Kroatien, England, #CROENG, #WorldCup, #WM2018

© Sportreport

Am Mittwoch stand in Moskau das 2. Semifinale bei der Fußball-WM 2018 in Russland Kroatien vs. Russland auf dem Programm. Die Entscheidung in einem Thriller fiel erst in der Verlängerung. Am Ende hatte Kroatien mit 2:1 das bessere Ende für sich.

Das Spiel begann mit einem Knalleffekt. Bereits in der vierten Minute foulte Spielmacher Modric seinen direkten Konterpart Alli. Schiedsrichter Cakir verhängte einen Freistoß für England in ausgezeichneter Position. Rechtsverteidiger Trippier legt sich die Kugel zurecht und versenkt den Ball sehenswert zum frühen 0:1-Führungstreffer (5.). Das Tor tat dem Spiel gefühlt sehr gut. Beide Mannschaften waren durchaus offensiv ausgerichtet. Es fehlte jedoch auf beiden Seiten die letzte Genauigkeit in den Offensivaktionen. Die einzig erwähnenswerte Aktion fand England vor. Ein Kopfball des aufgerückten Innenverteidiger Maguire verfehlte das Tor von Kroatien in der 14. Minute nur knapp. In der 30. Minute hatte Kroatien großes Glück. Nach einem Pass von Alli steht Torjäger Kane völlig alleine vor Subasic. Der Torhüter der Kroaten kann den Ball mit einer starken Parade kurz abwehren. Den Abpraller kann der Tottenham-Stürmer aus kurzer Distanz nicht im Tor versenken. Sechs Minuten später schiebt Lingard den Ball nach Vorarbeit von Alli knapp am Tor vorbei. In der Nachspielzeit hatte England Glück. Nach einem „energischen Ziehen“ gegen Lovren hätte Elfmeter für Kroatien geben können. Schiedsrichter Cakir hatte hier auf Elfmeter geben können, vielleicht sogar müssen. Schiedsrichter Cakir hatte eine andere Meinung und schickte die beiden Teams mit einem Zwischenstand von 0:1 in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel übernahm Kroatien optisch das Kommando. Am Hauptproblem der Mannschaft von Trainer Zlatko Dalic änderte sich jedoch wenig. Es fehlte die letzte Genauigkeit und Zielstrebigkeit in Richtung Tor. Auf der Gegenseite lauerte England auf Konterangriffe. Diese gingen jedoch nicht über die Rubrik „in Ansätzen gefährlich“ hinaus. Die logische Konsequenz: Erwähnenswerte Offensivaktionen waren auf beide Seiten Mangelware. England war in der Regel meist zu passiv in der Spielanlage und dieser Umstand bestrafte Kroatien in der 68. Minute mit dem Ausgleichstreffer. Nach einer Flanke von Vrsaljko setzt sich Perisic gegen zwei Engländer – energisch aber fair – durch und netzt den Ball per Kopf zum 1:1-Ausgleichstreffer ein. Ein Tor, welches sich aus dem Spiel nicht wirklich ankündigte, aufgrund der Spielanteile ging der Zwischenstand durchaus in Ordnung. Zwei Minuten nach dem Ausgleich hätte ein Abwehrfehler beinahe das Spiel auf dem Kopf gestellt. So klatschte ein Schuss von Perisic an die Stange. Den Abpraller kann der überraschte Rebic nicht im Tor versenken. England erholte sich langsam aber doch. Die „Three Lions“ fanden die nächste Chance des Spiels vor. Lingard verzog den Ball in aussichtsreicher Position am Ende jedoch deutlich. Auf der Gegenseite zwang Mandzukic England-Torhüter Pickford zu einer Parade (83.). 60 Sekunden später hätte Perisic zum Held des Abends werden. Nach missglückter Faustabwehr von Pickford hebt er den Ball jedoch über das Tor. Es war die letzte Aktion in einer durchaus sehr unterhaltsamen regulären Spielzeit. Zwischenstand somit 1:1.

Zu Beginn der Verlängerung waren beide Teams offensiver ausgerichtet. England fand in der 99. Minute die nächste dicke Chance des Spiels vor. Nach einem Eckball köpft der aufgerückte Innenverteidiger Stones den Ball wuchtig auf das Tor. Rechtsverteidiger Vrsaljko klärt den Ball knapp vor der eigenen Torlinie. Rettung in allerhöchster Not. Dieser Ball hätte definitiv „gepasst“. Auf der Gegenseite konnte sich Pickford in der Nachspielzeit der ersten Verlängerungshalbzeit gegen Mandzukic in höchster Not durchsetzen. Statt 2:2 stand es somit nach der ersten Halbzeit der Verlängerung weiter 1:1.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Kroatien nach einem Eckball die erste Chance. Ein Schuss von Brozovic ging knpp am Tor vorbei. Drei Minuten später war es soweit – Kroatien gelang der Führungstreffer. Nach einer Kopfballvorlage stand Mandzukic völlig richtig. Der Stürmer in Diensten von Juventus Turin zog sofort ab und zum 2:1-Führungstreffer ins lange Eck. In der Schlussphase drückte England mit dem Mute der Verzweiflung an. Der Ausgleichstreffer sollte am Ende nicht mehr gelingen.

Kroatien steht nach dem 2:1-Sieg im Endspiel und trifft am Sonntag in Moskau auf Frankreich. Modric, Rakitic & Co. lieferten eine beeindruckende Willensleistung ab und waren ab der zweiten Halbzeit der regulären Spielzeit die zielstrebigere, effektivere Mannschaft. Für England geht der Traum des zweiten WM-Titels mit einer sehr schmerzhaften Niederlage zu Ende. Die Passivität zu Beginn der zweiten Halbzeit sollte sich am Ende als schwerer Fehler herausstellen. Ob die „Three Lions“ im Duell der enttäuschten bis Samstag wieder vollständig fit werden? Diese Frage wird sich am Samstagabend beantworten.

Kroatien vs. England 2:1 (1:1, 1:1, 0:1)
Luschniki-Stadion, 78.011 Zuschauer, SR Cakir (TUR)

Tore: Perisic (68.), Mandzukic (109.) bzw. Trippier (5.)

Kroatien: Subasic – Vrsaljko, Lovren, Vida, Strinic (95./Pivaric) – Rakitic, Brozovic – Rebic (101./Kramaric), Modric (118./Badelj), Perisic – Mandzukic
England: Pickford – Walker (112./Vardy), Stones, Maguire – Trippier, Henderson (97./Dier), Young (91./Young) – Alli, Lingard – Sterling (74./Rashford), Kane

11.07.2018