Sturm Graz Trainer Heiko Vogel: „Ein leistungsgerechtes Unentschieden“

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Am Sonntag trafen im Rahmen der 6. Runde der Tipico Bundesliga die Mannshaften von SK Sturm Graz gegen SK Rapid Wien aufeinander.

Die Hausherren gingen durch einen (fragwürdigen) Elfmeter in der 37. Minute durch Zulj in Führung. Nach der Pause gelang den Hütteldorfern der Ausgleich durch Alar (78.). Bei diesem Stand blieb es auch nach 90 Minuten.

Wir haben die Stimmen zum Spiel …

SK Sturm Graz – SK Rapid Wien, 1:1 (1:0)
Schiedsrichter: Manuel Schüttengruber

Heiko Vogel (Trainer Sturm Graz):
… nach dem Spiel: „Beiden Seiten hatten Chancen das Spiel zu entscheiden, es war über 90 Minuten ein super Spiel für die Zuschauer, in der zweiten Hälfte haben beide alles rausgeholt was möglich ist. Wir haben Chancen gehabt, es ist aber ein leistungsgerechtes Unentschieden. Wir haben gewusst, dass wir mit Huspek Unruhe reinbringen können und er hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Es freut mich für Zulj, dass er mit dem Tor, auch wenn es ein unberechtigter Elfmeter war, den hat er super verwandelt. Den hätte kein Torwart der Welt gehalten. Das tut ihm sehr gut. Er wird in den nächsten Spielen zeigen, dass seine Formkurve dorthin geht, wo sie in der letzten Saison war. Wir hatten auch mental eine sehr turbulente Zeit, von dem her kommt die Pause richtig.“

… zur „Gogo raus“-Thematik: „Ich finde es immer Schade für einen Trainerkollegen. Grundsätzlich glaube ich, dass jeder Trainer immer sein Bestes und alles gibt für die Mannschaft und den Erfolg des Vereins. Die Fans haben auch das Recht mit Pfiffen und Plakaten ihre Meinung zu äußern, das ist ihr Kanal um Meinung zu machen. Ich fühle da mit Gogo und hoffe, dass er da gestärkt rauskommt.“

… über die Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Schüttengruber: „Der Schiedsrichter hat es heute nicht leicht gehabt, es war ein unglaublich intensives Spiel, es ging hin und her. Als Rapid-Trainer hätte ich mich nicht beschwert, wenn das Rot ist (Foul von Schwab, Anm.), genauso hätte ich mich als Rapid-Trainer über den Elfmeter beschwert. Es war vor dem 16er und wir haben es dankend angenommen. Wenn man die Bilder so sieht, hätte es einen Freistoß geben müssen. Es sind Ad hoc-Entscheidungen vom Schiedsrichter, im Laufe der Saison hofft man, dass es sich nivelliert.“

Goran Djuricin (Trainer SK Rapid):
… nach dem Spiel: „Ich habe sie (die „Gogo raus“-Rufe, Anm.) nicht gehört, ich habe andere Sorgen, muss mich auf das Sportliche konzentrieren. Jeder kann denken und sagen, was er will. Nach zwei Minuten haben wir mit dem Lattenschuss von Schwab eine hundertprozentige Chance vergeben. Dann bekommen wir durch den Fehler einen Elfmeter gegen uns – der Schiedsrichter hat sich entschuldigt und Charakter gezeigt. Wir haben uns in der zweiten Hälfte von Minute zu Minute gesteigert, ein schönes Tor von Deni erzielt. Wir nehmen den Punkt gerne mit. Gratulation an die Mannschaft, den Trainer-Staff und den medizinischen Staff, wir haben gesehen, dass wir zum Schluss fitter waren als Sturm, obwohl wir in den letzten Wochen so eine Belastung gehabt haben. Das freut mich, dass die Trainingssteuerung sehr in Ordnung war. Wir haben auf der einen Seite das gehabt und auf der anderen das – es gleicht sich aus. Der Aufstieg in die Gruppenphase war sensationell, in der Meisterschaft hinken wir hinten nach. Damit sind wir alle nicht zufrieden. In der Länderspielpause werden wir ruhig Kraft tanken, gut trainieren und dann im Derby versuchen drei Punkte zu holen. Bei Rapid ist es nie ruhig.“

Deni Alar (Torschütze SK Rapid):
… nach dem Spiel: „Ein wichtiger Treffer, davor muss ich die Riesenchance machen, im Großen und Ganzen ein gerechtes Unentschieden. Mit ein bisschen mehr Glück können wir am Schluss das 2:1 machen. Natürlich war es ein besonderes Spiel für mich, wichtig, dass wir noch das 1:1 gemacht haben. Die Woche war nicht so schlecht. Es war heute natürlich mehr Nervosität dabei, zu Beginn war es ein bisschen schwerer, dann ist es in der 2. Halbzeit besser gegangen und mir ist das Tor gelungen.“

Philipp Huspek (Sturm Graz):
… nach dem Spiel: „Ich habe es unter der Woche schon erfahren, dass ich heute spielen darf und mich gefreut. Schade, dass es nicht gereicht hat. Ich habe vom Gegenspieler erfahren, dass es außerhalb war, nichtsdestotrotz war ich froh über die Führung. Ich habe in der 1. Halbzeit an die Stange getroffen, sonst schaut bei 2:0 alles anders aus. Wir haben wieder nicht verloren und darauf können wir aufbauen. Wir haben uns nach 6 Runden mehr Punkte erwartet, aber die neue Mannschaft muss sich finden und wir kommen schon wieder.“

Peter Zulj (Torschütze Sturm Graz):
… nach dem Spiel: „Wir haben uns heute drei Punkte vorgenommen, kurz vor Schluss hatte Spendlhofer die Chance, er muss das Tor normalerweise machen. Schlussendlich ist es ein gerechtes 1:1 geworden. Den Elfer übe ich fast jeden Tag so im Training, es ist super aufgegangen. Ich bin in den letzten Wochen kritisiert worden, heute habe ich ein Tor geschossen und jetzt sind alle leise, aber wenn sie weiter reden wollen, sollen sie reden. Man kann nicht alles haben im Leben, es heißt jetzt weiter Gas geben mit Sturm und wir werden sehen, was in Zukunft passiert und vielleicht passiert es dann.“

Stefan Schwab (Kapitän SK Rapid):
… nach dem Spiel: „Es ist okay nach der harten Europacup-Reise in Graz einen Punkt zu holen. Wir sind in der Tabelle nicht auf dem Platz, weil wir in Graz heute Unentschieden gespielt haben, sondern weil wir zuhause gegen zwei kleine Vereine Punkte liegen gelassen haben. Mit der 2. Halbzeit können wir zufrieden sein, man hat gesehen, dass wir auch nach harten Wochen viel Energie haben und das gibt uns Zuversicht. Fußballerisch haben wir Luft nach oben, das wissen wir. Es wird viel darüber geredet, dass die Austria und Sturm einen Umbruch hatten, auch wir hatten einen Umbruch. Wichtig ist, dass wir im Saft sind und wir werden uns spielerisch steigern, das wird man in den nächsten Wochen sehen. Jetzt müssen wir in der Länderspielpause die Akkus aufladen und hoffen, dass wir den einen oder anderen Verletzten zurückkriegen. Wir müssen uns vor allem fußballerisch steigern, brauchen mehr Lösungen am Ball und wieder mehr Kontrolle über das Spiel und dann wird es zu 100 Prozent besser in den nächsten Wochen.“

… zur „Gogo raus“-Thematik: „Nach dem Spiel haben sie (die Fans, Anm.) uns applaudiert, sie waren glaube ich mit unserer Vorstellung zufrieden, haben gesehen, dass wir alles gegeben haben, mit ein bisschen Glück können wir das Spiel gewinnen, mit ein bisschen Pech aber auch verlieren. Die Einstellung hat gepasst. Dass wir unzufrieden sind, die Fans unzufrieden sind, wenn wir in der Tabelle nach sechs Spielen neun Punkte haben, ist zu verstehen. Es ist dann ihre Meinung über den Trainer, wir können gut mit unserem Trainer zusammenarbeiten, wollen Erfolg mit ihm haben und versuchen uns auf das Wesentliche zu konzentrieren als Mannschaft. Mir ist es als Kapitän wichtig, dass wir uns als Mannschaft nicht beeinflussen lassen und seit das losgegangen ist, zeigt der Pfeil bei der Mannschaft nach oben und das ist das entscheidende.“

… über sein Foul an Lukas Grozurek: „Ich habe noch keine Bilder gesehen, ich kann es nicht beurteilen. Wichtig ist für mich, dass sich Lukas Grozurek nicht verletzt hat. Man kann darüber diskutieren, es hat schon für weniger Rot gegeben und für mehr nicht. Grozurek hat sich nicht verletzt, somit ist es für mich erledigt.“

Manuel Schüttengruber (Schiedsrichter):
… über seinen falschen Elfmeterpfiff für Sturm: „Ich hätte hier auf Freistoß entscheiden müssen, der Kontakt ist 30 bis 50 cm außerhalb des Strafraums und somit ist die Strafstoß-Entscheidung falsch. Es war Teamwork, das Foul war für mich sofort klar, ich habe dann die Meinung meines Assistenten gesucht, er hat es leider falsch wahrgenommen.“

… über die gelbe Karte für Stefan Schwab nach hartem Foul an Lukas Grozurek: „Der Kontakt geht nicht auf das Bein in der Luft, sondern auf den Standfuß, ein Tritt gegen das Sprunggelenk ist eine rote Karte.“

Alfred Tatar (Sky Experte):
… nach dem Spiel: „Wir haben insgesamt ein Spiel gesehen, dass auf spielerischem Niveau einiges zu wünschen übrig gelassen hat. Es sind sich zwei Mannschaften gegenübergestanden, die nicht in der Lage waren zu gewinnen. Am Schluss gab es für beide die Möglichkeit den Lucky Punch zu erzielen.“

… zur „Gogo raus“-Thematik: „Ich denke man muss folgendes festhalten, die letzte Meisterschaft wurde noch unter Peter Pacult gewonnen, im Jahr 2008, das ist zehn Jahre her und dazwischen wurden etliche Trainer verschlissen. Das schöne und hervorragende von Rapid kreierte verbale Logo, das gehört aber um einen Punkt ergänzt: Gemeinsam. Kämpfen. Ruhig Siegen.“

… zum harten Foul von Stefan Schwab an Lukas Grozurek: „Er ist mit Wucht, gestrecktem Bein und aufgestellter Sohle dahergekommen. Das ist inakzeptabel.“

… nach den Aussagen von Rapid-Kapitän Stefan Schwab: „Stefan Schwab hat für mich gesagt, dass die Mannschaft und er (Trainer Djuricin) eine Einheit sind.“

Presseinfo Sky Austria

weiterführende Links:
– zum Spielbericht

02.09.2018