Rapid Wien, SKN St. Pölten

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Am Samstag stand in der 29. Runde in der tipico Bundesliga das Duell Rapid Wien vs. SKN St. Pölten im Allianz Stadion auf dem Programm. Vor 9.200 Zuschauern feierten die Gastgeber in einem bestenfalls unterdurchschnittlichen Spiel einen 2:1-Heimsieg gegen das Tabellenschlusslicht. Aufgrund etlicher Chancen in der Schlussphase fiel dieses Resultat in die Rubrik „schmeichelhaft“.

Das Spiel begann wie allgemein erwartet. Rapid Wien übernahm optisch das Kommando während sich die Gäste auf Konterangriffe verlagerten. Mit der ersten gelungen Offensivaktion gingen die Hütteldorfer in Führung. Ein Befreiungsschlag von Diallo wird von Kvilitaia geblockt. Er kommt an den Ball und läuft auf das Gäste-Tor zu. Torhüter Riegler holt den Georgier in der Folge von den Beinen. Schiedsrichter Eisner hatte keine andere Wahl als einen Elfmeter zu verhängen. Der Gefoulte verwandelte selbst, mit Glück, zum 1:0-Führungstreffer. Nur wenige Sekunden später hätten die Gäste beinahe zurückgeschlagen. Nach einer Flanke von der linken Seite verfehlt Atanga den Ball nur knapp. In der Folge hatten die Gastgeber ein deutliches Übergewicht an Spielanteilen und Ballbesitz. Zwingende Offensivaktionen die Torgefahr ausstrahlten waren jedoch – auf beiden Seiten – Mangelware. Die Hütteldorfer fanden kaum ein Mittel gegen eine keineswegs sattelfeste Abwehrreihe der Niederösterreicher den letzten Pass zu spielen. Auf der Gegenseite strahlten die „Wölfe“ offensiv aber rein überhaupt keine Gefahr aus. Das Innenverteidiger Galvao und M. Hofmann hatten einen äußerst ruhigen, jedoch kühlen Arbeitstag. In der 26. Minute wurde es endlich mal wieder gefährlich als Thurnwald eine Flanke zur Mitte auf Kopf von Torschützen Kvilitaia brachte. Den folgenden Kopfball konnte er aber nicht im Tor versenken. Die letzte Chance vor dem Spiel hatten in einem unterdurchschnittlichen Spiel die Gastgeber. Nach Traumpass von M. Hofmann steht Schwab völlig alleine vor dem Tor der Gäste. Der Kapitän ballert Gäste-Torhüter Riegler den Ball ans Ohr. So blieb es beim Pausenstand von 1:0.

Nach dem Seitenwechsel hatten zunächst die Gastgeber die erste dicke Chance. Murg hätte in der 47. Minute für die frühe Vorentscheidung sorgen können. Nach dem Seitenwechsel änderte sich jedoch das Spielgeschehen zusehends. Die Gäste aus Niederösterreich wurden von Minute zu Minute mutiger und fanden durch Hofbauer in der 54. Minute die erste gute Möglichkeit vor. Nach einer weiteren guten Aktion von M. Hofmann (58.) gab es die nächste knifflige Szene die am Ende zum zweiten Treffer führte. Nach einem Freistoß von Murg wird Verteidiger Diallo aus kurzer Distanz am ausgestreckten Arm angeschlossen. Schiedsrichter Eisner wertete diese Situation als Handspiel. Im zweiten Versuch verwandelte Schwab auch den zweiten Elfmeter für die Hütteldorfer. In dieser Situation hatten die Gastgeber erneut Glück. Gäste-Torhüter Riegler war in der betroffenen Ecke und hätte den Ball erneut abwehren können. Ein Platzfehler „fälschte“ den Ball unhaltbar ab. Wer nun glaubte, dass Rapid Wien mit dem zwei-Tore-Vorsprung Ball und Gegner laufen ließ wurde bitter enttäuscht. Die Gäste aus Niederösterreich übernahmen vollständig das Kommando und spielten die Gastgeber sprichwörtlich an die Wand. Hofbauer (70.) bzw. Stec (74.) fanden ausgezeichnete Chancen auf den Anschlusstreffer vor. Dazwischen hätte Schaub (71.), mit dem in Wahrheit einzig gefährlichen Angriff der Gastgeber in der Schlussphase, mit dem dritten Treffer für Ruhe sorgen können. In der 75. Minute gelang den Gästen den mittlerweile verdiente Anschlusstreffer. Atanga schickt den eingewechselten Vucenovic auf den die Reise und der vollendet zum 2:1-Anschlusstreffer. Nun verfiel die Hintermannschaft von Rapid Wien in völliges Chaos. SKN St. Pölten drückte aus den Ausgleichstreffer und fand gleich vier ausgezeichnete Möglichkeiten auf das 2:2 vor. Stec (77.) Diallo (79.), Vucenovic (83.) und Rasner (87.) konnten den Ball nicht im Tor versenken.

Am Ende feiert Rapid Wien einen 2:1- „Arbeitssieg“ gegen den SKN St. Pölten. Aufgrund der Vielzahl vieler ausgezeichneter Ausgleichschancen in der Schlussphase fiel der Erfolg am Ende durchaus unter die Rubrik „glücklich“. Die Hütteldorfer lieferten eine in Wahrheit sehr enttäuschende Leistung ab. Die 9.200 Besucher quittierten die Leistung der Gastgeber mit „Pfiffen“. Im Derby am kommenden Wochenende muss eine gewaltige Leistungssteigerung her.

Rapid Wien vs. SKN St. Pölten 2:1 (1:0)
Allianz Stadion, 9.200 Zuschauer, SR Eisner

Tore: Kvilitaia (6./Elfer), Schaub (66./Elfmeter) bzw. Vucenovic (75.)

Rapid Wien: Strebinger – Thurnwald, Hofmann, Galvao, Bolingoli – Petsos, Schwab – Schaub (91, /S. Hofmann), Murg (82./Kuen), Schobesberger (63./Berisha) – Kvilitaia
SKN St. Pölten: Riegler – Stec, Huber, Luan, Diallo, Mehmedovic – Atanga, Rasner, Hofbauer, Schütz – Riski (46./Vucenovic)

07.04.2018