Nordische Kombination, Windkanal, Wien, Kombinierer

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Nordische Kombination: Bereits zum achten Mal waren heute Montag die nordischen Kombinierer zu Gast im Klima-Wind-Kanal. Der Klima-Wind-Kanal in Wien stellt für die Athleten eine besondere Herausforderung dar, da die „Flugzeit“ im Windkanal bis zu einer halben Minute betragen kann. Die maximale Flugzeit auf der Schanze liegt im Vergleich bei wenigen Sekunden. Bei den Flügen im Windkanal standen die Optimierung der Flughaltung und Materialabstimmungen im Vordergrund. Der Vorteil des Windkanaltrainings liegt neben der langen Zeit in der Luft auch darin, dass der Trainer den Flug überwachen und begleitend Anweisungen geben kann.

***Stimmen:***

***Bernhard Gruber:*** „Ich bin jetzt das fünfte Mal bereits im Windkanal, und es ist immer wieder ein Highlight. Der größte Unterschied ist der Anströmwinkel, hier im Windkanal kommt er von vorne, auf der Schanze von unten. Aber im Großen und Ganzen ist es von der Bewegung her sehr gut umlegbar auf die Schanze und wir können von dem Training hier absolut profitieren. Ein großes Dankeschön an das Rail Tec Team, dass wir diese Möglichkeit haben.“

***Franz-Josef Rehrl:*** „Bei 130 km/h Gegenwind ist es sehr interessant und spannend, neue Sachen auszuprobieren. Ich möchte einfach ein gutes Gefühl in der Luft aufbauen und verschiedene Sachen probieren. So kann man entweder die Handführung oder die Skiführung variieren oder auch einige Sachen testen. Was ich davon dann auf die Schanze mitnehme, bleibt aber mein Geheimnis.“

***Lukas Greiderer:*** „Das letzte Mal, dass ich im Windkanal war, ist schon etwas länger her. Es war wieder ein riesen Spaß, wenn dir der Wind mit 130km/h um die Ohren pfeift. Ich habe sehr viel verschiedene Sachen ausgetestet und insgesamt sechs Flüge gemacht, da spürt man dann zum Schluss schon die Beine.“

***Philipp Orter:*** „Es ist wie immer eine super Trainingseinheit, von der ich sehr wertvolle Erfahrungen mitnehmen kann. Ich habe mich vor allem auf die Skiabstimmung konzentriert, aber auch vom Flug her einige Sachen ausprobiert. Die ersten zweimal sind noch super gegangen, danach wurde es richtig anstrengend. Ich persönlich habe ein paar interessante Erkenntnisse über die Handstellung gewonnen, die ich auf jeden Fall mit auf die Schanze nehmen möchte.“

***Cheftrainer Christoph Eugen: „Wir sind jetzt bereits das achte Mal in Wien. Das Training hier macht irrsinnig Spaß und es sind jedes Mal wieder neue Athleten mit dabei, für die das eine wertvolle Erfahrung ist. Es ist sehr anstrengend und es braucht viel Kraft, um die Beinspannung über die Zeit in der Luft aufrecht zu halten. Der Flug dauert hier nämlich bis zu 30 Sekunden, ein Sprung auf der Schanze nur ca. 4 – 6 Sekunden. Dementsprechend mehr Sachen kann man ausprobieren und testen, um die fliegerischen Qualitäten zu verbessern.“

Der Klima-Wind-Kanal Wien der RTA – Rail Tec Arsenal ist seit 1. Jänner 2003 in Wien-Floridsdorf in Betrieb. In der riesigen High-Tech -Anlage können auf Knopfdruck alle Wetterverhältnisse der Erde produziert werden – von arktischer Kälte mit minus 50 Grad Celsius und echtem Schnee bis zu tropischen Gewittern mit plus 60 Grad Celsius. In zwei Klimakammern von 31 und 100 Metern Länge werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erzeugt. Mit 15 Megawatt Strom verbraucht der Klima-Wind-Kanal soviel Energie wie eine Kleinstadt mit 3.000 Einwohnern. Getestet werden im Klima-Wind-Kanal hauptsächlich Schienenfahrzeuge, Autobusse, sowie LKWs und PKWs.

Medieninfo: ÖSV

11.06.2018