Klaus Schmidt

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Zu Gast bei „Talk & Tore – Die Sky-Fußballdebatte“ waren am Montag Admira-Trainer Ernst Baumeister, Mattersburg-Coach Klaus Schmidt und Wiener Neustadt-Sportdirektor Andreas Schicker. Hier einige Aussagen des von Thomas Trukesitz moderierten Live-Talks.

Ernst Baumeister:

über Admiras Ambitionen, ins Meister-Playoff zu kommen: „Es ist alles noch möglich, es sind noch genug Runden zu spielen. In Wirklichkeit war es aber von Anfang an nicht so unser Ziel. Nach dem Umbruch, den wir gehabt haben, haben wir gesagt, wir wollen so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Alles darüber hinaus ist gut und positiv. Wir haben gewusst, dass es heuer eine schwere Saison für uns wird und waren darauf vorbereitet. Auch als die Ergebnisse nicht so gepasst haben, war im Verein und beim Vorstand alles ruhig.“

über Admiras Aufschwung in den letzten Runden: „Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass die nächsten drei, vier Gegner jene sind, die auf Augenhöhe mit uns sind. Da sollte man punkten, müssen, verwende ich nicht gern. Es ist gleich im ersten Match gelungen. Es ist sehr gut, wie die Mannschaft mit dem Druck umgegangen ist. Wir haben aber schon in den letzten zwei, drei Runden aufgezeigt, dass wir gut unterwegs sind. Wir haben in Salzburg gut Parole geboten. Vorige Woche waren wir gegen Sturm 60 Minuten die bessere Mannschaft, hatten das Spiel unter Kontrolle, dann haben wir einen Selbstfaller gehabt durch ein Hoppala eines Spielers (Anmk. Gelb-Rot Marin Jakolis).“

über die interne Aufarbeitung der unnötigen Gelb-Roten von Marin Jakolis gegen Sturm Graz: „An diesem Tag habe ich nie das Gefühl gehabt, dass wir das Spiel verlieren könnten. Es ist mit einer guten Geldstrafe und einem gröberen Gespräch aufgearbeitet worden. Das gute war, dass er nicht mehr da war, als die Mannschaft nach dem Match reingekommen ist. An diesem Tag war es gut, dass er gleich weg war. Am nächsten Tag war frei, dadurch ist es ein wenig abgesackt. Es ist aber schon intern in der Mannschaft gesprochen worden. Sie haben ihm schon ein wenig die Leviten gelesen, wie er sich verhalten soll und was er der Mannschaft angetan hat. Ich hoffe, dass er es kapiert hat. Die Woche darauf hat er wie ein Weltmeister trainiert. Das sollte er eigentlich immer, ist aber nicht immer der Fall.“

über die Qualitäten von Seth Paintsil: „Im Training macht er eigentlich nicht so viele Goals. Es ist mir eh lieber, wenn er es im Match macht. Beim Training spielt er meistens auch noch auf und beim Match vollstreckt er. So soll es bleiben.“

über die Zukunft von Alex Meier: „Ich könnte ihn gut gebrauchen. Er ist noch immer Trainingsgast und es liegt eigentlich nur mehr an ihm. Wir haben mit ihm schon Gespräche gehabt. Wenn er zu uns kommt, dann macht er das nicht wegen des Geldes sondern wegen des Spaßes. Es waren zwei Wochen geplant und nun sind es schon zwei Monate. Er möchte sich noch ein, zwei Wochen Bedenkzeit lassen. Er hat ein Ziel und vielleicht ergibt sich das noch. Eine Entscheidung wird wohl in der Länderspielpause fallen. Er hilft der Mannschaft schon als Trainigsgast, wie er auftritt. Die jungen Spieler können sehr viel von ihm lernen. Wenn er Extratraining macht, bestellt er sich die jungen Spieler und sie kommen brav. Obwohl er nicht beim Verein gemeldet ist, ist er für mich kein unwichtiger Spieler. Er gehört im Grunde genommen dazu, nur dass er eben nicht spielen darf.“

Klaus Schmidt:

über die Ansprüche bei Mattersburg: „Der Verein ist sicher mit anderen Vorstellungen in die Saison gestartet. Wenn man nicht gut startet, dann kommt man in eine Negativspirale und dann wird es schwierig wieder in die Spur zu kommen. Unser primäres Ziel ist, wieder die Spur zu finden. Wir haben am Samstag einen kleinen Schritt dazu gemacht und dann schauen wir wo die Reise hingeht.“

über den harten Abschied aus Altach: „Es hat weh getan. Fußball ist nie gerecht. Ich habe lang mit der Geschichte gekämpft oder der heiligen Wahrheit, nicht mehr Trainer in Altach und arbeitslos zu sein. Ich habe die Flucht nach vorne angetreten und bin zu Saisonstart mit meiner Familie nach Amerika auf Urlaub geflogen. Denn dort gibt es kein Sky Sport Austria, damit ich nicht beim Start dabei sein muss. Ich habe mich dort ganz gut von der Geschichte verabschieden können. Zwei Wochen später habe ich einen Anruf aus Mattersburg bekommen. Die Zeit war nicht so lang um mir Gedanken darüber zu machen. Und mit Mattersburg sind nun die Dinge in den Hintergrund getreten. Wäre ich nicht in Mattersburg, wäre die Aufarbeitung sicher schwieriger gewesen.“

über akuten Erklärungsnotstand in Altach: „Es ist nicht mehr mein Job. Im Frühjahr ist es nicht mehr so gelaufen und ich habe wochenlang Erklärungen gesucht, warum wir hinter den Leistungen im Herbst waren. Wir hatten viele Verletzte und dann hat man mir nachgesagt zu wenige Heimspiel zu gewinnen. Jetzt ist dieses Problem noch größer geworden und wenn man in einem negativen Lauf drin ist, dann bekommt man in der 93. oder 95. Minute einen Elfmeter oder ein Gegentor und dann regnet es rein links und rechts. Wenns regnet, dann regnets und dann muss man schauen, dass man von der Feuchte ins Trockene kommt.“

über die Doppelfunktion von Robert Almer als Tormanntrainer und Sportdirektor: „Am Platz, wenn er den Trainingsanzug anhat, bin ich der Chef und im Büro, wenn er den feinen Zwirn anhat, ist er der Chef. So werden wir das auch beibehalten. Er ist ein überragender Mensch und bis jetzt läuft das Ganze sehr friktionsfrei und wir kommen sehr gut miteinander aus. Ich hoffe, dass wir auch Tiefs durchtauchen und uns am Platz im Trainingsanzug gerade in die Augen schauen können und uns auch im Büro am Computer ganz normal begegnen.“

über die Chancen im Cupmatch gegen Rapid: „Natürlich rechnen wir uns zu Hause Möglichkeiten aus. Aber Rapid hat vorigen Donnerstag auf internationalem Parkett ein Spiel gezeigt, dass sehr, sehr gut war. Ich rechne schon mit dem ersten Anzug von Rapid, weil gestern die Konstellation war, dass sieben oder acht Spieler gefehlt haben, die am Donnerstag gespielt haben. Ich glaube nicht, dass sich Goran Djuricin diese Spieler für nächsten Sonntag aufgehoben hat.“

Andreas Schicker:

über Klaus Schmidt bei Mattersburg: „Ich glaube, dass Klaus Schmidt schon zu hundert Prozent in Mattersburg angekommen ist. Das sieht man daran, wie die Spieler sich nach dem Tor mit ihm gefreut haben. Es zeichnet ihn aus, dass er emotional ist, der mit der Mannschaft geht. Ich bin überzeugt, dass er der Richtige ist. Er hat es auch bei Blau-Weiß Linz gezeigt, die er in einer schwierigen Situation übernommen hat und dann weit nach vorne geführt hat.“

über die neue zweite Liga: „Bei Vereinen, die das Ganze hundertprozentig professionell betreiben, ist der Druck groß. Kein Verein wird es schaffen, in dieser Liga mehrere Jahre professionell um den Aufstieg zu spielen. Das geht sich nicht aus. Wir wollen bis Winter die Kluft nicht zu groß werden lassen und dann neu orientieren und schauen. Von sechzehn Mannschaften Erster zu werden, ist irrsinnig schwer. Da braucht man schon eine überragende Saison.“

über die Ambitionen von Wiener Neustadt: „Wir hatten am ersten Juli einen Spieler unter Vertrag. Es war die ganze Vorbereitung ein Chaos. Wir haben mehr Probespieler als alles andere gehabt. Es war ein Dahinschleppen von Woche zu Woche. Ich habe gewusst, dass wir am 20. Juli das Cupspiel haben da war das Ziel, jeden Tag einen Spieler unter Vertrag zu nehmen. Das war eine Drucksituation und da kann man auch nicht bei jedem Spieler so genau hinsehen. Ich bin trotzdem der Meinung, dass wir einen guten Kader mit viel Qualität haben und ein gutes Trainerteam, wo ich vollstens überzeugt bin, dass wir da vorne mitspielen können.“

Wiederholungstermine der aktuellen Sendung auf Sky Sport Austria HD:
Dienstag, 25. September, 21.45 Uhr
Mittwoch, 26. September, 9.45 Uhr

Medieninfo Sky Sport Austria

25.09.2018