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© Sportreport

Am Sonntag steigen Thomas Zajac und Barbara Matz im Nacra 17 als letztes OeSV-Team in die Weltmeisterschaften vor Aarhus ein. Die Weltranglisten-Fünften waren in dieser Saison bei jeder Regatta unter den acht besten Nationen und zählen im Kampf um einen Olympia-Quotenplatz zum Favoritenkreis.

In der Vorbereitung hat das Nacra 17-Duo knapp sieben Wochen an der Ostküste der Halbinsel Jütland verbracht, um das WM-Revier so gut wie möglich kennenzulernen. Während Vorschoterin Matz, abgesehen vom Testevent im vergangenen Jahr, Neuland betreten hat, bestritt der Steuermann vom Burgenländischen Yacht Club mit seiner früheren Segelpartnerin Tanja Frank im Jahr 2015 zumindest schon eine Weltmeisterschaft in Aarhus. „Das war damals mehr in der Bucht,“ erinnert sich Zajac, der auch die verschiedenen Wind-Variationen kennt: „Dieses Revier ist sehr fordernd. Oft gibt es zwei Hauptwindrichtungen, hier haben wir fünf bis sechs unterschiedliche Konstellationen, das ist sehr schwierig zu erfassen. Es war wichtig in der Vorbereitung viel Zeit vor Ort zu verbringen, man darf sich bei den Windmustern aber trotzdem nicht zu sehr auf die Erfahrung versteifen. Es gilt einen klaren Kopf zu bewahren und ein gutes Mittelmaß zwischen Risiko und einer konservativen Fahrweise zu finden.“

Die Weltranglisten-Fünften verzichteten im Juli auf die Europameisterschaft und nahmen bei Materialtests vor Aarhus den Feinschliff vor. Obwohl die beiden in der Zwischenzeit noch neue Foils und ein Großsegel bekommen haben, setzen sie bei der WM auf Bewährtes. Nachdem das Duo beim letzten Trainingsblock noch einige Wettfahrten absolvierte, um im Renn-Modus zu bleiben, kehrten sie am Wochenende für einen Kurzbesuch nach Österreich zurück. „Bei unseren Einheiten ist viel weitergegangen und wir haben uns auf der Vorwind weiter verbessert. Der kurze Stopp zu Hause war dann enorm wichtig, um die Akkus wieder aufzuladen. Ich habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht und dabei auch abschalten können,“ erzählt die 20-jährige Matz. „Meistens sind wir beim Saisonhöhepunkt weit weg von der Heimat. Wir waren jetzt lange in Dänemark und beim Arbeiten fällt es mir grundsätzlich schwer abzuschalten, deshalb war es diesmal eine schöne Abwechslung,“ so Zajac, der dem Wasser beim Surfen auf der Donau treu geblieben ist.

„Wir müssen kein Wunder vollbringen“
Zurück in Dänemark spürte der Olympia-Bronzemedaillengewinner sofort die WM-Atmosphäre. „Man merkt, dass die Anspannung steigt, jeder arbeitet akribisch an Details. Auch die Bootsvermessung war sehr umfangreich, wir haben jetzt zwei Kilo zusätzliches Gewicht“. Am Samstag findet noch ein Trainingsrennen, ein Testlauf für Organisatoren und Teams, mit dem ganzen Feld statt, bevor am Sonntag der Kampf um einen Olympia-Quotenplatz für die Sommerspiele 2020 in Tokio beginnt. In dieser Saison landeten Zajac/Matz bei jeder Regatta unter den besten acht Nationen, eine Platzierung, die in Dänemark das Olympia-Ticket bedeuten würde. „Auf der Vergangenheit dürfen wir uns nicht ausruhen und dabei immer auch bedenken, dass all diese Ergebnisse hart erkämpft waren. Auf der anderen Seite ist es gut zu wissen, dass wir kein Wunder vollbringen müssen, um unser großes Ziel zu erreichen. Es ist eine lange Regatta, wir werden Schritt für Schritt gehen.“

In der Nacra 17-Klasse sind 76 Boote aus 32 Nationen am Start. Die Qualifikation, in der 16 der insgesamt 29 Wettfahrten geplant sind, wird in zwei anstatt der anfangs angedachten drei Flotten gesegelt, was für die Österreicher kein Nachteil ist. „Uns ist eine große Flotte lieber. Es wird vermehrt auf Starts ankommen, bei den kurzen Kursen ist es schwer aufzuholen,“ weiß Zajac, der sich knapp 48 Stunden vor dem ersten Start fokussiert zeigt: „Eine gesunde Anspannung ist wichtig, man sollte auf ein richtiges Niveau kommen. Es darf aber nicht zu viel werden und hemmen. Jeder hat selbst seine Methoden, bei mir klappt das sehr gut.“ Während der 32-jährige Wiener schon über viel Erfahrung verfügt, ist die Weltmeisterschaft für Vorschoterin Matz der erste große Event in ihrer noch jungen Segel-Karriere. „Es ist natürlich etwas ganz Spezielles. Wir haben die ganze Zeit darauf hingearbeitet und jetzt ist die WM gefühlt sehr schnell dagewesen. Ich gehe es aber locker an und mache mir keinen Druck. Es wird wichtig sein, gut in die Regatta reinzukommen. Am besten gleich mit einem guten Trainingsrennen am Samstag, dann startet man schon gestärkt. Für das Wochenende ist auch mehr Wind angesagt, ich freue mich, wenn es endlich losgeht.“

OeSV-Sportdirektor Georg Fundak: „Tom und Barbara arbeiten erst seit knapp zwei Jahren zusammen, das ist eigentlich zu wenig Zeit, um an der Weltspitze zu sein. Sie haben das Fundament gelegt, arbeiten hart und finden jeden Tag noch bessere Lösungen. Sie haben in den letzten Regatten wieder sehr viel umsetzen können und geben alles für das Ziel Tokio 2020. Tom hat schon bewiesen, dass er zu den besten zählt und Barbara wächst mit der Aufgabe. Ich erwarte mir in Aarhus den Einzug in das Medal Race.“

OeSV-Aufgebot bei den World Championships, Aarhus (DEN), 2. – 12. August 2018:
470er

David Bargehr / Lukas Mähr
Niko Kampelmühler / Thomas Czajka
Yannis Saje / Lukas Haberl

49er
Benjamin Bildstein / David Hussl

49erFX
Tanja Frank / Lorena Abicht
Angelika Kohlendorfer / Lisa Farthofer
Laura Schöfegger / Anna Boustani

Nacra 17
Thomas Zajac / Barbara Matz

Presseinfo PROFS Media/OeSV

03.08.2018