Stefan Lainer (Red Bull Salzburg): „Es hat einfach der letzte Wille, der letzte Punch gefehlt.“

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In der 19. Runde der Tipico Bundesliga trafen im Allianz Stadion die Mannschaften von SK Rapid Wien und FC Red Bull Salzburg aufeinander. Die Hütteldorfer konnten sich dabei mit 2:0 durchsetzen.

Wir haben die Stimmen zum Spiel …

SK Rapid Wien – Red Bull Salzburg 2:0 (0:0)
Schiedsrichter: Robert Schörgenhofer

Stefan Lainer (Red Bull Salzburg):

… über das Spiel: „Ich denke, es hat einfach der letzte Wille, der letzte Punch gefehlt. Wir haben erste Halbzeit gute Möglichkeiten gehabt, hätten es vielleicht besser zu Ende spielen können. Trotzdem war das heute zu wenig von uns. Die Intensität am Donnerstag war extrem hoch und heute hat uns genau das eben gefehlt, der letzte Punch. Und deswegen hat es nicht gereicht, weil Rapid einfach den Sieg mehr erzwungen hat und verdient heute der Sieger ist.“

… über den Ausschluss von Ramalho: „Natürlich hat der dann eine große Rolle gespielt. Insgesamt ist es schon sehr ärgerlich. Ich glaube, ein paar haben es vielleicht auf die zu leichte Schulter genommen. Aber in Wien gegen Rapid ist es einfach ein komplettes 50:50-Spiel, ein sehr guter Gegner mit sehr guter Qualität.“

Dietmar Kühbauer (Trainer SK Rapid Wien):

… über das Spiel: „Wir haben grundsätzlich das meiste gut gemacht. Dass man gesehen hat, dass Salzburg echt ein Top-Mannschaft ist, darüber brauchen wir auch nicht zu diskutieren. Aber wir konnten das mit Leidenschaft, mit Einsatz wett machen und haben wirklich ein Top-Spiel gemacht. Natürlich hat sich Salzburg dann mit dem Ausschluss geschwächt und hat uns dann in die Karten gespielt. Aber wir haben heute gegen eine Top-Mannschaft gewonnen und ich muss meiner Mannschaft wirklich ein riesiges Lob aussprechen, weil das war nicht so einfach.“

… über die Bedeutung dieses Sieges: „Es war ein wichtiges Spiel für uns. So bleiben wir noch im Rennen dabei. Dass wir jetzt Salzburg geschlagen haben und das mit dieser Leistung, das sollte schon Kräfte freisetzen. Wir haben heute einen Gegner geschlagen, der wirklich gut ist und das schlussendlich fast verdient, weil wir hinten raus wirklich gute Möglichkeiten gehabt haben.

Stefan Schwab (SK Rapid Wien):

… über das Spiel: „Ja es ist wunderschön für uns. Wir haben die Salzburger zum ersten Mal in dieser Saison geschlagen, zum ersten Mal überhaupt seit langem. Ich glaube, wir haben 90 Minuten eine konzentrierte, solide Leistung abgerufen. Wir sind auch, nachdem Salzburg die rote Karte gekriegt hat, nicht übermütig geworden, sondern haben es clever gespielt. Die drei Punkte bringen uns jetzt richtig zurück.“

… über die Tatsache der roten Karte: „Es hat uns sicher geholfen, weil Salzburg trotz Unterzahl eigentlich so weitergespielt hat, wie sie davor gespielt haben. Wir haben gewusst, dass wir Räume kriegen und die haben wir dann auch ganz gut genützt. Wir haben heute vor allem defensiv über 90 Minuten außer Halbchancen nix zugelassen. Und nach vorne hin haben wir es dann clever fertig gespielt und ich glaube schon verdient gewonnen.“

… auf die Frage, wie viel Hoffnung nun diese drei Punkte für das Meister-PlayOff bringen: „Wir hoffen, dass uns das jetzt einen richtigen Schwung gibt für die nächsten drei Partien. Wir wollen da das Punktemaximum holen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber es ist möglich. Das Spiel jetzt gegen Salzburg gibt uns eine richtige Brust. Wir brauchen das Punktemaximum, dann bin ich überzeugt, dass es sich ausgeht.“

Veton Berisha (SK Rapid Wien):

… über die Wichtigkeit des Sieges: „Für uns ist es sehr wichtig, weil wir jetzt wir die Chance haben in die Top 6 zu kommen. Wir müssen diese vier Spiele gewinnen und das war das erste das wir gewinnen mussten.“

… über seinen Treffer: „Ich glaube, es war ein wichtiges Tor, weil dann hast du nicht diesen Stress noch ein Tor machen zu müssen. Und als dann Schwab das 2:0 gemacht hat, habe ich gewusst dass wir gewinnen. Wir haben gut gekämpft, gut als Mannschaft zusammengehalten. Erste Halbzeit war okay und zweite war gut.“

Christoph Peschek (Geschäftsführer SK Rapid Wien):

… in der Halbzeitpause über die Verteilung der TV-Gelder und die Aussagen von LASK-Präsident Siegmund Gruber: „Ja mein Gott, das ist in der Emotion. Es gibt unterschiedliche Interessenslagen. Allerdings ist für mich der entscheidende Punkt: Es gab 2017 eine Arbeitsgruppe, in der sehr intensiv gearbeitet wurde, über Monate hinweg unter Einbeziehung von externen Experten, Klubvertretern, unter anderem auch von Austria Wien und Red Bull Salzburg und der Bundesliga, ein gemeinsamer Kompromiss erarbeitet worden ist – eine gemeinsame Empfehlung, die der Aufsichtsrat ebenso unterstützt und empfohlen hat. Und dann gab es im Frühjahr 2017 eine Klubkonferenz, in der es die notwendige Mehrheit für diese verschiedenen Faktoren gab – nämlich eine 2/3-Mehrheit. Und im Herbst 2017 sogar noch einen einstimmigen Beschluss als man über die Details wie zum Beispiel Zuschauerzahlen, Punkte etc. eine entsprechende Empfehlung erarbeitet hat. Insofern geht’s aus meiner Sicht bei aller Gelassenheit darum, dass es Planbarkeit geben muss, Vertragstreue und dass jene Beschlüsse, die wir treffen, eingehalten werden. Man stelle sich nur vor, wir würden jetzt während der Partie die Spielregeln ändern, das wäre wohl auch grotesk. Also insofern: Dieser Beschluss für die gesamte TV-Vertragslaufzeit ist ein gültiger und ich gehe davon aus, dass alle ihre Verantwortung wahrnehmen und diese Vertragssicherheit auch weiter gilt.“

… in der Halbzeitpause über seine Erwartungen an Dienstag: „Ich gehe davon aus, dass sich alle ihrer Gesamtverantwortung für den österreichischen Fußball bewusst sind, dass die gemeinsam erarbeiten Kompromisse, zu denen wir zweifelsfrei stehen, auch nach wie vor Gültigkeit haben und dass Verträge eingehalten werden. Aber gerade jene Klubs, die auch massiv eingebunden waren in diese Prozesse, in diese Arbeitsgruppen, sollte auch zu diesem Ergebnis stehen, welches wir gemeinsam erarbeitet haben. Also insofern gehe ich davon aus, dass diese Beschlüsse gelten. Wir stehen sicher vor einer Weggabelung: Gehen wir jenen Weg der Konstruktivität, bei dem wir auch am Ende der Saison ja das Angebot gemacht haben, evaluieren wir, schauen wir uns die Ist-Zahlen an und nicht irgendwelche Hochrechnungen. Oder gehen wir den Weg der Destruktivität, führen wir die Liga ins Chaos. Ich denke, dass ist nicht der Weg den man gehen sollte.“

Marco Rose (Trainer Red Bull Salzburg):

… auf die Frage, wer oder was an der Niederlage schuld gewesen sei: „Rapid hat zwei Tore geschossen und wir haben keins. Und damit sind wir da grundsätzlich immer im Kollektiv dran schuld, weil wir natürlich alle die Möglichkeit haben Tore zu erzielen und Tore zu verhindern.“

… über das Spiel: „Ich fand die Leistung der Jungs nicht schlecht. Ich glaube, dass wir im Positionsspiel sehr, sehr ordentlich unterwegs waren. Das Einzige was wir gemacht haben, waren zu viele einfache Fehler in der ersten Halbzeit. Aber wir haben hier bei Rapid mutig gespielt und haben den Gegner auch im Griff gehabt. Wir hatten die eine oder andere Möglichkeit.“

… über die rote Karte von Ramalho: „Natürlich arbeiten wir das intern auf, werden drüber reden und das geht’s weiter.“

… vor dem Spiel über den Grund, warum Munas Dabbur nur Ersatz ist: „Weil wir natürlich schon darüber nachdenken, wer war wie belastet in den letzten Wochen. Munas hat alle drei Spiele komplett durchgespielt, außer gegen Brügge ist er kurz vor Schluss raus. Und wir wollen schon heute hier eine gewisse Frische auf den Platz bringen.“

… vor dem Spiel auf die Frage über seine Zukunft: „Wir haben drei spannende Monate vor uns, jetzt von Abschied zu reden oder Dingen, die irgendwann mal passieren, wäre viel zu verfrüht. Irgendwann wird man wissen wie es weiter geht.“

Andre Ramalho (Red Bull Salzburg):

… über die Bedeutung der Niederlage: „Klar, die Niederlage tut uns weh. Man verliert nie gerne und ja, das nehme ich auf jeden Fall auf meine Kappe.“

… über seinen Ausschluss: „Ja klar mag man sowas einfach nicht, wenn man die rote Karte bekommt – besonders in so einem wichtigen Spiel. Es tut mir wirklich sehr leid für die Mannschaft, sie hat das bis dahin super gemacht. Man hat einfach Emotionen und das ist so ein Spiel, in dem es viele Emotionen gibt. Klar, ich sage nicht, dass es korrekt war, dass es eine schöne Geste war, das sicher nicht, aber ich glaube bei so einer Situation könnte man es ein bisschen verstehen und ein bisschen mehr Geduld haben – und sagen: Pass auf, mach das nicht mehr! Ich denke, da sollte man vielleicht ein bisschen mehr Gefühl haben. Wer mich kennt, der weiß, das ich es nicht so gemeint habe zum Schiedsrichter.“

Christoph Freund (Sportdirektor Red Bull Salzburg):

… vor dem Spiel auf die Frage, ob ihn die finanziellen Erlöse der Salzburger stolz machen: „Ja sicher, es bestätigt einfach unsere Arbeit der letzten Jahre, den Weg, den wir eingeschlagen haben, dass der jetzt richtig Früchte trägt. Die aktuelle Situation ist natürlich sehr schön, wir wissen aber auch, dass es hart arbeiten gilt, um dieses Level auch zu halten. Denn wir haben auch sportlich ein sehr hohes Level erreicht. Es ist einfach ein wichtiges Standbein ist für unseren Verein, dass wir gute Transfererlöse erzielen.“

… vor dem Spiel über Transfers von Salzburg: „Die Spieler erreichen bei uns einfach ein gewisses Niveau, auch international sieht man, dass sie einfach stark spielen. Und dann gibt es mehrere Interessenten, nicht nur Leipzig, sondern auch aus anderen Ländern. Die Spieler entscheiden dann wo sie hingehen. Natürlich spielt Leipzig eine ähnliche Fußballphilosophie, das kommt ihnen vielleicht zu Gute. Aber im Endeffekt ist es eine Entscheidung des Spielers. Für uns ist es nicht so entscheidend, wohin wir die Spieler verkaufen. Für uns ist wichtig, dass wir gute Transfererlöse generieren können.“

… vor dem Spiel über einen möglichen Umbruch: „Ich glaube, wir sind gut vorbereit. Ich weiß, was wir in der Hinterhand haben. Aber natürlich ist es auch Tatsache, dass diese Mannschaft eine besondere Mannschaft ist. Aber ich bin überzeugt, dass wir auch in der kommenden Saison wieder sehr gut aufgestellt sein werden und diesen Geist weiter in Salzburg leben werden.“

… vor dem Spiel über Coach Marco Rose: „Ich glaube, Marco weiß ganz genau, was er an Salzburg hat. Es macht im riesengroßen Spaß mit dieser Truppe zu arbeiten. Es ist schon eine besondere Truppe die wir zusammenhaben. International haben wir auch immer wieder Highlights. Aber wir wissen auch, dass er begehrt ist und das ist schön. Marco ist ein Trainer, der bei uns groß geworden. Also auch da ist eine richtig gute Entwicklung vonstatten gegangen. Und jetzt ist er einer der interessantesten Trainer im deutschsprachigen Raum.“

Alfred Tatar (Sky Experte):

… über das Spiel: „Jedes Spiel hat auch eine sogenannte Biografie, wie man weiß. Und in diesem Spiel hat aus meiner Sicht ein Fehlverhalten eines Salzburgers die eigene Mannschaft so geschwächt, dass Rapid dann entscheidendes Kapital ziehen konnte. Nicht nur dieser Umstand hat Rapid den Sieg gebracht, sondern natürlich auch, dass Rapid stark verbessert war im Vergleich zu ähnlichen Spielen, die im Herbst von statten gegangen sind.“

Anton Pfeffer (Sky Experte):

… über die Leistung der Salzburger: „Salzburg hat heute anders gespielt als sonst. Man hat immer gehört: Man will variabel sein, man will einfach Eingehen auf die verschiedenen Gegner, die man hat. Man ist heute von diesem Spiel komplett weggegangen. Man hat ungewohnt viele Fehler gemacht.“

… über die rote Karte: „Vogel zeigen geht gar nicht! Man hätte auch durchaus die glatt rote Karte zeigen können. Hier war aber Schiedsrichter Schörgenhofer gnädig.

Presseinfo Sky Austria

24.02.2019