Donner im Regen – Wittmann und die DTM starten spektakulär in neue Ära

© Sportreport (Symbolbild)

Die schnellste DTM aller Zeiten, so spektakulär wie eh und je: Marco Wittmann (GER, BMW) hat den nervenaufreibenden Saisonauftakt 2019 in Hockenheim für sich entschieden. Beim Start in eine neue Ära der DTM, die mit rund 610 PS und Zwei-Liter-Turbo-Motoren die schnellste aller Zeiten ist, sorgte eine zunächst regennasse, später abtrocknende Rennstrecke für schwierige Bedingungen.

Wittmann, 2014 und 2016 Titelträger der DTM, setzte sich am Start an die Spitze, die er durchgängig bis ins Ziel verteidigte, obwohl er gegen Rennmitte unter starken Druck von René Rast (GER, Audi) geriet. Rang zwei ging dennoch nicht an Rast – Champion von 2017 –, sondern an dessen Audi-Markenkollegen Mike Rockenfeller (GER), der Rang zwei nach einem technischen Problem Rasts übernahm. Rang drei feierte Robin Frijns (NED, Audi) vor Timo Glock (GER, BMW), der sich nach einem Dreher am Start mit einer starken Fahrt und der schnellsten Rennrunde zurück nach vorn arbeitete. Aston Martin erreichte beim bemerkenswerten DTM-Debüt mit Daniel Juncadella (ESP) Rang neun. Die Marke war mit Paul Di Resta (GBR) vom dritten Startplatz ins Rennen gegangen.

Für Marco Wittmann war es der zwölfte Karriere-Sieg. Auch im Jahr seines ersten DTM-Titels, 2014, feierte er beim Auftaktrennen einen Triumph.

Starke Rookies: van der Linde, Dennis und Fittipaldi

Einen mehr als starken Eindruck hinterließen die DTM-Rookies Sheldon van der Linde (RSA, BMW), Jake Dennis (GBR, Aston Martin) und Pietro Fittipaldi (BRA, Audi). Für van der Linde und Fittipaldi bedeuteten die Ränge sechs und zehn beim Debüt prompt die ersten Punktresultate, das Dennis als Elftplatzierten nur knapp verwehrt blieb. Ebenfalls stark aber unbelohnt blieb die couragierte Leistung von Jonathan Aberdein (RSA, Audi), der lange in den Top Ten rangierte, jedoch mit einer zu mutigen Reifenstrategie die Chance auf Punkte einbüßte. Aberdein wechselte früh auf profillose Slicks, während die Top-Platzierten konservativ von Regenreifen auf Regenreifen wechselten.

Der zweite Saisonlauf wird am Sonntag um 13:30 Uhr Ortszeit ausgetragen. SAT.1 überträgt ab 13:00 Uhr live vom Hockenheimring.

» Stimmen – 1. Rennen, Hockenheim
„Ich bin oft nach Favoriten gefragt worden. Ich habe immer gesagt, dass mir Rast und Wittmann sehr imponieren, weil sie immer schnell sind und konstant Leistung abliefern. Beide waren heute wieder erstklassig. Sie haben unter schwierigen Bedingungen keine Fehler gemacht und waren clean und schnell. Aston Martin war für mich eine positive Überraschung. Im Qualifying direkt hinter BMW und Audi Dritter zu sein, war eine Riesenleistung. Sie waren auch im Rennen gut unterwegs, konnten aber leider wegen des Ausfalls von Di Resta nicht das Ergebnis einfahren, dass sie verdient gehabt hätten. Ich habe auch Freude an den diesjährigen Rookies. Van der Linde und Dennis standen in der Startaufstellung weit vorn, van der Linde wurde heute auf Anhieb Sechster.“
Gerhard Berger, 1. Vorsitzender ITR

„Der perfekte Einstand! Der erste Sieg der Saison, der erste Sieg der neuen Turbo-Ära, dazu im neuen Design meines Sponsors Schaeffler – besser geht es nicht. Zuerst hat mir Mike Rockenfeller mächtig Druck gemacht, dann war es René Rast. Erst nach Renés Ausfall konnte ich dem Sieg sicher entgegenfahren.“
Marco Wittmann, Sieger

„Der zweite Platz zwei ist gut, und ich bin glücklich über die wertvollen Punkte. Zu Beginn lief es nicht ganz perfekt. Wir hatten neue Reifen aufgezogen und die gebrauchten Reifen aus dem Qualifying für den Schlussspurt aufgehoben. Die neuen Reifen hab sich im Regen komisch verhalten. Mit dem zweiten Satz ging es dann wieder besser. Mit dem Ergebnis bin ich aber zufrieden, die Saison ist lang und man muss konstant punkten, um erfolgreich zu sein. Das ist uns gelungen.“
Mike Rockenfeller, 2. Platz

„Mein Start war gut, die ersten vier Runden waren wir schnell unterwegs. Danach habe ich es nicht geschafft, die Reifen ans Arbeiten zu bekommen und habe Zeit verloren. Ich habe Mike Rockenfeller vorbeigelassen und René Rast. Erst mit dem zweiten Reifensatz lief es besser – doch dann waren nur noch sechs Runden zu fahren.“
Robin Frijns, 3. Platz

» Ergebnis – 1. Rennen, Hockenheim
01. Marco Wittmann (GER), BMW, 34 Runden in 1:03.30,158 Std.
02. Mike Rockenfeller (GER), Audi, + 13,727 Sek.
03. Robin Frijns (NED), Audi, + 34,681 Sek.
04. Timo Glock (GER), BMW, + 37,407 Sek.
05. Loïc Duval (FRA), Audi, + 1.03,383 Min.
06. Sheldon van der Linde (ZAF), BMW, + 1.05,453 Min.
07. Bruno Spengler (CAN), BMW, + 1.13,886 Min.
08. Nico Müller (SUI), Audi, + 1.29,780 Min.
09. Daniel Juncadella (ESP), Aston Martin, + 1.30,322 Min.
10. Pietro Fittipaldi (BRA), Audi, + 1.31,873 Min.

Schnellste Rennrunde: Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, 1:42,469 Min.
Pole-Position: Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, 1:48,215 Min.

Wetter: 5–7°C, Regen
Strecke: 5–8°C, nass, dann abtrocknend

Doppelpodium für den neuen Audi RS 5 DTM
Audi ist auf dem Hockenheimring mit einem Doppelpodium in die neue Turbo-Ära der DTM gestartet. Bei Regen und Kälte belegten Mike Rockenfeller (Audi Sport Team Phoenix) und Robin Frijns (Audi Sport Team Abt Sportsline) die Plätze zwei und drei. Der große Pechvogel beim ersten Renneinsatz des neuen Audi RS 5 DTM war René Rast (Audi Sport Team Rosberg).

Vom vierten Startplatz kämpfte sich der DTM-Champion des Jahres 2017 bei den nasskalten Bedingungen auf Platz zwei nach vorn und machte anschließend Jagd auf den Führenden Marco Wittmann im BMW. Der Audi-Pilot schien gute Karten zu haben, seinen siebten DTM-Sieg in Folge zu feiern, als er sechs Runden vor Schluss mit einem Defekt am Antriebsstrang seines Audi RS 5 DTM ausrollte.

„Das war natürlich extrem schade“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „René hat um den Sieg gekämpft und Marco (Wittmann) ordentlich unter Druck gesetzt. Wir müssen damit leben und werden morgen neu angreifen. Heute war es ein Rennen unter sehr schwierigen Bedingungen vom Anfang bis zum Ende. Wir haben mit Mike und Robin zwei Fahrer auf das Podium gebracht, dazu Loïc (Duval) auf Platz fünf. Das ist insgesamt ein gutes Ergebnis.“

Mike Rockenfeller startete mit seinem Audi RS 5 DTM neben Marco Wittmann aus der ersten Reihe, nachdem er die Pole-Position nur um 66 Tausendstelsekunden verpasst hatte. Im Rennen haderte er mit seinem ersten Reifensatz. „Anders als im Qualifying hatte ich kaum Grip“, sagte Rockenfeller. „Woran das lag, weiß ich nicht. Mit dem zweiten Reifensatz war wieder alles okay, aber zu diesem Zeitpunkt war der Sieg schon verloren. Es war trotzdem ein guter Saisonstart. Es ist schön, auf dem Podium zu stehen, und ich freue mich über gute Punkte.“

Robin Frijns gelang mit seinem Audi RS 5 DTM ein Blitzstart, mit dem er sich vom fünften auf den zweiten Platz verbesserte, dann aber hinter Rast und Rockenfeller zurückfiel. „Die Bedingungen waren speziell am Anfang wirklich extrem“, sagte Frijns. „Umso mehr freue ich mich über das Podium.“

Loïc Duval und Nico Müller holten mit den Plätzen fünf und acht ebenfalls Punkte für Audi. Jamie Green musste sich nach einem Kupplungsproblem mit Rang zwölf begnügen.

Das Kundenteam WRT Team Audi Sport holte beim ersten Einsatz in der DTM gleich einen Punkt: Pietro Fittipaldi beendete sein DTM-Debüt auf Platz zehn.

Für das zweite Rennen der neuen DTM-Ära am Sonntag (Start um 13:30 Uhr MESZ, ab 13 Uhr live auf SAT.1) ist kaltes, aber sonniges Wetter vorhergesagt.

Presseinfo DTM/Audi Motorsport

04.05.2019