Gewagt, gewonnen - René Rast triumphiert im DTM-Krimi von Hockenheim

© Sportreport (Symbolbild)

Mit Köpfchen und Knöpfchen zum ersten Saisonsieg: René Rast (GER, Audi) hat im Sonntagsrennen der DTM auf dem Hockenheimring eine Aufholjagd der Superlative abgeliefert.

Der DTM-Champion von 2017 war lediglich vom 16. Startplatz aus ins Rennen gegangen, nutzte eine Safety-Car-Phase für einen Extra-Stopp und deklassierte mit dem zusätzlichen Satz frischer Hankook-Slicks die Konkurrenz. Stets eine bis eineinhalb Sekunden schneller als seine Gegner, überholte auch mit dem Einsatz von DRS („Drag Reduction System“) einen Konkurrenten nach dem anderen. Nico Müller (SUI, Audi) und Robin Frijns (NED, Audi) fuhren nach packenden Positionskämpfen mit Philipp Eng (AUT, BMW) auf das Podium.

Auf Regen folgt Sonne: Philipp Eng – Pechvogel, Pole-Position, und beinahe aufs Podium
Für Philipp Eng entwickelte sich der Rennsonntag zur Wiedergutmachung für einen verkorksten Samstag. Nachdem der Österreicher mit Sensorik-Problemen im Motorenumfeld in regennassen Bedingungen zu den Verlierern am Samstag zählte, brachte Sonnenschein am Sonntag das Glück zurück. Am Vormittag fuhr Eng auf die Pole-Position, startete furios ins Rennen und führte es lange Zeit an. Nach dem Pflichtstopp musste er allerdings den Audi-Fahrern Rast, Müller und Frijns den Vortritt lassen. Als bester BMW-Vertreter blieb ein starker vierter Rang.

Auch Aston Martin schrieb die Geschichte des guten Einstandes vom Samstag fort: Paul Di Resta (GBR) stoppte unmittelbar vor dem Einsatz des Safety-Cars und profitierte damit von seiner idealen Position auf der Strecke. Ab Runde 24 sammelte der Schotte die ersten Führungskilometer mit dem neuen Hersteller in der DTM. Auch Di Resta entschied sich für eine Zwei-Stopp-Strategie und fuhr so auf Rang sieben.

Die DTM ist vom 17. bis 19. Mai das nächste Mal am Start. In Zolder (Belgien) werden dann die Saisonrennen drei und vier ausgetragen.

» Stimmen – 2. Rennen, Hockenheim
Gerhard Berger, 1. Vorsitzender ITR e. V.

„Bei der ersten Veranstaltung einer Saison herrscht immer Spannung, weil man nicht weiß, wie sich die vielen technischen Änderungen auswirken, wie es um die Standfestigkeit der Autos bestellt ist, ob Autos stehenbleiben oder ob etwa ein Hersteller seine Hausaufgaben besser gemacht hat als die anderen, was zwar schön für die Marke wäre, aber zu Lasten der Spannung ginge. Umso mehr freue ich mich, weil wir ein rundum tolles Wochenende gesehen haben. Die neuen Autos sind schneller und spektakulärer. Wir hatten zwei spannende Rennen. Neuling Aston Martin hat auf Anhieb einen wirklich guten Eindruck hinterlassen und Audi und BMW haben jeweils einen Sieg verbucht. Das wichtigste für mich ist aber die positive Rückmeldung der Fans, und darauf hoffe ich. Die TV-Quoten bei SAT.1 am Samstag waren sehr vielversprechend und der Zuschauerzuspruch vor Ort war auch gut. Darauf können wir aufbauen.“

René Rast, Sieger
„Was für ein Rennen, unglaublich! Eines der besten meiner Karriere. Mit dem Sieg hatte ich vorher nicht gerechnet. Wir haben in der Safety-Car-Phase einen zusätzlichen Stopp eingelegt und waren anschließend mit frischen Reifen deutlich überlegen. In zwei Runden durch das gesamte Feld zu pflügen hat natürlich richtig Spaß gemacht. Das wollen die Fans sehen. Und der Renngott war heute auf unserer Seite und hat uns gewinnen lassen.“

Nico Müller, 2. Platz
„Zu Beginn habe ich versucht, ruhig zu bleiben und die Dinge sich entwickeln zu lassen. Ich wusste nicht, was ich vom Rennen zu erwarten hatte. Als ich gemerkt habe, dass ich vom Tempo vorn dabei war, habe ich versucht, mir die Reifen einzuteilen. Der Neustart nach der Safety-Car-Phase ist mir gut gelungen. Dazu hat mein Team einen herausragenden Job beim Pflichtstopp gemacht. So haben wir eine Position gutgemacht.“

Robin Frijns, 3. Platz
„Mein Start war alles andere als gut und ich bin auf Platz acht zurückgefallen. Doch dann war mein Renntempo gut und ich konnte wieder auf- und überholen, als andere mehr Probleme mit dem Reifenmanagement hatten als ich selbst. Ich habe die Duelle sehr genossen. Platz drei ist ein gutes Resultat und ich bin sehr zufrieden.“

» Ergebnis – 2. Rennen, Hockenheim
01. René Rast (GER), Audi, 37 Runden in 58.53,819 Min.
02. Nico Müller (SUI), Audi, + 11,922 Sek.
03. Robin Frijns (NED), Audi, + 12,184 Sek.
04. Philipp Eng (AUT), BMW), + 17,952 Sek.
05. Bruno Spengler (CAN), BMW, + 22,769 Sek.
06. Timo Glock (GER), BMW, + 37,615 Sek.
07. Paul Di Resta (GBR), Aston Martin, + 37,920 Sek.
08. Marco Wittmann (GER), BMW, + 44,294 Sek.
09. Jamie Green (GBR), Audi, + 47,031 Sek.
10. Joel Eriksson (SWA), BMW, + 49,079 Sek.

Schnellste Rennrunde: Pietro Fittipaldi (BRA), Audi RS 5 DTM, 1.30,401 Min.
Pole-Position: Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, 1:28,972 Min.
Wetter: 10–13°C, bedeckt
Strecke: 14–15°C, trocken

Dreifachsieg für Audi, überragender René Rast
Doppelpodium am Samstag, Dreifachsieg am Sonntag: Audi ist auf dem Hockenheimring ein eindrucksvoller Start in die Turbo-Ära der DTM gelungen. Im packenden Sonntagsrennen siegte René Rast vom Audi Sport Team Rosberg mit einer gewagten Strategie vor Nico Müller und Robin Frijns (beide Audi Sport Team Abt Sportsline).

Nach der Regenschlacht am Samstag erlebten die Zuschauer am Sonntag bei trockenen Bedingungen das erste wahre Kräftemessen der neuen Class-1-Rennwagen von Aston Martin, Audi und BMW. Klarer Sieger nach 37 spannenden Runden: der Audi RS 5 DTM mit seinem neuen, über 610 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor.

Bram Schot, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG, erlebte den Dreifacherfolg an der Box und zeigte sich auch vom Auftritt der DTM insgesamt beeindruckt: „Das hat mir sehr gut gefallen. Die Stimmung, die Begeisterung für die Serie, das Plus an Performance – das schmeckt nach mehr.“

Audi-Motorsportchef Dieter Gass suchte nach der Zieldurchfahrt passende Worte: „Ehrlich gesagt, bin ich ziemlich sprachlos. Nach dem Qualifying konnten wir ein solches Ergebnis nicht erwarten. Mit René haben wir eine aggressive Strategie gewählt. Unglaublich, mit welchen Zeiten er durch das Feld gefahren ist. Aber auch Nico und Robin waren sehr stark unterwegs. Es ist ein fantastisches Ergebnis für Audi und eine schöne Bestätigung für die harte Arbeit der letzten Monate. Und für die DTM war es ein gelungener Start in die Turbo-Ära.“

Eine außergewöhnliche Leistung zeigte einmal mehr René Rast. Nach einem Problem im Qualifying musste sich der Deutsche mit Startplatz 16 begnügen. Mit einer Zwei-Stopp-Strategie fuhr der DTM-Champion des Jahres 2017 trotzdem zu seinem elften Sieg in der DTM. Das Audi Sport Team Rosberg holte Rast während einer Safety-Car-Phase zum Reifenwechsel an die Box. Der Audi-Pilot nutzte den Vorteil der frischen Reifen perfekt und kämpfte sich innerhalb von nur sieben Runden vom 15. auf den ersten Platz nach vorn. Beim Pflichtboxenstopp in Runde 22 verlor er nur kurz die Führung und fuhr anschließend den Sieg souverän nach Hause.

„Fast das ganze Feld in wenigen Runden zu überholen, ist für einen Rennfahrer ein ganz besonderer Spaß“, sagte Rast. „Vielen Dank an Audi Sport, mein Team Rosberg und die Mechaniker, die alles gegeben haben. Wir hatten heute eine tolle Strategie. Ich musste das Auto nur noch ins Ziel fahren. Was für ein Tag!“

Das Podium für Audi komplettierten Nico Müller und Robin Frijns, die beide aus der zweiten Startreihe ins Rennen gingen und mit unterschiedlichen Strategien fast zeitgleich auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel fuhren. Müller gelang ein sensationeller Start von vier auf zwei, während Frijns auf Platz sieben zurückfiel. Der Niederländer machte in der Schlussphase mehrere Positionen gut.

„Nach dem für mich schwierigen Tag gestern war das genau die richtige Antwort“, sagte Müller. „Ich hatte viel Spaß da draußen und denke, es war auch ein gutes Rennen für die Fans.“ Teamkollege Robin Frijns sprach von einem „verrückten Rennen“: „Ich hatte einen schlechten Start und musste mich wieder nach vorn kämpfen. Das Auto war richtig gut. Danke an Audi und die ABT-Jungs.“

Jamie Green holte als Neunter ebenfalls Punkte, obwohl gegen den Briten wegen einer Kollision eine Durchfahrtstrafe verhängt wurde. Das Audi Sport Team Phoenix erlebte nach dem starken Ergebnis am Samstag (Platz zwei und fünf) dagegen einen schwarzen Tag: Mike Rockenfeller (Ölverlust) und Loïc Duval (Ausrutscher ins Kiesbett) schieden bereits in der Anfangsphase des Rennens fast gleichzeitig aus.

Pietro Fittipaldi vom Kundenteam WRT Audi Sport glänzte in seinem zweiten DTM-Rennen mit der schnellsten Rennrunde.

Nach den ersten beiden Rennen führt Audi die Herstellerwertung der DTM mit 110 Punkten vor BMW (93) und Aston Martin (9) an. In der Teamwertung hat das Audi Sport Team Abt Sportsline die Spitze übernommen. In der Fahrerwertung liegt Robin Frijns als bester Audi-Pilot mit nur drei Punkten Rückstand auf Marco Wittmann (BMW) auf Tabellenrang zwei vor René Rast auf Position drei. Die nächsten beiden DTM-Rennen finden am 18./19. Mai im belgischen Zolder statt.

Presseinfo DTM/Audi Motorsport

05.05.2019