SV Mattersburg Trainer Gerald Baumgartner: „Wer mich kennt weiß, dass ich akribisch arbeite und ruhig bleibe“

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In der 4. Runde der Tipico Bundesliga trafen im Mattersburger Pappelstadion die Teams von SV Mattersburg und des WAC aufeinander.

Die Gastgeber erlitten dabei eine bittere Niederlage. Die Kärtner Gäste holten einen 6:0 Sieg – zwei Hattrick von Schmerböck und Liendl. Wir haben die Stimmen zum Spiel …

SV Mattersburg – WAC, 0:6 (0:3)
Schiedsrichter: Sebastian Gishamer

Gerald Baumgartner (Trainer SV Mattersburg):
… nach dem Spiel: „Innerlich sehr bitter, wir haben nicht gedacht, dass wir heute 0:6 zuhause gegen den WAC verlieren werden. Wir haben versucht die Mannschaft nach der Niederlage in Hartberg aufzurichten. Wir waren 30 Minuten sehr gut im Spiel, mit dem ersten Torschuss aus dem Nichts 0:1 hinten und dann hätte es für uns Elfmeter geben müssen und die Kvasina Chance haben wir nicht genutzt. Wir hatten sicher noch 3, 4 hundertprozentige Chancen, es ist uns nicht gelungen. Dann hat es der WAC gut gemacht. Das rechtfertigt die Defensivleistung nicht, wir stehen zu weit weg vom Mann im 16er und sind nicht aggressiv genug, vom Kopf her schwerfällig. Ich glaube nicht, dass ein Abwehrspieler weniger aggressiv ist, weil ein Assistenztrainer nicht mehr dabei ist. Wir sind alle Profis und müssen mit diversen Situationen umgehen. In schwierigen Situationen muss man zusammenhalten, das haben wir der Mannschaft während der Woche versucht beizubringen. Entscheidend ist, wie kommt man aus dieser Situation raus, wer mich kennt weiß, dass ich akribisch arbeite und ruhig bleibe.“

Christian Ilzer (Trainer WAC):
… nach dem Spiel: „Unglaublich effektiv heute, wir haben mit dem Ergebnis eine Riesenfreude. Vor allem im Spiel nach vorne haben wir heute große Qualität gezeigt. Am Ende haben wir uns den Sieg in dieser Höhe verdient. Es hat Phasen gegeben, als es nicht so gelaufen ist, zu Beginn die ersten 30 Minuten zum Beispiel. Nach hinten haben wir einen starken Kofler gehabt und ein bisschen Glück. Wir waren die erste halbe Stunde sicher nicht vom Pech verfolgt. Schmerböck und Liendl haben Kreativität und Qualität am Ball gezeigt. Unglaublich stark im Abschluss.“

Marc Andre Schmerböck (Hattrick, WAC):
… nach dem Spiel: „Besser kann es nicht laufen. Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen jede Partie gewinnen. In der Liga kann man jeden Gegner schlagen.“

Michael Liendl (Hattrick, WAC):
… nach dem Spiel: „Wir sind in den ersten 35 Minuten nicht in die Zweikämpfe gekommen und mit dem 1:0 besser ins Spiel gekommen. Fakt ist auch, dass wir über 90 Minuten nicht unbedingt eine Top-Leistung abgerufen haben.“

Alois Höller (SV Mattersburg):
… nach dem Spiel: „In den ersten 30 Minuten haben wir gezeigt, dass wir es besser machen können, hatten das Spiel im Griff. Einen Elfmeter hätte er für uns pfeifen müssen, dann schaute es anders aus. Mit dem ersten Torschuss steht es dann 1:0, dann 2:0 und dann darf es nicht so einen Lauf nehmen. Wenn jeder Torschuss drinnen ist, ist es schwierig. In der Halbzeit haben wir uns viel vorgenommen. Wir müssen jetzt enger zusammenrutschen, ich bin schon länger da und wir werden da rauskommen. Optimal sind solche Sachen nie, wenn einer die Mannschaft verlässt, da sind viel mehr Emotionen drin als in einem anderen Beruf. Das darf aber keine Ausrede sein. Ruhe bewahren, wir werden auch da wieder rauskommen.“

Markus Kuster (Tormann SV Mattersburg):
… nach dem Spiel: „Sechs Trümmer zuhause gegen den WAC, das darf uns nicht passieren. Wir wollten Wiedergutmachung betreiben und das ist uns in allen Belangen gar nicht gelungen.“

Walter Kogler (Sky Experte):
… über den SVM: „Herr Pucher wird es letztendlich entscheiden. Fakt ist, dass sich viele im Verein untereinander nicht grün sind. Mit dem Spiel letzte Woche und heute ist das ein gewaltiger Unterschied zum Saisonstart. Wie es momentan ist, kann es nicht weitergehen. Man kann nicht absprechen, dass die Mattersburger probiert haben Tore zu erzielen. Aber die Tore, die sie bekommen haben zeigt, dass die Mannschaft geistig nicht auf der Höhe ist und letztendlich ist das Resultat gerechtfertigt. Wenn Baumgartner die Unterstützung des Präsidenten bekommt, dann traue ich ihm das zu. Ich habe den Eindruck, dass Gerald Baumgartner einen Plan hat und sehr gefasst ist.“

… über den WAC: „Mit dem 1:0 sind nach vorne hin alle Dämme gebrochen, schöne und kuriose Tore. Es ist alles aufgegangen, bis auf die erste halbe Stunde.“

Alfred Tatar (Sky Experte):
… über den SVM: „Ein 0:6 darf Mattersburg zuhause gegen den WAC nicht passieren. Gligoroski ist unter Anführungszeichen nur Co-Trainer, aber natürlich, wenn es im Klub zwischen maßgeblich Verantwortlichen – Sportdirektor Lederer und Trainer Baumgartner – keine Kommunikationsbasis gibt, dann kann der Präsident auch nicht zuschauen. Die Mannschaft zeigt ein Gesicht, das das Spiegelbild dieser Zustände ist.

… ob die Mannschaft gegen den Trainer gespielt hat: „Damit man als Mannschaft gegen einen Trainer agieren kann, muss man sich in die Achtzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zurückbewegen, da hat es solche Möglichkeiten gegeben. Das gibt es heute nicht mehr. Was Mattersburg betrifft, da gibt es nicht mal solche Strukturen innerhalb des Teams, die das möglich machen würden. Es sind ja im Großen und Ganzen harmlose Spieler was das betrifft. Also nicht so abgedrehte aus den Achtzigerjahren. Die haben das zusammengebracht. Es war heute ein rabenschwarzer Tag.“

… über den WAC: „Man muss bedenken, dass Ilzer erst im Sommer gekommen ist, was er in dieser kurzen Zeit auf die Beine gestellt hat ist allerehrenwert. Liendl möchte ich ein wenig herausheben, das ist wunderschön anzusehen, wie er spielt. Jetzt ist wieder ein kreativer Regisseur da und nach vorne gibt es enorme Schnelligkeit – Schmerböck ist den Mattersburgern davongelaufen.“

Presseinfo Sky Austria

weiterführende Links:
– zum Spielbericht

18.08.2018