ÖVV, Herren, Österreich, Albanien, EM-Quali - Foto © Sportreport

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Österreichs Volleyball-Herren haben den nächsten Schritt Richtung Europameisterschaft gesetzt, schlugen Albanien in ihrem fünften Qualifikationsspiel vor 3.000 begeisterten Fans im knallvollen Raiffeisen Sportpark Graz dank einer bärenstarken Leistung 3:0 (25:13, 25:21, 30:28) und übernahmen zumindest bis Sonntag im Pool D die Tabellenführung vor Portugal. Am Mittwoch gastieren die ÖVV-Herren zum Abschluss beim Letzten Kroatien.

Österreich startete perfekt. Dank Serviceserien von Quali-Debütant Max Landfahrer und Kapitän Peter Wohlfahrtstätter gingen die Gastgeber 7:2 in Führung, sorgten im Publikum schon früh für echte Länderspielstimmung. Das Fehlen der verletzten Stars Alex Berger und Paul Buchegger fiel in dieser Phase nicht ins Gewicht, Thomas Zass sorgte für spektakuläre Punkte, das Service blieb eine Waffe. So setzte sich das ÖVV-Team weiter ab (14:5) und stellte die Weichen auf Satzgewinn. Nach 21 Minuten verwertete Landfahrer zum 25:13. Die Welle machte die Runde!

Die Albaner waren von rotweißroter Angriffs-Power und Kampfkraft beeindruckt. Aber auch die Blockleistung passte, so blieb man trotz einiger Servicefehler am Drücker, konnte wieder vorlegen (8:5, 12:8). Albaniens Topangreifer Anton Qafarena, der Österreich im Hinspiel beinahe im Alleingang 3:2 besiegen konnte, kam aber besser auf Touren. Die Führung schmolz daher auf einen Punkt zusammen (18:17). Michael Warm nahm zur richtigen Zeit das Timeout und so den Schwung aus dem Spiel der Gäste. Bei 22:18 war man wieder voll auf Kurs. Wenig später verwertete Zass zum 25:21 und zur 2:0-Satzführung.

Die Österreicher hielten die Konzentration hoch, blieben präsent. Aber die Albaner zeigten sich ungebrochen, kämpften um den Verbleib im Match und Quali-Rennen. Mit einem Lauf stellten sie nach ausgeglichenem Satz-Beginn auf 15:11 – Österreichs Angriffen fehlte es in dieser Phase an Durchschlagskraft. Auf Landfahrer war allerdings Verlass: mit einer Serviceserie brachte er Rotweißrot wieder heran (19:20). So wurde es wieder spannend. Die Ausgleichschance blieb jedoch zunächst ungenützt. Das ÖVV-Team sah sich sogar mit einem 21:24-Rückstand konfrontiert. An diesem Tag ging aber alles auf. Mit Anton Menner am Service gelang sensationell der Gleichstand, und nach einem Ass gab es den ersten Matchball. Es sollten allerdings noch drei weitere brauchen, ehe Menner zum 30:28 und 3:0-Triumph verwertete. Eine rundum gelungenes Volleyballfest im tollen Raiffeisen Sportpark Graz, das die ÖVV-Damen mit ihrem Kantersieg so hervorragend eröffnet hatten und die -Herren so perfekt beendeten. Die Halle stand Kopf!

Topscorer: Thomas Zass (18), Anton Menner und Max Landfahrer (je 12) bzw. Anton Qafarena 815), Redjo Koci (7) und Gazmend Husaj (5). Angriffspunkte 39:25, Asse 9:3, Blockpunkte 11:5, Eigenfehler 29:21.

Modus: Die sieben Gruppensieger sowie die fünf besten -zweiten lösen das Endrunden-Ticket. Da im Vergleich der zweitplatzierten Teams in den fünf Fünfergruppen die Ergebnisse gegen die letztplatzierten Mannschaften herausgerechnet werden, bleibt es wohl bis zum Schluss spannend.

Stimmen
ÖVV-Quali-Debütant Max Landfahrer: „Ich war der Neue, hatte nichts zu verlieren. Ich bin froh, dass sich Teamchef Warm für mich entschieden hat.“

ÖVV-Kapitän Peter Wohlfahrtstätter: „Coole Stimmung. So etwas habe ich in Österreich noch nicht gesehen. Die ersten zwei Sätze waren eindrucksvoll, vor allem am Service. Der dritte war schwieriger. Max Landfahrer spielt bei Aich/Dob schon ein super Saison.“

ÖVV-Topscorer Thomas Zass: „Wir haben stark begonnen. In den engen Situationen hat die Mannschaft dann Charakter gezeigt.“

ÖVV-Teamchef Michael Warm: „Der erste Satz war natürlich ein Traum. Wir haben aber gewusst, dass das so nicht weitergehen kann. Die Burschen haben dann im dritten Satz Herz bewiesen. Landfahrer hat zuletzt stark zugelegt, aber wir waren heute generell stark – auch Menner mit der Serie zum Schluss. Gefeiert wird nicht, jetzt wartet Kroatien, das noch besseres Personal als Albanien hat, aber in der Quali noch nicht das gezeigt hat, was es von der Papierform her kann. Ich hoffe, dass uns österreichische Zuseher in Zagreb unterstützen. Wir brauchen diesen Support, dann können wir den nächsten Schritt machen und uns qualifizieren!“

Presseinfo: ÖVV

06.01.2019