Volleyball

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Österreichs Volleyball-Nationalmannschaft der Herren löste Mittwochabend mit einem 3:1-Auswärtssieg über Kroatien erstmals aus einer Qualifikation heraus und eigener Kraft das EM-Ticket, fährt als einer der fünf besten Gruppenzweiten zur Endrunde, die vom 12. bis zum 29. September in Frankreich, Slowenien, Belgien und Niederlande in Szene gehen wird.

Aus diesem Anlass fand am Donnerstag im Haus des Sports in Wien ein Pressegespräch mit ÖVV-Präsident Gernot Leitner, ÖVV-Sportdirektor Gottfried Rath, ÖVV-Teamchef Michael Warm und ÖVV-Teamspielern statt!

ÖVV-Präsident Gernot Leitner: „Uns haben Gratulationen vom Bundespräsidenten abwärts aus vielen Ecken der Welt erreicht. Es haben sich Viele mit uns sehr gefreut. Die Volleyball-Community ist groß geworden. Die Meilensteine, die man sich setzt, sind oft nur schwierig zu erreichen. Dieser war von langer Hand geplant. Der Weg mit dem Ziel, sich aus eigener Kraft für die EM 2019 zu qualifizieren, wurde nach der Heim-EM vor acht Jahren eingeschlagen. Die geschaffenen Strukturen haben Früchte getragen. Das Team hat die Reife, Erfahrung und Abgebrühtheit aufgebaut, die es braucht, um in den entscheidenden Phasen zu bestehen. Man hat gesehen, dass nur ein kontinuierlicher Weg eine Nation nach oben bringen kann. Wir werden die Strukturen, die uns diesen Erfolg beschert haben, jetzt weiter hochfahren und professionalisieren. Unser nächster Weg wird natürlich zur Sportpolitik sein. Für uns darf keine Woche vergehen, ohne konkret planen zu können. Mit dieser Mannschaft kann man hohe Erwartungen in die kommende EM setzen. Uns ist aber natürlich auch bewusst, dass wir auf absolute Weltstars, Olympiasieger, Volleyball-Millionären treffen.“

ÖVV-Sportdirektor Gottfried Rath: „Es ist ein schönes Gefühl, wir sind sehr, sehr happy. Es war ein großer Schritt. Die EM steht schon relativ bald vor der Haustür. Die Vorbereitungen laufen daher eigentlich seit gestern nach dem Spiel. Es braucht viel Hintergrundarbeit. Man sieht die Spieler und Trainer, die sich reinhauen, es sind aber viele, viele Leute, die daran beteiligt sind, dass am Schluss Erfolg steht.“

ÖVV-Teamchef Michael Warm: „Ich muss Peter Kleinmann danken, dass er mir vor über acht Jahren das Vertrauen geschenkt hat. Wir sind Schritt für Schritt weitergekommen. So etwas geht nicht von heute auf morgen, muss erst wachsen. So eine Entwicklung dauert. Man kann keine Mannschaft einfach backen. Ich denke, gestern haben wir einen Riesenschritt gemacht, der uns alles abverlangt hat. Ich bin jetzt auch ziemlich fertig. Man lebt in den Wochen vor den entscheidenden Spielen mit jeder Faser des Körpers und Geistes auf dieses Ziel hin. Die Mannschaft war entschlossen und mutig, wie ich es von ihr noch nicht erlebt habe. Es war eine große Freude und Befriedigung mit den Jungs zu arbeiten und zu sehen, welche Performance sie abgeliefert haben. Sie haben das Maximum gezeigt. Was uns in der Quali verletzungstechnisch (Paul Buchegger, Alex Berger, Thomas Tröthann, Niklas Kronthaler fielen aus, Anm.) passiert ist, war schließlich der worst case. So eine Qualität an Spielern kann kaum ein Land vorgeben und verkraften. Wir haben ihr Fehlen völlig ausgeblendet. Jedes Jammern kostet letztendlich nur Energie. Es war der richtige Weg. Jene, die da waren, mussten schließlich die Kohlen aus dem Feuer holen. Wir fahren im September nicht zur EM, um nur dabei zu sein, sondern werden dort auch was reißen!“

ÖVV-Routinier Philip Schneider, der gegen Kroatien für den verletzten Kapitän Peter Wohlfahrtstätter kam: „Man soll niemals nie sagen, aber es war ziemlich sicher mein letztes Spiel. Die Einberufung hat mich überrascht. Zunächst dachte ich, es sei ein Scherz. Eigentlich hatte ich ja meine Karriere schon im Mai beendet. Es war nicht geplant, dass ich spiele, meine Leistung hat aber, denke ich, gepasst. Der Erfolg macht mich unglaublich stolz, ich weiß schließlich, wie viel Arbeit dahinter steckt.“

ÖVV-Libero Florian Ringseis: Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich bin schon lange dabei, wurde vor zehn Jahren erstmals einberufen. Bei der Heim-EM stand ich nicht im Kader, umso mehr freut es mich, dass ich noch einmal die Chance bekommen habe. Mit diesem Team ist bei der EM einiges möglich.“

ÖVV-Aufspieler Max Thaller: „Ein Traum geht in Erfüllung. Es ist sehr schön zu sehen, wie wir alle in den vergangenen Jahren gewachsen sind. Wir haben schon lange brav gespielt, auch Spiele gewonnen, diese Qualifikation kann sich aber richtig sehen lassen. Die nach Zagreb mitgereisten Fans haben uns unglaublich gepusht!“

Gruppen-Auslosung am kommenden Mittwoch
Erstmals werden 24 Nationen an einer Europameisterschaft teilnehmen. Titelverteidiger ist Russland. Die Gruppen-Auslosung (vier Pools zu je sechs Mannschaften) steigt bereits am 16. Jänner um 18.30 Uhr in Brüssel. Gesetzt sind neben den vier Gastgebern Frankreich, Slowenien, Belgien und Niederlande auch Titelverteidiger Russland und Vize-Europameister Deutschland. Die weiteren EM-Teilnehmer sind Serbien, Italien, Bulgarien, Tschechien, Polen, Türkei (alle über EM 2017), Österreich, Weißrussland, Estland, Mazedonien, Finnland, Griechenland, Montenegro, Portugal, Rumänien, Slowakei, Spanien und Ukraine (alle über die Qualifikation). Diese 18 Teams werden nach ihrem CEV-Ranking gereiht und auf vier Töpfe aufgeteilt.

CEV Volleyball European Championship-Qualifiers
09.01.: Kroatien vs. Österreich 1:3 (22:25, 25:18, 20:25, 20:25)
Topscorer: Leo ANDRIĆ, Sandro DUKIC (je 10) und Ivan MIHALJ (9) bzw. Thomas ZASS (22), Philip SCHNEIDER (11), Anton MENNER (7). Angriffspunkte 41:45, Asse 4:9, Blockpunkte 13:13, Eigenfehler 26:29. Spieldauer 97 Minuten.

Max Thaller, ÖVV-Aufspieler: „Wir haben ewig darauf hintrainiert. Unglaublich, dass wir es jetzt geschafft haben! Wir haben heute ein tolles Spiel rausgelassen. Auch die mitgereisten Fans haben dazu beigetragen, so eine Unterstützung hatten wir erstmals bei einem Auswärtsspiel. Auch die Stimmung in Graz gegen Albanien werde ich nie vergessen. Kroatien hat uns heute nichts geschenkt. Dann kann Wohlfahrtstätter nicht weiter machen, Schneider kommt rein und fügt sich mit seiner Routine sofort ein. Er hat halt ewig in Frankreich auf Top-Niveau gespielt. Ich denke, das war jetzt auch für ihn ein perfektes Karriere-Ende!“

Presseinfo ÖVV

10.01.2019