Manuel Fettner bester ÖSV-Springer in Nizhny Tagil (RUS)

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Das zweite Einzelspringen in Nizhny Tagil (RUS) ist für Österreichs Skispringer am Sonntag nicht nach Wunsch verlaufen. Stefan Kraft, der am Vortag noch auf dem fünften Platz gelandet war, kam diesmal über den 20. Platz nicht hinaus.

Nach dem ersten Durchgang (131 Meter) ist der Salzburger noch auf Platz vier gelegen, doch im zweiten Durchgang (117 Meter) wurden die Hoffnungen auf den ersten Podestplatz in diesem Winter für einen ÖSV-Springer neuerlich nicht erfüllt. Bester Österreicher wurde der Tiroler Manuel Fettner auf dem 16. Platz. Daniel Huber beendete den Finaldurchgang auf dem 28. Rang. Alle weiteren Österreicher kamen nicht in den zweiten Durchgang. Der Sieg ging an Ryoyu Kobayashi (JPN) vor Johann Andre Forfang (NOR) und Piotr Zyla (POL).

Cheftrainer Andreas Felder
„Das war heute wirklich nicht einfach für Stefan Kraft im zweiten Durchgang, das muss ich ehrlich sagen. Er ist auf einem guten Weg, das hat er in den vergangenen Tagen und auch heute im ersten Durchgang absolut gezeigt. Er hatte im zweiten Durchgang gleich nach dem Absprung Rückenwind und bei schwierigen Bedingungen, da fehlt auch ihm noch die komplette Stabilität. Da braucht man hundert Prozent Sicherheit. Manuel Fettner hat gute Sprünge geliefert und bei Daniel Huber sehe ich, dass er eigentlich richtig weit springen kann. Aber kleine Fehler haben ihm hier in Russland zu oft zu viele Meter gekostet. Für den Rest der Mannschaft gilt das Motto ‚Weiterkämpfen‘. Wir werden in den nächsten Tagen möglichst viel Energie tanken und in Titisee-Neustadt wieder angreifen.“

Mario Stecher (Sportlicher Leiter)
„Bei solchen Verhältnissen wie sie Stefan Kraft im zweiten Durchgang gehabt hat, ist man chancenlos. Das muss man klar sagen. Nur wenn man seiner Sache absolut sicher ist, dann kann man bei solchen Verhältnissen noch einen guten Sprung herausholen. Und dann wird man vielleicht Zehnter und nicht Zwanzigster. Aber die Selbstsicherheit, die dafür notwendig ist, die fehlt derzeit auch einem Stefan Kraft. Abgesehen davon macht er aber sehr gute Sprünge. Im Weltcup liegen heuer alle noch enger beinander, als in den vergangenen Jahren. Da darf man null Fehler machen. Abgesehen von Stefan Kraft passieren uns derzeit noch zu viele davon.“

Sechster Platz für Daniela Iraschko-Stolz in Lillehammer
In der zweiten Konkurrenz von der Normalschanze in Lillehammer machten die ÖSV-Skispringerinnen wieder einen Schritt nach vorne. Daniela Iraschko-Stolz landete als beste Österreicherin auf Platz 6, Eva Pinkelnig schaffte als Zehnte ebenso den Sprung in die Top Ten. Einen Überraschungssieg feiert die Russin Lidiia Iakovlea vor Maren Lundby (NOR) und Elma Klinec (SLO).

Daniela Iraschko-Stolz verbesserte sich mit einem Sprung auf 94 Meter von Platz 12 nach dem ersten Durchgang nochmals um sechs Plätze auf Rang 6. Ebenso Eva Pinkelnig konnte sich im Verlauf des Wettkampfes steigern, eine Weite von 94,5 Meter brachte ihr eine Verbesserung von Platz 15. im ersten Durchgang auf Platz 10 in der Endabrechnung. Chiara Hölzl konnte ihre Platzierung vom ersten Durchgang leider nicht halten. Die Salzburgerin fiel von Platz 16 im ersten Durchgang auf Platz 21 zurück. Jacqueline Seifriedsberger verpasste als 38. im ersten Durchgang den Sprung ins Finale.

Stimmen:
Daniela Iraschko-Stolz: (6.)
„Der Sprung im zweiten Durchgang war wieder ganz ok. Ich habe mir in jedem der drei Sprünge heute was vorgenommen und es dann auch umgesetzt, aber zeitgleich wieder woanders einen Fehler eingebaut. Es lauft noch nicht so ganz rund, ich habe mich aber heute schon deutlich wohler als gestern gefühlt. Ich freue mich auf ein paar freie Trainingssprünge ohne den Wettkampfdruck. Jetzt aber gehen wir zuerst noch einmal die Großschanze hier in Lillehammer an.“

Eva Pinkelnig: (10.)
„Ich bin voll zufrieden mit dem Wochenende bisher. Wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass ich wieder in die Top Ten springe, hätte ich es nie geglaubt. Die Sprünge gehen richtig toll von der Hand. Auf der Großschanze heißt es jetzt noch einmal richtig angreifen und weit springen, ich freu mich drauf.“

Chiara Hölzl: (21.)
„Die Sprünge sind ok, am Tisch habe ich allerdings noch ein paar Probleme. Ich weiß aber, wo ich ansetzen muss, um das in den Griff zu bekommen. Ich freue mich jetzt richtig auf die Großschanze.“

Noch ist der Arbeitstag für die Skisprung-Damen nicht beendet. Bereits heute Abend wechseln sie für zwei Trainingssprünge und die Qualifikation auf die Großschanze. Morgen Sonntag findet dann der letzte Bewerb hier in Lillehammer am Lysgaardsbakken statt.

Zeitplan:
Sonntag, 2.12.2018

12.00 Uhr: Probedurchgang HS 140
12.45 Uhr: 1. Wertungsdurchgang HS 140
anschließend Finaldurchgang HS 140

Kraft bestätigt mit fünftem Platz in Nizhny Tagil (RUS) Aufwärtstrend
Beim ersten von zwei Einzelspringen in Nizhny Tagil (RUS) hat Stefan Kraft am Samstag mit einem fünften Platz sein bisher bestes Saisonergebnis geschafft. Am Ende fehlten dem Salzburger 11,6 Punkte aufs Stockerl. Der Sieg ging an Johann Andre Forfang (NOR), vor Piotr Zyla (POL) und Ryoyu Kobayashi (JPN).

Den weiteren ÖSV-Springern ist es weniger gut gegangen. Daniel Huber rutschte als zweitbester Österreicher, nach Platz 16 im ersten Durchgang, im Finale auf den 24. Rang ab. Gregor Schlierenzauer (34.) und Philipp Aschenwald (39.) verpassten die Entscheidung. Manuel Fettner und Clemens Aigner waren bereits in der Qualifikation am Freitag gescheitert. Der zweite Bewerb auf der Tramplin-Stork-Schanze findet am morgigen Sonntag um 16 Uhr (MEZ) statt.

Cheftrainer Andreas Felder
„Stefan Kraft hat immer mehr Selbstvertrauen, das sieht man mit jedem Sprung. Im ersten Durchgang hat er sich bei schwierigeren Verhältnissen noch etwas rübergerettet, im zweiten Durchgang war er dann richtig mutig. Man sieht, dass die Springer, die ganz vorne dabei sind, ohne Rücksicht auf Verluste springen. Kraft und auch Daniel Huber ziehen diesen Plan voll durch. Unsere anderen Athleten müssen jetzt wirklich Gas geben, denn mit Sicherheitssprüngen ist im Weltcup nichts zu holen.“

Stefan Kraft
„Ich habe schon in Ruka gemerkt, dass es wieder in die richtige Richtung geht. Beim Auftakt in Wisla war ich einfach noch zu brav und wollte alles perfekt machen. Jetzt kommt die Selbstverständlichkeit zurück und es geht von Sprung zu Sprung besser. Natürlich ist zu den Besten noch Luft nach oben. Aber ich habe ein gutes Gefühl, dass ich auch diese Lücke bald schließen kann. Das Selbstvertrauen stimmt langsam wieder.“

Daniel Huber
„Das Konzept steht noch nicht zu hundert Prozent. In meinem Sprüngen ist manchmal noch zuviel Gewalt drinnen. Ich muss mutig sein und voll riskieren. Da habe ich mir heute sicher nichts vorzuwerfen. Trotzdem: Ohne der kompletten Sicherheit kann das auch hier und da nach hinten losgehen. Für mich heißt es jetzt weiter geduldig und locker bleiben, dann kann es auch bald wieder weiter nach vorne gehen.“

Presseinfo ÖSV

02.12.2018