Vienna Capitals müssen sich Black Wings Linz in Overtime geschlagen geben

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Die Vienna Capitals nahmen aus dem „Feiertags-Schlager“ gegen die Black Wings Linz einen Punkt mit. Der Spitzenreiter der Erste Bank Eishockey Liga musste sich, zu Hause vor 5.150 Fans in der Erste Bank Arena, den Stahlstädter in der Overtime mit 2:3 geschlagen geben. Für Wien war es die erste Saisonniederlage gegen die Black Wings. In der Tabelle bleibt das Team von Head-Coach Dave Cameron weiter Tabellenführer.

Head-Coach Dave Cameron kann auf Verteidiger Patrick Mullen zurückgreifen. Der US- Amerikaner steht nach seiner 24-tägigen Verletzungspause (Oberkörperverletzung) wieder im Line-Up. Weiterhin out sind hingegen Dominic Hackl und Jamie Arniel. Das Tor der spusu Vienna Capitals hütet Jean-Philippe Lamoureux.

Die spusu Vienna Capitals drängen vom Startbully weg auf die Führung. Rafael Rotter probiert es aus der Zentralen mit einem Schuss auf Ex-Wien-Goalie David Kickert (1. Min.), wenig später bringt Peter Schneider den Puck im Gestocher nicht am Linzer Schlussmann vorbei (2. Min.), und nach drei Minuten kann Kelsey Tessier eine schöne Kombination aus aussichtsreicher Position nicht vollenden (4. Min.). Die Gäste aus der Stahlstadt stürmen nach vier Minuten zum ersten Mal auf das Tor von Lamoureux und lassen gleich Metall ertönen. Brian Lebler knallt den Puck an die rechte Stange (4. Min.).

Wien diktiert weiter das Spiel, die Black Wings bleiben gefährlich. In Minute 7 wird Andreas Kristler mit einem schnellen Pass auf die Reise geschickt, verzieht jedoch über den Caps-Kasten (7. Min.). Wenig später steht Phil Lakos auf einmal alleine vor Kickert, scheitert mit seinem Schuss an der Schulter der Linz-Goalies (10. Min.). Wien erspielt sich weiterhin Chance um Chance. Für Mullen, der zwischen den beiden Hashmarks abzieht, ist wieder bei Kickert Endstation (15. Min.), Ali Wukovits verfehlt einen Rebound, nach Distanzschuss von Marc-André Dorion, nur um Haaresbreite (16. Min.). Gut drei Minuten vor dem Ende des ersten Drittels ist die verdiente Führung für die spusu Vienna Capitals dann amtlich. Chris DeSousa drückt den Puck, nach Pass von Wukovits, aus wenigen Zentimetern Entfernung zum 1:0 über die Linie (17. Min.). Mit 16 zu 3 Torschüssen geht es in die erste Pause.

Die spusu Vienna Capitals lassen ihr erstes Powerplay, trotz guter Chancen – die beste vergibt Wukovits – erfolglos verstreichen, schlagen jedoch wenige Sekunden nach Ablauf der Linzer-Strafe zu. Niki Hartl fälscht einen Schuss von Tessier zum 2:0 ab (22. Min.). Der Caps-Stürmer erzielt somit auch im vierten Spiel in Serie gegen die Linzer ein Tor. Das Team von Head-Coach Dave Cameron übersteht eine Unterzahl (2.-Min-Strafe gegen Tessier wegen Stockschlags) ohne grobe Probleme und ist in Minute 25 knapp dran am nächsten Treffer. DeSousa hämmert einen Schlagschuss an die rechte Stange (25. Min.). Lamoureux hält hinten, bei einer guten Chance von Lebler, seinen Kasten dicht (27. Min.) – wie auch in Unterzahl (2-Min.-Strafe gegen Mat Clark wegen Haltens) bei einem Versuch von Dan DaSilva (29. Min.). DeSousa verzieht nur wenige Sekunden später im Break-Away die Möglichkeit zum Shorthander (29. Min.), im zweiten Powerplay der Wiener kullert die Scheibe, nach Schuss von Holzapfel, nur knapp an der Linie vorbei (32. Min.).

Emil Romig zieht die nächste Strafe für Wien, der Druck der Stahlstädter wird größer und münzt sich in einem Treffer um. Michael Davis verkürzt im Slot auf 1:2 (35. Min., PP1). Aber die Cameron-Cracks lassen sich nicht beirren: Vause setzt einen Schuss in Unterzahl (2-Min.-Strafe gegen Tessier wegen Behinderung) nur knapp neben die Stange (37. Min.), kurz vor dem Ende des zweiten Drittels rettet Lamoureux in einer erneuten Unterzahl (2-Min.-Strafe gegen Mario Fischer wegen Beinstellens) die 2:1- Führung in die Kabine (40. Min.).

Im letzten Drittel sehen die 5.150 Fans in der Erste Bank Arena in Minute 44 eine Top- Chance von Romig. Der pfeilschnelle Caps-Stürmer jagt den Puck im Break-Away nur um Zentimeter an der rechten Stange vorbei (44. Min.). Die vielen vergebenen Möglichkeiten rächen sich. Dragan Umicevic verwertet seinen eigenen Lattenkracher im Rebound zum 2:2-Ausgleich (48. Min.). Wien reagiert wütend und will die Führung zurück. Marc-André Dorion kann einen sehenswerten Sololauf nicht erfolgreich abschließen (54. Min.). In der Schlussphase drängen die spusu Vienna Capitals auf die Entscheidung. Ein Schuss von DeSousa zischt am Linzer-Gehäuse vorbei (58. Min.), ein Coast-To-Coast-Solo von Vause findet nach einem Wrap-Around im Slot keinen Abnehmer (59. Min.) und Tessier setzt den Puck, freistehend im Slot, direkt auf die Brust von Kickert (60. Min.).

In der Overtime verhindert die Stange den Siegesstreffer durch Schneider (61. Min.). Auf der anderen Seite fixiert Rick Schoefield den 3:2-Auswärtserfolg der Liwest Black Wings Linz. Die spusu Vienna Capitals nehmen somit aus dem „Feiertags-Schlager“ gegen die Stahlstädter einen Punkt mit, müssen sich jedoch nach sechs Siegen in Serie geschlagen geben. In der Tabelle der Erste Bank Eishockey Liga bleibt das Team von Head-Coach Dave Cameron weiter an der Spitze.

spusu Vienna Capitals – Liwest Black Wings Linz 2:3 i. OT (1:0, 1:1, 0:1, 0:1)

Tore Caps: Chris DeSousa (17. Min.), Niki Hartl (22. Min.)

Tore BWL: Michael Davis (35. Min., PP1), Dragan Umicevic (48. Min.), Rick Schoefield (63. Min.)

Line-Up der spusu Vienna Capitals
Goalies: #1 Jean-Philippe Lamoureux / #29 Bernhard Starkbaum
1. Linie: #42 Alex Wall, #7 Mat Clark – #96 Niki Hartl, #21 Riley Holzapfel, #90 Kelsey Tessier
2. Linie: #50 Mario Fischer, #10 Marc-André Dorion – #13 Emil Romig, #91 Taylor Vause, #6 Rafael Rotter
3. Linie: #14 Patrick Peter, #77 Patrick Mullen – #82 Chris DeSousa, #9 Ali Wukovits, #3 Peter Schneider
4. Linie: #76 Lucas Birnbaum, #4 Phil Lakos – #28 Andreas Nödl, #70 Benjamin Nissner, #22 Julian Großlercher

Stahlstädter schlagen Capitals in der Verlängerung
In einem offenen Schlagabtausch hatten die Linzer in der Overtime das bessere Ende für sich. Von der ersten Minute an wurden die Black Wings mit Tormann Kickert von den Vienna Capitals unter Druck gesetzt.

Nennenswerte Chancen kreierten die Wiener dabei keine, sie machten es den Linzer aber schwer, sich aus dem eigenen Drittel zu befreien. Lediglich Lebler gelang es anfangs, aus der Defensive nach vorne zu stürmen. Mit seinem Versuch traf er jedoch nur die Stange von Lamoureuxs Kasten. Einige Minuten später vergab Kristler.

Die Wiener ließen nicht locker und erzielten in Minute 17 den Führungstreffer, der sich irgendwo abgezeichnet hatte. Nach Gestochere vor Kickerts Tor streckte sich der Goalie vergeblich nach der Scheibe, Wukovits schob sie auf DeSousa und der musste sie nur mehr im leeren Tor unterbringen. Das Drittel beendeten die Oberösterreicher mit einem Tor Rückstand und mit einer Strafe, von der sie 42 Sekunden in den zweiten Abschnitt mitnehmen mussten. Das zweite Drittel begann mit einem Schreck für die Black Wings: 66 Sekunden waren gespielt, ehe es erneut in Kickerts Kasten einschlug. Tessier feuerte von links aus der Distanz und Hartl fälschte das Spielgerät ins Linzer Tor ab.

Den Stahlstädtern gelang es anschließend zwar ebenso, den Puck in die gegnerischen Maschen zu befördern, allerdings gaben die Schiedsrichter wegen Leblers zu hohem Stock den Treffer nicht. Auch im Zuge von zwei Powerplays konnte der zwei-Tore-Rückstand nicht aufgeholt werden.

Im dritten Überzahlspiel des Abends glückte aber der Anschlusstreffer! Locke täuschte Lamoureux mit einer Finte und Davies verkürzte auf 1:2.

Die Capitals spielten trotz des Unterzahltreffers weiter undiszipliniert und fassten zwei weitere Strafen aus. Daraus konnten die Linzer aber keinen Profit schlagen, wodurch es für sie mit dem Pausenstand von 1:2 in die Kabine ging.

Vom Beginn des Schlussdrittels an fanden die Linzer besser ins Spiel und drückten auf den Ausgleich. Mit einigen gefährlichen Aktionen kamen sie diesem durchaus nahe, in der 48. Minute fiel das 2:2 schließlich: Umicevic hämmerte die Scheibe an die Querlatte und haute das zurückspringende Spielgerät volley ins Tor – sehenswert! In den verbleibenden Minuten gab es – auch dank starkem Kickert – keine Tore mehr. Eine Overtime musste her! Es waren zwar die Wiener, die in der Verlängerung zu den besseren Möglichkeiten kamen, das Tor machten aber die Black Wings! Schofield schoss nach Querpass von Kapstad seine Mannschaft zum Sieg!

Im Kampf um einen Play-off Platz sind diese zwei Punkte Gold wert. Denn damit schufen sich die Stahlstädter einen Puffer zu Verfolger Znojmo und Fehervar, auf die sie noch diese Woche treffen werden!

Vienna Capitals – Black Wings 2:3 OT (1:0, 1:1. 0:1/0:1)

Tore: 1:0 DeSousa (17.), 2:0 Hartl (22.), 2:1 Davies (35./PP1), 2:2 Umicevic (48.), 2:3 Schofield (63./OT)

Presseinfo spusu Vienna Capitals/Liwest Black Wings Linz/red.

26.12.2018