ÖHB Legionär Nikola Bilyk mit THW Kiel bestreitet EHF Cup Finale – Bauer mit Porto im Spiel um Platz 3

© Sportreport

Nikola Bilyk und der THW Kiel stehen im Finale um den EHF Cup. Im ersten Halbfinale des Final-4-Turniers in der heimischen Arena setzte sich der österreichische Nationalteamspieler mit seiner Mannschaft mit 32:26 gegen TTH Holstebro aus Dänemark durch.

Während Bilyk mit Kiel am Samstagabend um 20:45 Uhr in einem rein deutschen Finale auf die Füchse Berlin trifft, verpasste der zweite Österreicher den Einzug ins Endspiel. Torhüter Thomas Bauer unterlag mit dem FC Porto dem deutschen Bundesligisten mit 20:24. Ihm bleibt nunmehr das Spiel um Platz 3, das am Samstag um 18 Uhr angepfiffen wird. Beide Spiele sind im Livestream via www.ehftv.com zu sehen.

Schlussendlich wurde der THW Kiel im ersten Halbfinale seiner Favoritenrolle zwar gerecht, jedoch war es für die Gastgeber zunächst alles andere als ein lockerer Spaziergang ins Finale. Lange Zeit bot Holstebro dem Team von Alfred Gislason ein ausgeglichenes Match. Kurz vor der Pause traf Holstebros Magnus Grubb Bramming zum 14:15, bevor THW-Außen Rune Dahmke mit einem Dreher dann wieder auf zwei Tore für Kiel erhöhen konnte. Erst nach dem Seitenwechsel konnte sich Kiel, bei dem Bilyk vor allem in der ersten Halbzeit viel Spielzeit bekam und drei Tore erzielte, etwas weiter von Holstebro absetzen und auch dank einer besseren Chancenverwertung am Ende klar gewinnen. Der THW Kiel kann nun im Finale am Samstag zum vierten Mal den EHF-Cup gewinnen. Nikola Bilyk wäre nach Janko Bozovic (EHF Challenge Cup) und vor allem Viktor Szilagyi (EHF Cup, Europapokal der Pokalsieger, EHF Champions League) der nächste Österreicher, der einen internationalen Vereinstitel gewinnen kann.

„Das wäre natürlich eine große Ehre. Aber dafür müssen wir morgen nochmal 60 Minuten Vollgas geben und dann sehen wir, was dabei rauskommt“, ließ Nikola Bilyk aber zunächst das Halbfinale gegen Holstebro Revue passieren: „Es war für uns klar, dass es kein einfaches Spiel wird, es ist schließlich ein Halbfinale und so sind wir auch in die Partie gegangen. Wir hatten am Anfang ein paar Probleme, aber ich denke, dass wir das dann am Ende sehr gut gelöst haben und auch verdient gewonnen haben.“

Vor allem mit den Abschlüssen haderte Kiel, steigerte aber die Quote im Laufe des Spiels. „Wichtig war, dass wir dann in der zweiten Halbzeit unsere Chancen besser genutzt haben, was wir in den ersten 30 Minuten nicht so gut gemacht haben“, so der 22-Jährige. „Und einfach, dass wir sicherer gespielt haben und in der Abwehr gut gestanden sind und den Torhütern noch mehr geholfen haben.“

Dies soll laut Bilyk auch die Marschroute für das Finale sein. „Die Chancenauswertung muss sich verbessern. Wir dürfen nicht zu viel verwerfen und müssen noch mehr Stimmung reinbringen. Wir freuen uns auf ein großes Finale in unserer eigenen Halle, das wird geil. Pure Vorfreude.“

Für Thomas Bauer und den FC Porto reichte es am Ende leider nicht, sich nach einer starken Spielzeit im EHF Cup – sie schalteten u.a. den SC Magdeburg mit Robert Weber aus – mit dem Finaleinzug zu belohnen. Porto bestätigte im gesamten Spiel seinen gerechtfertigten Einzug in das Endturnier, agierten sie doch über weite Strecken der Partie auf Augenhöhe mit dem Titelverteidiger aus dem letzten Jahr.

Aber auch Bauer konnte nach seiner Einwechslung beim Stande von 15:18 aus der Sicht von Porto in der 44. Minute die Niederlage am Ende nicht mehr verhindern. Zwar blieb die Partie weiter eng, doch am Ende siegten die Füchse Berlin in Summe auch verdient. Bauer und seine Mitspieler des FC Porto warfen alles in die Waagschale, auch schlug sich das Kieler Publikum mehr und mehr auf die Seite der Südeuropäer, zur Wende langte es aber nicht mehr.

Sicherlich wäre für die Gäste vom FC Porto mehr drin gewesen. „Normalerweise schießen wir mehr als 20 Tore“, so Thomas Bauer nach der Partie. „Das war eine sehr harte, aber auch eine korrekte Abwehr, die wir eine lange Zeit gespielt haben. Leider haben wir zu wenig Tore geschossen. Normalerweise sind wir in Europa im Sieben gegen Sechs eine der besten Mannschaften.“

Trotz der Niederlage bedankte sich Thomas Bauer bei den Zuschauern in der ausverkauften Kieler Arena. „Es war cool, ich habe gemerkt, es sind ja eh keine Berlin Fans, sie sitzen alle in schwarz-weiß auf der Tribüne. (schmunzelt) Das wäre das coolste gewesen für Europa, wenn es morgen mit Porto gegen Kiel ein internationales Finale gegeben hätte“, so Bauer, der findet, dass es „in Kiel zu spielen sicherlich einer der coolsten Sachen ist, die es im Handball gibt.“

Porto spielt mit Bauer am Samstag um 18 Uhr um Platz 3 und trifft auf die Dänen vom TTH. „Wir haben Holstebro zweimal in der Gruppe geschlagen und lassen uns morgen nicht unsere verdiente Top-3-Platzierung wegschnappen“, blickt der Österreichische Nationalteamspieler bereits auf das kleine Finale nur 20 Stunden nach dem Halbfinale voraus. „Von uns wird jeder motiviert sein. So wie ich die Burschen kenne, können sie schnell umschalten. Wir werden morgen ein gutes Spiel zeigen und wollen gewinnen.“

EHF Cup Final 4
17./18. Mai 2019, Sparkassen Arena Kiel

Semifinale
TTH Holstebro vs. THW Kiel 26:32 (14:16)
Fr., 17. Mai 2019, 18:00 Uhr

Füchse Berlin vs. FC Porto Sofarma 24:20 (12:8)
Fr., 17. Mai 2019, 20:45 Uhr

Spiel um Platz 3
TTH Holstebro vs. FC Porto Sofarma
Sa., 18. Mai 2019, 18:00 Uhr

Finale
THW Kiel vs. Füchse Berlin
Sa., 18. Mai 2019, 20:45 Uhr

Presseinfo ÖHB

17.05.2019