Herzog, Andreas Herzog

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Zu Gast bei „Talk & Tore – Die Sky-Fußballdebatte“ waren am Montag Dinamo Zagreb-Trainer Nenad Bjelica, Österreich U21-Teamtrainer Werner Gregoritsch sowie Israel-Nationalteamtrainer und Sky-Experte Andreas Herzog. Hier einige Aussagen des von Martin Konrad moderierten Live-Talks.

Nenad Bjelica:
über Euphorie und Freude in Kroatien: „Groß ist sie wegen der Nationalmannschaft und groß ist sie auch wegen Dinamo Zagreb, weil wir nach 49 Jahren erreicht haben, was keiner erreicht hat, internatioinal zu überwintern. Die Nationalmannschaft hat hervorragend gespielt und die Freude ist groß. Wir haben viel gewechselt und 14, 15 neue Spieler geholt. Wir haben den Umbruch gebraucht, um frisches Blut in die Mannschaft zu bringen. Mit den Spielern, die wir geholt haben, haben wir alles richtig gemacht, viele Spieler mit viel Charakter.“

über das Scheitern in der Champions-League-Qualifikation: „Es war schon bitter, weil wir das erste Spiel 1:1 in Bern gespielt haben. Zu Hause habe wir 1:0 geführt und das Spiel völlig unter Kontrolle gehabt. Man hatte nicht den Eindruck, dass sie ein Tor machen können. Dann machen sie in zwei Minuten zwei Tore. Das ist Fußball. Natürlich war es bitter. Aber man muss ehrlich sagen, dass unsere Mannschaft immer noch im Aufbau ist. Da wäre die Champions-League zu groß gewesen. Wir hätten sicherlich die eine oder andere schlimme Niederlage erhalten. Ich glaube, dass wir uns in der Europa-League sehr gut präsentieren und dass diese Liga zu uns sehr gut passt.“

über Dinamo Zagreb als Verein: „Dinamo Zagreb ist es sehr gut organisierter Verein. Viele Leute stehen hinter Dinamo. Finanziell ist der Verein nie besser dagestanden. In den letzten 15 Jahren hat der Verein zehn- oder elfmal Champions- oder Europa-League gespielt. Das kann kein Verein sagen von da bis Polen, oder aus Bulgarien oder Rumänien. Deswegen ist der Verein groß. Man muss auch sagen, dass im 22-Mann-Kader bei der Weltmeisterschaft vierzehn Spieler von Dinamo Zagreb waren bzw. dort ausgebildet worden sind.“

über die Entwicklung der Wiener Austria: „Austria hat, wie in den letzten Jahren, keine großartige Entwicklung gemacht, trotzdem stehen ie immer unter den ersten drei oder vier. Aber es ist schon ein wenig enttäuschend, dass sie nicht besser steht.“

über sein Scheitern bei der Austria: „Mit Erfolg umzugehen ist nicht einfach. Die Meisterschaft gewonnen, die Champions-League erreicht, dort fünf Punkte gemacht. Die Mannschaft hat einen Umbau gebraucht und das hat nicht jeder im Verein verstanden.“

Werner Gregoritsch:
über Dietmar Kühbauer als Rapid-Trainer: „Ich glaube, dass er ein Mensch ist, der seine Emotionen schon mehr oder weniger unter Kontrolle hat. Man sieht bei dem Sieg, dass er total lebt. Was mir gefällt ist, dass er der Mannschaft eine Handschrift gibt, sie ist leidenschaftlicher. Man sieht, dass sich alle über das Tor freuen. Er bringt in kurzer Zeit zusammen, dass die Mannschaft ein Team wird. Ich vergönne es ihm, weil er es nicht leicht gehabt hat und manchmal das Herz auf der Zunge trägt. Ich glaube, dass solche Typen wie der Didi bei diesen Vereinen wichtig sind, weil sie schnell Ergebnisse erzielen müssen. Für ihn ist es ein großer Wunsch gewesen, Rapid-Trainer zu werden und ich glaube, dass es sehr gut passt.“

über seine persönliche Entwicklung: „Entscheidend ist auch immer der Erfolg, das schweißt alles zusammen. Ich habe in den letzten sieben Jahren als Trainer auch eine Wandlung durchgemacht, weil ich ein sehr autoritärer Trainer war. Durch meinen Sohn, den ich vier Jahre begleitet habe, habe ich auch immer wieder geheime Gespräche gehabt. Zum Beispiel beim Nationalteam, wo er mich angerufen hat und gesagt hat, Papa, so kannst du nicht reden. Er hat mir sehr viel beigebracht, wie man mit dieser Generation umgeht. Das war für mich in der Entwicklung als Trainer wichtig.“

über das Zusammenarbeiten mit Teamchef Franco Foda: „Ohne Teamchef wäre das nicht möglich gewesen. Als es zu seiner Bestellung gekommen ist, hat er zu mir gesagt, dass er mir nicht im Weg stehen wird sondern es mir sehr vergönnen würde. Genauso ist es auch gehandhabt worden. Er hat Hannes Wolf nicht abgezogen, er hat mir Maximilian Wöber gelassen, hat Konrad Laimer runtergschickt. Für uns ist es ein wunderbares Erlebnis, weil wir das erste Mal dabei sind. Das ist etwas besonderes und deswegen glaube ich, dass da jeder dabei sein möchte.“

über die U21-Europameisterschaft im Juni in Italien: „Für uns ist es wichtig zu zeigen, dass wir nicht der große Wunschgegner sind. Griechenland hat das auch gesagt und wohin es geführt hat haben wir gezeigt. Wir zeigen den österreichischen Fußball vor einer großen Kulisse. Wir wollen nicht nur Statisten sein und vielleicht einmal unentschieden spielen. Wir wollen gewinnen und weiterkommen. Es gibt noch eine schöne Sache und zwar, dass die ersten Vier bei den olympischen Spielen sind.“

Sky-Experte Andreas Herzog:
über die Auslosungsgruppe zur EM-2020: „Ich denke, dass es für jeden in der Gruppe ein schönes Los ist. Jeder rechnet sich ein wenig Chancen aus. Österreich und Polen sind ganz klar die Favoriten, aber mit Slowenien, Mazedonien und auch mit uns, Israel, muss man in jedem Spiel rechnen. Wir sind Außenseiter, können aber ein sehr gefährlicher Außenseiter sein. Mich freut es trotzdem, dass wir gegen Österreich spielen. Ich habe nicht irgendwelche Rachegelüste, weil ich nicht österreichischer Teamtrainer geworden bin. Mir ist es lieber, wenn ich gegen eine mannschaft spiele, die ich doch sehr gut kenne. Das ist vielleicht ein wenig mehr Vorteil, als wenn ich gegen die Ukraine spielen würde.“

über die Erleichterung für Rapid nach dem Auswärtssieg: „Es ist verständlich. Der Druck bei Rapid in den letzten Wochen ist extrem. Da ist jeder Sieg, so wie jetzt in der Nachspielzeit, extrem wichtig. Auch der Sieg in Moskau hat der Mannschaft gut getan. Trotzdem gilt es jetzt, die letzten Spiele im Herbst noch erfolgreich zu gestalten. Dann hat man realistische Möglichkeiten. Aber es ist ja in den letzten Wochen fast schon jedes Spiel richtungsweisend und entscheidend. Das ist zum arbeiten nicht so leicht.“

über die persönlichen Erwartungen als Israel-Teamchef: „Ich möchte einfach den Weg mit meiner Mannschaft weitergehen. Wir haben gleich zwei Heimspiele, zu Beginn gegen Slowenien, das ist richtungsweisend. Dann kommt Österreich. Und wenn wir eine realistische Chance haben wollen, bis zum Schluss dabei zu sein, musst du anschreiben und punkten. Meine Mannschaft hat die Qualität dazu. Ob wir die notwendige Konstanz haben, über die ganze Gruppenphase am Limit zu spielen, wird man sehen. Das müssen wir schaffen, denn sonst wird es gegen Polen, Österreich und auch gegen Slowenien sehr schwer.“

Wiederholungstermine der aktuellen Sendung auf Sky Sport Austria HD:
Montag, 4. Dezember, 9.45 Uhr und 13.45 Uhr
Mittwoch, 6.Dezember, 16.45 Uhr

Medieninfo Sky Sport Austria

04.12.2018