Volleyball, Paul Buchegger

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Paul Buchegger könnte am Mittwoch seine erste Saison bei Bunge Ravenna krönen. Der ÖVV-Shootingstar greift mit dem Klub aus der italienischen SuperLega bei Olympiacos Piräus im Retourmatch des CEV Challenge Cup-Finales nach dem Titel. Der 22-Jährige wäre im Falle eines Erfolges der zweite österreichische Volleyball-Europacupsieger: Robert Czedula gewann 2001 mit dem portugiesischen Verein SC Espinho den Top-Teams-Cup, Vorgänger des CEV Cup. Im Endspiel des Final-Four im türkischen Eregli schlug man damals Lokomotiv-Izumrud Ekaterinburg aus Russland in fünf Sätzen.

Gerne erinnert sich der ehemalige ÖVV-Teamspieler und EM-Teilnehmer an diese so erfolgreiche Zeit zurück. „Als wir vom Final-Four zurückkamen, in Porto landeten, war die Euphorie enorm. Die Straßen wurden abgesperrt und wir unter einer riesigen Begeisterung nach Espinho eskortiert. Der Ministerpräsident lud die Mannschaft nach Lissabon ein, Portugals Fußball-Star Figo gratulierte… Und wenige Tage nach unserem Triumph liefen wir im Rahmen des WM-Qualifikationsspiels zwischen Portugal und Niederlanden im bummvollen Stadion von Porto eine Ehrenrunde. Das war unglaublich“, erzählt Czedula, der 2002 mit Espinho noch einmal unter die Top-4 des Top-Teams-Cup einziehen konnte, den Verein aber vor dem Finalturnier verließ und zu Innsbruck wechselte. „Sie haben erneut das Endspiel erreicht und mir danach die Silbermedaille zugeschickt. Zu, sagen wir, zwei Drittel habe ich schließlich auch dazu beigetragen.“

Erster Österreicher in Italiens Serie A1
Bevor es den heute 49-Jährigen allerdings nach Portugal verschlug, hatte er, nachdem er mehrmals in Österreich Meister geworden war, von Donaukraft Wien (danach hotVolleys) den Sprung ins volleyballverrückte Italien geschafft. Zwei Saisonen stand Czedula in Bologna unter Vertrag und war damit der erste Österreicher in Italiens höchster Spielklasse! Daher weiß er, was es heißt, in der prestigeträchtigsten Ligen der Welt sein Geld zu verdienen. „Alex Berger (Perugia, Anm.) und Paul Buchegger liefern eine wirklich sehr ordentliche Arbeit ab. Es ist eine großartige Leistung, sich in Italien durchzusetzen. Das ist eine andere Welt, da wird man auf der Straße erkannt und auf das vergangene Spiel angesprochen. Der Druck ist ein ganz anderer, manche halten ihm nicht stand“, weiß Czedula.

Auch für ihn sei es nicht einfach gewesen, sich zu etablieren. „Ich bin anfangs schon geschwommen. Mit Maurizio Menarini hatte ich aber einen hervorragenden Trainer. Ich konnte meine Chance, als ich sie bekam, nutzen, war dann als Mittelblocker auch mehrmals Topscorer. Das ist schon eine Leistung. Normalerweise sind dies ja meistens die Diagonalangreifer!“

Dass er vielleicht am Mittwoch nicht mehr der einzige österreichische Europacup-Sieger sein könnte, stört Czedula überhaupt nicht. Es sei schließlich nur gut, dass „wieder jemand nachkommt. Das ist eine ganz tolle Werbung für den heimischen Volleyball.“ Er hofft, dass durch die Erfolge der ÖVV-Legionäre die Popularität seiner Sportart in Österreich weiter steigt. „Buchegger und Berger haben sich in Italien einen Namen gemacht. Das muss man nutzen, um Begeisterung zu wecken und Nachhaltigkeit zu erzeugen!“

10.04.2018