Vienna Capitals, KAC

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Am Ostermontag stand das 5. Spiel in der Finalserie der Erste Bank Eishockey Liga Vienna Capitals vs. KAC auf dem Programm. Eine äußerst diskutable Schiedsrichter-Entscheidung bringt die Gastgeber aus dem Konzept und die Rotjacken auf die Siegerstraße. Die Rotjacken setzen sich am Ende mit 0:2 in Wien-Kagran durch und haben ersten Meisterschaftsmatchpuck.

Das Spiel begann erwartungsgemäß mit stürmischen Gastgebern. Bereits in der ersten Minute hatten die Vienna Capitals die erste gute Torchance des Spiels. Nach der ersten „Sturm und Drangperiode“ der Wiener war der KAC mit dem ersten Powerplay des Spiels zu Gange. Dieses blieb aber ohne zählbaren Erfolg. Danach entwickelte sich ein weitgehend ausgeglichenes Spiel in dem kein Team sich erwähnenswerte Vorteile erarbeiten konnte. Die Intensität war zwar noch. Die Qualität der gezeigten Performance war auf beiden Seiten ausbaufähig.

Im ersten Powerplay für die Gastgeber gab es dann wieder „Torgefahr“. Rotter scheiterte mit einem platzierten Schuss am „Blocker“ von KAC-Goalie Haugen (14.). 180 Sekunden später hätte Liga-MVP Schneider für die Führung der Gastgeber sorgen müssen. Der ÖEHV-Teamstürmer konnte die Scheibe nicht im leeren Tor unterbringen. Hier gilt jedoch anzumerken, dass ein Stockschlag eines KAC-Spielers nicht geahndet wurde. In den Schlusssekunden war es den Vienna Capitals vorbehalten die letzte Chance des ersten Durchgangs vorzufinden. DeSousa scheiterte jedoch am bärenstarken KAC-Goalie Haugen. Zwischenstand nach 20 Minuten somit torlos 0:0.

Das zweite Drittel begann so wie das erste aufhörte, mit einer guten Chance für die Vienna Capitals. In der 22. Minute scheiterte Romig an der Außenstange. 60 Sekunden später zeichnete sich KAC-Goalie Haugen zunächst Grosslercher und wenig später gegen Vause aus. Einige Augenblicke später trat auch zum ersten Mal der KAC im Mitteldrittel offensiv in Erscheinung. Bei einem Schuss von Livik war Caps-Goalie Lamoureux im Nachfassen zur Stelle. In der Folge hatten die Vienna Capitals die besseren Spielanteile und fanden in der 27. Minute die nächste dicke Chance vor. Wall erkämpft sich einen Abpraller und umkurvt KAC-Goalie Haugen. Der hechtet aber zurück und kann mit dem Schläger den Führungstreffer der Gastgeber verhindern. Wenige Sekunden später hatte der KAC durch Witting die große Chance auf den Führungstreffer. Hier konnte sich Lamoureux auszeichnen.

Wenig später gab es einen großen Aufreger in der Erste Bank Arena. Nach einem brutalen Check von Kraus gegen Grosslercher bleib zum großen Erstaunen der Besucher in der Halle der Arm, der phasenweise überfordert wirkenden Schiedsrichter unten. Es folgte ein kleiner Raufhandel, der Dorion und Livik für zwei-plus-zwei Strafminuten in die Kühlbox einbrachte. In den folgenden Minuten waren die Vienna Capitals völlig von der Rolle. War es der nicht geahndete Check oder die Emotionen aus der Situation heraus. Fakt ist, dass die Wiener in den folgenden Minuten den Faden verloren. Der KAC nutzte dies zu den entscheidenden Treffern des Spiels aus Zunächst schloss Geier einen Alleingang in der 31. Minute zum 0:1 ab. Exakt 133 Sekunden später „übersieht“ die „Caps-Verteidigung“ Hundertpfund am langen Eck. Petersen bedient den Nationalspieler und dieser schließt zum 0:2 ab.

In der Folge war die Luft spürbar aus dem Spiel. Der KAC hatte wenig Mühe den Vorsprung souverän zu verwalten. Die Vienna Capitals fanden im letzten Abschnitt kaum noch ein Mittel um den KAC noch in irgendeiner Form zu gefährden. Die Rotjacken fahren am Ende einen 2:0-Auswärtssieg ein und können am Mittwoch vor eigener Kulisse den ersten Meistertitel seit 2013 einfahren.

Auf der einen Seite haben die Vienna Capitals den berechtigten Vorwurf, dass die Schiedsrichter das Spiel in der 31. Minute maßgeblich beeinflusst hätten. Auf der Gegenseite müssen sich die Wiener den berechtigten Vorwurf gefallen lassen, warum Sie aufgrund einer „höchst diskutablen Schiedsrichter-Entscheidung“ für einige Minuten ihr Konzept über den Haufen warfen.

Vienna Capitals vs. KAC 0:2 (0:0, 0:2, 0:0)
Erste Bank Arena, 7.022 Zuschauer (ausverkauft), SR Nikolic/Piragic

Tore: Geier (31.), Hundertpfund (33.)

Strafminuten: 12 + 10 Rotter bzw. 12

22.04.2019