KAC, EC KAC

© Sportreport

Mit dem Gastspiel beim zuletzt arg gebeutelten EBEL-Vertreter Kroatiens beschließt der EC-KAC am Sonntagabend das Kalenderjahr 2018.

DIE ECKDATEN: In seinem 32. Saisonspiel in der Erste Bank Eishockey Liga tritt der EC-KAC am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) auswärts bei Schlusslicht Medveščak Zagreb an. Diese Begegnung wird nicht im TV übertragen, über den Spielverlauf informieren der LiveTicker auf kac.at sowie (ab 18.03 Uhr) auch das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten.

DIE AUSGANGSSITUATION: Der EC-KAC erkämpfte sich am Freitagabend einen 1:0-Heimerfolg gegen den EC VSV und gewann damit sein sechstes auf eigenem Eis ausgetragenes Kärntner Derby in Folge. Damit schoben sich die Rotjacken wieder auf den dritten Tabellenplatz der Erste Bank Eishockey Liga, derzeit liegen sie (bei einem Spiel weniger) zwei Zähler hinter Graz und fünf Punkte hinter Wien. In der Fremde gingen die Klagenfurter zuletzt drei Mal hintereinander leer aus, der jüngste Auswärtssieg datiert vom 23. November und gelang beim sonntägigen Gegner in Zagreb. Für die Rotjacken geht es in Kroatien auch darum, in der Offensive wieder effektiver zu werden, resultierten in den vergangenen drei Partien doch nur vier Treffer aus 90 Torschüssen.

Medveščak Zagreb bestreitet seine Begegnungen nach massiven wirtschaftlichen Turbulenzen aktuell nur noch mit einer de-facto Stadtauswahl, beim 0:9 gegen Graz am Freitag boten die Kroaten keinen einzigen Legionär mehr auf. Ausgehend vom 2:4 gegen den EC-KAC Ende November verloren die Bären jedes ihrer letzten zwölf Spiele, lediglich bei der Overtime-Niederlage in Znojmo vor dem International Break im Dezember gelang ein Punktgewinn. Seit der Abwanderung des Großteils der Importspieler stehen für Medveščak 0:18 Punkte und 6:36 Tore zu Buche.

DIE ZAHLEN ZUM SPIEL: 2 – Saisonübergreifend konnten die Rotjacken ihre beiden letzten Auswärtsspiele in Zagreb jeweils mit 4:2 gewinnen. Gelingt am Sonntag ein weiterer Erfolg, würden erstmals seit Medveščaks (erstmaligem) EBEL-Einstieg im Jahr 2009 drei KAC-Auswärtssiege in Kroatien hintereinander zu Buche stehen.

8 – In den bislang acht Spielen im Monat Dezember erzielte der EC-KAC nur acht Treffer bei Even Strength, dazu kamen gleich 13 Powerplay-Tore und ein Shorthander. Die 23 vorangegangenen Partien von September bis November brachten im Schnitt noch 2,13 KAC-Treffer bei gleicher Spieleranzahl am Eis.

10 – Verteidiger Robin Gartner lieferte im jüngsten Spiel gegen Villach sein bereits elftes Primary Assist in der laufenden Spielzeit, von allen Kaderspielern des EC-KAC leistete nur Nick Petersen (16) mehr unmittelbare Torvorlagen. Der schwedische Abwehrspieler verbuchte in zehn seiner letzten zwölf Partien zumindest einen Scorerpunkt.

19 – Das Heimspiel gegen Graz am Freitag bestritt Medveščak nur noch mit einem Rumpfkader: Alle 19 aufgebotenen Cracks inklusive der drei in Slowenien geborenen Spieler zählten als Eishockey-Kroaten. Das Durchschnittsalter des Lineups lag allerdings immer noch bei 25,5 Jahren.

57 – Die Rotjacken halten aktuell bei 57 Punkten, brachten im bisherigen Saisonverlauf also durchschnittlich 1,84 Zähler pro Partie auf ihr Konto. Dies entspricht dem höchsten Wert seit acht Jahren, selbst in der Meistersaison 2012/13 (1,81) fuhr Klagenfurt weniger Punkte ein.

60,0 – Im Kärntner Derby am Freitag dominierten die Rotjacken am Faceoff-Punkt, sie entschieden 39 der 65 Scheibenaufwürfe für sich, gewannen also exakt 60,0 Prozent dieser Duelle. Nur in zwei Saisonpartien, dem Auswärtsspiel in Villach Anfang Oktober und dem Heimspiel gegen Bolzano Anfang Dezember, kam der EC-KAC auf einen höheren Prozentsatz.

DER GEGNER: Das zweite Spieljahr nach der Rückkehr Medveščak Zagrebs aus der KHL in die Erste Bank Eishockey Liga wurde zum Fiasko, die Kroaten schlitterten in so starke wirtschaftliche Turbulenzen, dass zwischenzeitlich gar die Fortführung des Spielbetriebs in Frage stand. Die Bären verloren seit Anfang Dezember den Großteil ihres angestammten Kaders und versuchen, die Saison nun mit Hilfe von Leihgaben der beiden anderen Zagreber Klubs, KHL und Mladost, die jeweils in der internationalen slowenischen Meisterschaft (IHL) engagiert sind, zu Ende zu spielen. Das aktuelle Aufgebot besteht demnach zum Großteil aus Amateurspielern, Medveščaks Konkurrenzfähigkeit in der EBEL ist nur noch bedingt gegeben. Den Cracks, die unter diesen widrigen Umständen antreten, erweist das kroatische Publikum allerdings den gebührenden Respekt, immerhin noch durchschnittlich 2.095 Zuseher kamen zu den vier bisherigen Partien im Monat Dezember in den Dom Sportova.

Zagrebs aktueller Topscorer ist der Schwede Björn Svensson (5 Tore, 13 Assists), der den Bären zuletzt krankheitsbedingt ebenso fehlte wie der ehemalige KAC-Crack Mitja Robar. Am Freitag gegen Graz stand daher mit dem in Klagenfurt bestens bekannten Tomislav Zanoški nur einer der 14 punktebesten Medveščak-Spieler der laufenden Saison im Aufgebot. Insgesamt ist Zagrebs aktueller Kader ein sehr unerfahrener, nur sechs Cracks kamen bislang auf mehr als 50 Karriereeinsätze in der EBEL.

In der Erste Bank Eishockey Liga standen sich Medveščak Zagreb und der EC-KAC bisher 41 Mal gegenüber, mit 23 zu 18 Siegen und 126 zu 117 Toren spricht die historische Bilanz für die Klagenfurter. In Kroatiens Hauptstadt waren die Rotjacken in der Vergangenheit allerdings nur beschränkt erfolgreich: In nur sechs von 21 Gastspielen siegten sie nach regulärer Spielzeit. Insgesamt haben Eishockeyduelle zwischen Klagenfurt und Zagreb eine große Tradition, bereits am 9. Januar 1939 traten die Rotjacken erstmals in der Stadt an der Save an und siegten gegen die dortige Auswahl mit 8:1. Die erste Begegnung mit den 1961 gegründeten Bären datiert vom 11. September 1971, als bei einem Pre-Season-Turnier in Wien ein 9:3-Sieg gelang, bei dem sich Dieter Kalt sen. fünf Mal als Torschütze feiern lassen konnte.

DIE PERSONALIEN: Beim EC-KAC stehen nach derzeitigem Stand mit Ausnahme von Manuel Geier sämtliche Kaderspieler zur Verfügung, dementsprechend ist für das Auswärtsspiel in Zagreb mit einem unveränderten Lineup gegenüber dem 1:0-Derbysieg gegen Villach am Freitagabend zu rechnen.

DER KOMMENTAR: „Das Derby gegen Villach war kein Torfestival, für uns stand nach den letzten Ergebnissen aber im Vordergrund, die Stabilität in unserem Spiel wiederzufinden. Das ist uns gelungen, dementsprechend war das ein erfolgreicher Abend für uns. Darauf wollen wir im Auswärtsspiel in Zagreb aufbauen. Es geht gegen ein Team, das ganz anders aussieht als bei unserem letzten Duell, über das wir auch wenig wissen. Umso mehr wird unser Fokus auf unserem eigenen Spiel liegen: Der Umsetzung unseres Systems und der Feinabstimmung in unseren Formationen.“ (Johannes Bischofberger, Stürmer EC-KAC)

Medieninfo EC KAC

29.12.2018