir konzentrieren uns jetzt auf die kommenden Wochen, die sehr wichtig sind für den Verein, und alles andere werden wir dann besprechen und lösen.“

Senad Lulic (Lazio Rom):

…über das Spiel: „Heute war es ein sehr schweres Spiel. Wir wussten, dass Salzburg eine gute Mannschaft ist und wir wollten unbedingt gewinnen und kein Tor bekommen. Aber im Großen und Ganzen können wir mit unserer Leistung zufrieden sein und vor allem mit dem Resultat. Es gibt noch 90 Minuten zu spielen, es ist noch nicht vorbei. Es wird schwer in Salzburg, zuhause sind sie eine starke Mannschaft. In Salzburg erwartet uns ein schweres Spiel.“

…über die Schlussviertelstunde: „Heute waren die Wechselspieler entscheidend, Felipe Anderson hat seine Klasse gezeigt und Ciro Immobile spielt eine hervorragende Saison. Heute haben wir vor allem auf der Bank sehr viel Qualität gehabt und das war entscheidend heute.“

…über die Intensität der Partie: „In Europa sind Spiele anders. Man geht härter zur Sache, das ist schön, so ist auch Fußball. Heute haben beide Mannschaften ein sehr gutes Spiel gezeigt und es ist auch deswegen so schön in Europa zu spielen, weil man andere Mannschaften trifft.“

Igli Tare (Sportdirektor Lazio Rom):

…über das Spiel: „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, auch mit der Leistung. Das war ein sehr starkes Spiel, von der ersten bis zur letzten Minute haben wir sehr konzentriert und mit hohem Tempo gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt.“

…über den Elfmeter gegen Lazio: „Die Entscheidung hat sehr viel Ärger ausgelöst, auf internationalem Niveau ist diese Situation kein Elfmeter. Das ist eine Bewegung von unserem Spieler ohne Absicht und nach 20 Sekunden hat der Schiedsrichter das Spiel abgebrochen und Elfmeter gegeben.“

…über das Rückspiel: „Wir wissen, dass wir gegen eine sehr gute Mannschaft spielen, die zuhause sehr gut das Spiel macht mit hohem Tempo. Es ist noch nicht das letzte Wort gesagt. Wir müssen konzentriert auch im Rückspiel spielen, man hat heute gesehen, dass Salzburg eine sehr gute Mannschaft ist und sie haben auch verdient bis zur 75. Minute das Spiel spannend gehalten.“

Michael Konsel (Sky Experte):

…über die Möglichkeit Amadou Haidara bei Salzburg zu halten: „Es wird unglaublich schwierig werden, wenn er solche Leistungen bringt. Aber wichtig sind alle und die Einzelspieler, die so eine Laufleistung bringen und da hat Salzburg sehr viele Spieler, die dieses Vermögen haben. Er ist einer, der alles hat, Aggressivität, Laufpensum, unfassbar mit Siegeswille vereinbart.“

…über den Elfmeter für Salzburg: „Absolut richtig entschieden. Es war eine brutale Attacke, es war, glaube ich, sogar irgendwo auf den Hals, das tut enorm weh. Es war eine unfaire Attacke und das hat der Torrichter anscheinend gesehen.“

…über das Spiel: „Extrem schade, dass es sich nicht ganz ausgegangen ist. Es hat bis zur 70. Minute sensationell ausgeschaut mit dem 2:2, man ist immer sehr schnell zurückgekommen, das spricht für die Moral der Mannschaft. Das schnelle 1:0 weggesteckt, ausgeglichen, zweite Halbzeit wieder sehr schnell die 2:1 Führung für Lazio weggesteckt. Dieses Traumergebnis wäre es gewesen mit dem 2:2, aber Lazio hat nicht nachgelassen mit der Einwechslung von Felipe Anderson. Das sind natürlich absolute Spitzenspieler und da ist man ein bisschen an seine Grenzen gestoßen.“

…über die Aufstiegshoffnungen der Salzburger: „Die Einstellung ist in Ordnung, man muss dran glauben, auch wenn es nicht wirklich realistisch ist. Die Reaktion ist top, da sieht man, dass der Charakter der Spieler absolut richtig ist. Natürlich kann man verlieren, aber man ist so gut aufgetreten und dann leistet man sich solche Fehler – natürlich ist man da enttäuscht. So viel besser war Lazio heute nicht.“

Andreas Herzog (Sky Experte):

…über Amadou Haidara: „Als er in die Mannschaft reingekommen ist, habe ich mir gedacht, dass man sieht, dass er Qualitäten hat, aber so richtig überzeugt war ich von ihm noch nicht. Aber je länger die Saison dauert und je schwerer die Spiele werden, vor allem die internationalen Spiele, umso stärker wird er. Die Entwicklung ist sehr gut.“

…über den Elfmeter für Salzburg: „Ich glaube der Torrichter hat das entschieden. Ich habe es zuerst auch nicht mitbekommen, aber dann sieht man schon, dass die linke Hand ausfährt. Jetzt nicht so dramatisch, dass Dabbur minutenlang liegenbleiben muss, aber es war trotzdem ein Schlag ins Gesicht und ein klarer Elfmeter.“

…über das Spiel: „Beide Mannschaften haben viel investiert. Ich denke auch, dass die Leute zu früh feiern. 4:2 ist jetzt kein Topresultat, aber 2:0 oder 3:1 können die Salzburger zuhause schon schaffen. Man hat gesehen, dass die Römer im Umschaltspiel, wenn die Salzburger den Ball verlieren, enorm stark sind und das ist ihnen heute leider zu oft passiert. Dadurch haben sie auch zum Schluss noch zwei Gegentore bekommen. Zum Schluss hätte es noch höher ausgehen können, darum ist das 4:2 kein richtig gutes Resultat, aber nach den letzten 10-15 Minuten muss man zufrieden sein. Und jetzt zuhause provozieren von der ersten bis zur letzten Minute, das machen die Italiener auch und jetzt müssen wir den Spieß umdrehen.“

…über die Leistung von Salzburg: „Für ihre Qualität waren das heute extrem viele Fehler, vor allem in den letzten 20 Minuten. Alleine das Gegentor von Felipe Anderson, das geht gar nicht. Die Salzburger haben Lehrgeld gezahlt, das müssen sie abstellen im Rückspiel und dann können sie es auch noch drehen.“

…über die Aufstiegshoffnungen der Salzburger: „Es wird schwer, aber es muss ein Hexenkessel sein. Die Salzburger Fans müssen ihre Spieler nach vorne peitschen, dann ist was möglich.“

Medieninfo: Sky

06.04.2018